Christian Winter
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte die Gelegenheit hier am Ende der Sitzungswoche noch mal nutzen, um ganz zum Anfang der Sitzungswoche zurückzureisen, sozusagen kleine Zeitreise, nämlich direkt vor Beginn unserer Beratungen – hier ja wieder in Überlänge am Dienstag. Dort am Dienstag unternahm der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium – Sie werden es den Pressemitteilungen entnommen haben – eine kleine Handwerkstour, eine Handwerkstour, auf der ihn auch die Spitzen der Schweriner Handwerkskammer begleiteten. Und Jochen Schulte begann – wie gesagt, mit der fachkundigen Begleitung – diese kleine Tour in Neustadt-Glewe bei mir im Wahlkreis (Zuruf von René Domke, FDP) und besuchte dort ein Unternehmen, das erst mal ganz traditionell klingt, und zwar ein Dachdeckerunternehmen. Dieses Dachdeckerunternehmen wird jetzt in zweiter Generation von Brüdern fortgeführt. Der eine Bruder hat jetzt vor Kurzem das Geschäft vom Vater übernommen, das traditionelle Dachdeckerunternehmen. Keine Sorge, der Vater arbeitet sogar noch in Teilzeit weiter. So viel ist auch wichtig natürlich, dass die notwendigen Fachkräfte mit ihrer ganzen Kompetenz nicht mit dem Ruhestand verloren gehen. (Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Und der andere Sohn, der machte sich bereits vor Jahren, Mitte der 2000er, als natürlich der Photovoltaikausbau voranging, machte der sich auf, um neben dem Dachdeckerhandwerk sich auch hier zu spezialisieren, sich zu spezialisieren auf eine Energieberatung, und bietet hier vis-à-vis sozusagen bei dem Dachdeckerunternehmen seines Vaters und jetzt seines Bruders Photovoltaiklösungen, Solarthermie und auch im Smarthome an, direkt zusammen, wie gesagt, mit dem Dachdeckerhandwerk, sodass die Dinge fachkompetent auch verlegt werden können. Nun ist das aber nicht der einzig innovative Ansatz diese One-Hand-Lösung, so möchte ich es mal benennen, die Sie mitten in Neustadt-Glewe finden, sondern die beiden Brüder arbeiten – und ihre Mitarbeitenden natürlich –, arbeiten vor allem mithilfe digitaler Methoden. So sparen sie sehr viel Arbeitszeit, Wege. Und natürlich vor allem auch der Einsatz des Personals – darüber haben wir schon immer wieder gesprochen, wie notwendig Fachkräfte sind, daher ist es natürlich wichtig, mithilfe von Prozessinnovationen auch den Einsatz der Fachkräfte zu optimieren. Und wir reden ja immer sehr stark und engagieren uns mit den Gesetzgebungen besonders für die Mitarbeitenden im Land. Aber ich möchte hier auch noch mal das Plenum nutzen, weil ich das eine sehr eindrückliche Begegnung am Dienstag fand, im Namen der SPD-Fraktion auch allen Selbstständigen im Handwerk und darüber hinaus, die meistens kein Bundesarbeitszeitgesetz kennen, sondern 40 Stunden und viel, viel mehr arbeiten, denen hier herzlich zu danken. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Zuruf von René Domke, FDP) Ja, die Brüder Huber – so heißen die – nutzen etwa zum Ausmaß der Dachflächen Drohnen, anstatt diese von Hand auszumessen. (Zuruf von René Domke, FDP) Das gibt Arbeitszeitersparnisse von bis zu 80 Prozent teilweise. Die Bauplanung erfolgt mit Zuhilfenahme einer Datenbrille, die immerhin Vor-Ort-Termine ersetzt und dadurch natürlich auch Anfahrtszeiten spart. Auch das Rechnungsmanagement ist weitgehend automatisiert. Den Handwerksunternehmen mit ihren 14 Beschäftigten standen für den Aufbau dieser Infrastruktur ebenfalls Mittel nach DigiTrans-Richtlinie zur Verfügung. Ich möchte also noch einmal unterstreichen, wie wichtig, wie praktisch angewandt diese Mittel auch verwendet wurden. (Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Und eben hat der Finanzminister in Vertretung des Wirtschaftsministers ausgeführt, was für eine Reihe von anderen Aktivitäten und Unterstützungsmaßnahmen mittlerweile auf dem Weg sind – ich will die jetzt nicht alle in der Ausführlichkeit wiederholen –: Die GRW-Förderung, die auch dafür zu nutzen ist, wurde genannt, das Digitalzentrum in Rostock wurde genannt, das Anwendungszentrum KI und Data Science für das Land M-V, die Digitalen Innovationszentren, die ja überall im Land zur Verfügung stehen, vor Jahren aufgebaut wurden, sind zu nennen. Was noch nicht genannt wurde, ich aber auch noch mal mit anführen möchte, ist das Projekt „mv-works – Arbeit 4.0: Kompetenzzentrum Digitalisierung in der Arbeitswelt MV“, das eine Anlaufstelle für Unternehmen, Beschäftigte und deren Interessenvertretungen bei Fragen der arbeitsmarktrelevanten Gestaltung der digitalen Transformation bietet. Das wurde hier ja auch angesprochen. Und ich möchte ganz besonders auch noch mal auf die Qualifizierungsrichtlinie zu sprechen kommen, die ja einen Beitrag zur Förderung der berufsbegleitenden Qualifizierung von Beschäftigten in Unternehmen bietet, weil es ist ja ganz klar, dass gerade bestehende Beschäftigte in den Unternehmen, dass die auch qualifiziert werden müssen, um eben diese Investitionen in die digitale Infrastruktur, um in diesen, ja, so neu digitalisierten oder digitalisierteren Prozessen, um dort auch in diesen agieren zu können. Das ist ein ganz wichtiger Bestandteil, auf den ja eben zum Beispiel auch die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zu sprechen kam. Es wurde auch ausgeführt, dass jetzt gerade sozusagen sich in Veröffentlichung weitere Förderungen, speziell zugeschnitten auf kleine und mittelständische Unternehmen, dass diese gerade sozusagen ausgerollt werden. Also es gibt eine ganze Menge, die zur Verfügung steht. Und jetzt ist es an der Zeit, anstatt einfach ein altes Instrument noch einmal aufzulegen, jetzt ist es an der Zeit, nichtsdestotrotz in Ergänzung dieses Förderportfolios, so möchte ich es mal nennen, mit Blick auf die Digitalisierung von Kleinunternehmen noch genau zu schauen, wo ist noch der Bedarf. Das wurde eben ausgeführt, dass das gemacht wird. Und natürlich heißt das auch, dass die DigiTrans-Richtlinie nicht einfach neu aufzulegen ist, sondern es ist natürlich auch zu schauen, was hat dort gut funktioniert, wie ist das mit den bestehenden Förderinstrumenten, die ja in Vielzahl – das habe ich ausgeführt, Herr Minister auch –, die ja vorhanden sind, wie ist das abzustimmen und wie lässt sich das, gleichwohl es unbürokratisch war, kein, überhaupt kein Zweifel, aber wie lässt sich auch diese unbürokratische Richtlinie vielleicht noch einfacher darstellen und vielleicht noch zügiger aufstellen, eben in Abstimmung mit diesem Förderinstrumentarium. Sie hören also, dass das Anliegen Ihres Antrages längst im zuständigen Ministerium erkannt ist, (Zuruf von René Domke, FDP) dass Ihr Antrag schlicht und ergreifend zu spät kommt, und daher lehnt meine Fraktion Ihren Antrag ab. – Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und auch einen schönen Sommer! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)
