Jutta Wegner
Guten Morgen, Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Frau Ministerin Oldenburg! Es ist vieles schon gesagt, eigentlich alles schon gesagt, nur nicht von mir. Ich will deshalb nicht meine ganze Rede jetzt hier zitieren, aber ich werde die Punkte, die uns besonders wichtig sind, noch mal hervorheben. Sie haben ein Thema auf die Tagesordnung gehoben, das absolut zeitgemäß ist und in dem uns zahlreiche Schüler/-innen wohl einiges voraushaben. Umso wichtiger, dass wir uns damit befassen. KI ist nicht nur im Alltag, sondern auch in den Schulen angekommen, umso wichtiger, diese nun darin fit zu machen. Wir begrüßen, dass Sie die Lehrkräfte durch Fortbildungen für dieses Thema besser aufstellen, würden uns aber gleichzeitig wünschen, dass zukünftig bereits in der Lehrkräfteausbildung entsprechende Inhalte vermittelt werden. Insbesondere der Bereich Data Literacy, also Datenkompetenz, und damit die Fähigkeit, Daten kritisch zu sammeln, zu bewerten und anzuwenden, sollte nicht nur Aus- und Fortbildungsbestandteil der Lehrer/-innen, sondern auch Inhalt des Lehrplans sein, denn Datenkompetenz ist die Schlüsselkompetenz, um datenbasierte KI wie ChatGPT zu verstehen, anzuwenden und zu bewerten. Sie umfasst ein breit angelegtes Bewusstsein unserer Gesellschaft dahin gehend, dass Daten unser tägliches Leben bestimmen und sie einen wesentlichen Beitrag zur Lösung einfacher wie komplexer Fragestellungen unserer Zukunft leisten können. Dieses Wissen ist unter anderem wichtig, um Diskriminierungen zu verhindern. Wenn eine KI nicht auf Daten zurückgreift, in denen Frauen gleichwertig vorkommen, wird sie diese auch nicht in ihren Ergebnissen berücksichtigen. (Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zuruf von Constanze Oehlrich, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Insofern muss Datenkompetenz so schnell wie möglich in den Lehrplänen aller Schularten festgeschrieben werden. Und, Frau Oldenburg, Sie hätten festlegen müssen, dass ChatGPT gendern soll. Das kann das nämlich. (Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Constanze Oehlrich, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Genau!) Und das nächste Mal weiß ChatGPT auch, dass Sie das gegendert haben wollen, und dann bekommen Sie die Rede auch so. Für Schulen bedeutet der freie Zugang zu ChatGPT auch, dass sich Unterricht und Prüfungen verändern werden. Natürlich verwenden Schüler/-innen die KI, um Hausaufgaben zu machen und Übungsaufsätze zu schreiben. Die Aufgaben müssen also so gestellt werden, dass die Schülerinnen und Schüler interaktiv, kreativ und reflektiert mit der KI arbeiten. Wer weiß, wie KI funktioniert, und den Umgang mit ihr erlernt hat, kann sie für den eigenen Lernerfolg einsetzen. Lehrkräfte haben die Möglichkeit, mit speziellen Aufgaben den Lernfortschritt einzelner Schüler/-innen zu unterstützen. Referate, Gruppenarbeiten und andere schulische Aufgaben werden durch den Einsatz von KI an Gehalt gewinnen und gezielt eingesetzt auch Chancen und Risiken für die Schüler/-innen erkennbar machen. Aber auch das muss erlernt werden. Der kritische Umgang mit KI ist das Wesentliche, was Schüler/-innen auf ihrem Weg mitnehmen müssen. Die Künstliche Intelligenz, auch das ist schon gesagt worden, wird eine Lehrkraft nicht ersetzen. Aber sie bietet Chancen. Als wichtiges Werkzeug kann sie aktiv und konstruktiv dem Unterricht nutzen, während sich die Lehrer/-innen vorrangig auf die pädagogische Arbeit konzentrieren können. So ist die KI ein bewährtes Mittel, um Lernschwierigkeiten zu identifizieren und passgenaue Hilfen anzuwenden. Sehen wir uns dafür zum Beispiel die Lernplattform bettermarks, ein adaptives Lernsystem, an. An circa 400 Schulen in Deutschland wird dieses bereits von Mathematiklehrer/-innen genutzt. Die Schüler/-innen lernen hier individuell und kindgerecht Mathe. Sie haben die Möglichkeit, sich jederzeit die Erklärungen in verschiedenen Formaten noch einmal anzusehen. Das motiviert zum Weitermachen. Dass bettermarks ab dem neuen Schuljahr auch von Schulen in M-V kostenlos genutzt werden kann, begrüßen wir deshalb und hoffen, dass Sie dieses Tool effektiv bewerben. Gleichzeitig wäre es wünschenswert, kontinuierlich die Lernwirksamkeit des gezielten Einsatzes der KI im Unterricht zu untersuchen und mit Studien zu begleiten. Das haben Sie in Ihrem Antrag bereits angedeutet und findet unsere Unterstützung. Insofern können wir den Antrag zusammenfassend nur unterstützen und stimmen ihm zu. Auch dem Änderungsantrag der CDU stimmen wir zu. Ich glaube auch nicht, dass das Schuljahr, dass der Schuljahresbeginn ein Problem sein wird, weil wir haben ja auch in den Reden voran gehört, dass Sie längst dabei sind und eigentlich nur noch die Unterstützung des Parlamentes brauchen, damit Sie das auf den Tisch legen können. Die Empfehlung, in Nordrhein-Westfalen zu gucken, sich also an Thüringen zu orientieren, halten wir für unbedingt begrüßenswert, (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) weil wir müssen nicht immer überall das Rad neu erfinden. Und natürlich ist es wichtig, so, wie wir jetzt an den einzelnen Schulen anfangen und dann versuchen, ein landesweites Konzept, eine landesweite Handreichung zu erarbeiten, dass wir das Ganze auch für das gesamte Land, für die Bundesrepublik in der Kultusministerkonferenz umsetzen. Wir stimmen also auch dem Änderungsantrag der CDU zu. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Sebastian Ehlers, CDU)
