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Christine Klingohr

SPD 14.07.2023 Sitzungen 8/61

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir möchten, dass alle Kinder und Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern und natürlich auch in ganz Deutschland die Chance haben, gesund aufzuwachsen und sich gut zu entwickeln. Und auch deshalb sind wir umso trauriger über den Tod des 13-jährigen Mädchens hier in unserem Land und sprechen insofern unser herzliches Beileid aus. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ein Aspekt ist, dass wir unsere Jugend vor Gefahren schützen und warnen wollen, die im jungen Alter mitunter unterschätzt werden. Dazu gehört natürlich auch der Schutz vor illegalen Drogen genauso wie vor legalen Rauschmitteln. Im Rahmen einer Aussprache kann ein solches Thema bewegt werden, wir haben jedoch zu Beginn dieser Woche einen Antrag eingebracht – Torsten Koplin hat es erwähnt, „Gemeinsam aktiv für Gesundheitsförderung“ –, einen Antrag eingebracht, der tatsächlich Maßnahmen für eine intensivierte Präventionsarbeit anstößt. Gesundheitliche Prävention erstreckt sich über eine Vielzahl von Bereichen und daher umfasst unser Antrag auch Aspekte zur Drogenprävention. Bestandteil der Landesstrategie zur Gesundheitsförderung und Prävention sollen daher zukünftig Konzeptionen, insbesondere in den Handlungsfeldern Bewegung, psychische Gesundheit, Sucht und Gesundheitskompetenzen sein. Und Herr Dr. Terpe hat es in seinem Beitrag hier vorne gesagt, dass das Allheilmittel natürlich nicht nur dieser Antrag sein kann, aber die Prävention an sich ist ein gutes Mittel, um gegen Suchtproblematiken anzukämpfen. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Die Förderung der Gesundheitskompetenzen und Suchtprävention lassen sich in unseren Augen gut verbinden und sollten genau deshalb zusammengedacht werden, denn mit Blick auf den Jugendschutz sollten wir maßgeblich die psychische Gesundheit mit beachten. Wer auf Hilfe zählen kann und in einer Lebenskrise Unterstützung erhält, der zeigt sich bestenfalls resilienter gegen die Nutzung von Rauschmitteln. Auch gehört dazu, sensibler für exzessiven Medienkonsum zu werden und dieses inzwischen vermehrt suchthafte Verhalten zu thematisieren und durch Aufklärungs- und Präventionsarbeit Auswege aufzuzeigen, um explizit auf Drogenkonsum bei jungen Menschen einzugehen. Wir wissen, dass gelingende Suchtprävention die enge Verzahnung polizeilicher Präventionsarbeit mit Angeboten der Sozialarbeit unter Hinzunahme gesundheitswissenschaftlicher Expertise erfordert. Nur so können Jugendliche in den unterschiedlichsten Lebensumgebungen erreicht werden. Allen voran – und es wurde heute auch schon mehrmals genannt – ist die Schule und sie spielt hier eine wichtige Rolle. Für die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern ist die Sucht- und Drogenprävention eine bildungsgangunabhängige Querschnittsaufgabe. Sie ist Bestandteil des Fachunterrichts in Biologie, mehrerer Unterrichtsfächer sowie auch unterschiedlicher Lernbereiche. Zudem soll sie auch in den außerunterrichtlichen Veranstaltungen angemessene Berücksichtigung finden. Dafür – und das hörten wir bereits von der Ministerin – werden auch Projekte mit externen Partnern durchgeführt. Der wichtigste Partner hier in unserem Land ist für uns die Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen. Die LAKOST bietet zum Beispiel schulinterne Fortbildungsangebote zu suchtpräventiven Themen, eine App gestützte Cannabis- und Suchtprävention und bietet durch Bereitstellung von Unterrichts- und Informationsmaterialien Hilfestellung. Wenn wir uns aktuelle Zahlen zur polizeilichen Präventionsarbeit ansehen, wird deutlich, dass Mecklenburg-Vorpommern an dieser Stelle jüngst einige Fortschritte verzeichnen kann. Die speziell im Bereich Drogenprävention eingesetzten Mitarbeitenden der Landespolizei konnten im Jahr 2022 insgesamt 4.000 Jugendliche und circa 1.000 junge Erwachsene im Rahmen von 255 Veranstaltungen erreichen. Im Vergleich zum Vorjahr stellt dies eine deutliche Intensivierung der Bemühungen um Aufklärung im Bereich Drogenkonsum dar. Insgesamt konnten doppelt so viele Personen erreicht werden wie im Jahr 2021. Natürlich halten wir es für notwendig, diese Initiativen weiterzuführen und im Präventionsbereich Drogenkonsum verstärkt zu thematisieren. Mein Kollege Torsten Koplin hat gesagt, Prävention steht bei uns auf der Tagesordnung, und genau deshalb haben wir am Dienstag auch diesen Antrag zur Verstärkung eingebracht und laden Sie gerne mit ein, an diesem Thema mit uns weiterzuarbeiten. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

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