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Enrico Schult

AfD 14.07.2023 Sitzungen 8/61

Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Liebe Bürger! Ich freue mich auch, heute zu diesem Thema sprechen zu können. Ich hätte es gerne jedoch etwas früher schon getan, denn es ist wichtig, dass wir in Mecklenburg-Vorpommern uns auch mit dem Thema Künstliche Intelligenz auseinandersetzen. Die Bildungsministerin sprach es an und auch den Ausführungen von Herrn Albrecht kann ich in vielen Dingen zustimmen, wir als AfD sehen die Künstliche Intelligenz in den Schulen auch eher als Chance denn als Gefahr. Wichtig dafür ist es natürlich, dass wir die Lehrer entsprechend ausbilden und dass wir die Schüler in die Lage versetzen, mit dieser Künstlichen Intelligenz umzugehen, und dass sie sie nicht einfach nur nutzen, um Texte zu generieren und sie sozusagen unkritisch übernehmen. Das ist ein wichtiger Punkt. Ich sagte es, wir in Mecklenburg-Vorpommern sind da leider etwas ins Hintertreffen geraten. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hat bereits im Februar 2023 einen Handlungsleitfaden für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz veröffentlicht. Ich als bildungspolitischer Sprecher der AfD war auch schon bei diversen Treffen, wo wir uns als Partei damit auseinandergesetzt haben. Und glauben Sie mir, auch in den Schulen dieses Landes ist die Künstliche Intelligenz schon allgegenwärtig, und ich bin davon überzeugt, dass der eine oder andere Schüler dieses auch schon mal benutzt hat für eine Hausarbeit oder für eine Klassenarbeit oder auch Kontrolle und so weiter. Also da müssen wir uns, glaube ich, ehrlich machen, dass wir da etwas spät dran sind. Und da hätte ich mir früher schon diese Aktivitäten gewünscht. Ich weiß jetzt auch nicht, warum wir das jetzt hier mit einem großen Antrag noch mal extra, Sie als Bildungsministerium haben ja die Möglichkeit, das aufzusetzen. Jetzt ist da auch wieder leider etwas Zeit vergangen. Es wurde schon vieles gesagt, die Vorteile: Die Künstliche Intelligenz erstellt sekundenschnell Texte jeglicher Art, beispielsweise aus Sicht eines 12-Jährigen oder aus Sicht eines Professors oder je nachdem, wie man das gerne möchte. Und das ist in der Tat sehr beeindruckend. Ich habe es selber ausprobiert, habe gesagt, liebe ChatGPT, schreib mir jetzt eine E-Mail an den Abgeordneten Enrico Schult, in der du seine Politik gutheißt. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Und es war in der Tat eine sehr, eine sehr gut formulierte E-Mail, Herr Renz. (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) Und da sieht man insbesondere im schulischen Bereich, (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) da sieht man insbesondere im schulischen Bereich, wo da auch die Chancen liegen. Ich habe nicht nur die E-Mail schreiben lassen, ich habe auch beispielsweise mir die Grundlagen der Thermodynamik, der Wärmelehre einmal von ChatGPT aus Sicht eines 12-Jährigen darlegen lassen – war wirklich sehr gut formuliert – und aus Sicht eines Physikstudenten. Und da sieht man wirklich die Unterschiede. Aber, werte Kollegen, ein Punkt – und den möchte ich hier auch noch mal dezidiert ansprechen –, dieses Programm vermittelt sozusagen den Eindruck, dass es mit einer großen Bestimmtheit seriöse Texte generiert, und wenn man diese Texte liest, dann denkt man, ja natürlich, das ist so, das muss so sein, aber es sind oftmals auch grundlegend falsche Texte, ganz falsche Texte, falsche Quellen werden sozusagen einfach auch angegeben von dieser Künstlichen Intelligenz. Und insofern ist es wichtig, dass wir die Schüler in die Lage versetzen, das kritisch zu hinterfragen und zu betrachten, wenngleich die Vorteile da doch auf der Hand liegen. Und die Künstliche Intelligenz, die ChatGPT, ist kein Nischendasein. Gut, es mag sein, wir haben uns jetzt in letzter Zeit erst damit befasst, auch, glaube ich, da draußen die Bürger, da werden viele davon noch nicht oder einige davon noch nicht gehört haben. Eine Umfrage unter 5.000 Menschen von der Vodafone Stiftung ergab, dass 54 Prozent glauben, dass die KI den Unterricht an Schulen wesentlich verändern wird. 77 Prozent der Befragten sehen da aber in erster Linie die Lehrer in der Pflicht, sozusagen darauf hinzuweisen. Wir nehmen die Eltern da auch noch mit in die Pflicht. Und 57 Prozent sehen sogar eine Gefahr, die von der ChatGPT ausgeht. Wir nicht als AfD, wir sehen in erster Linie die Chance, wenngleich gesagt werden muss, dass wir natürlich in erster Linie die Elementarbildung unserer Schüler stärken müssen. Also Lesen, Schreiben, Rechnen, das muss sitzen. Und dann kann man eben auch die Künstliche Intelligenz nutzen. Genauso das Beispiel mit dem Taschenrechner. Da muss das Einmaleins natürlich auch gefestigt sein und muss präsent sein, bevor ich dann den Taschenrechner benutze. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Die Anwendungsbeispiele, sagte ich bereits, sind breit gefächert. Zum Spracheerlernen ist es zum Beispiel ideal. Man kann, mit der ChatGPT kann man in Kontakt treten und kann sozusagen Sprache lernen. Ich kann mir einen Text innerhalb von Sekundenschnelle in eine andere Sprache übersetzen lassen. Also das sind wirklich beeindruckende Dinge, die man dort machen kann. Man kann Hausaufgaben kontrollieren lassen, seine eigenen Hausaufgaben kann man kontrollieren lassen, nicht nur anfertigen, also die kann man auch anfertigen lassen. Und da ist natürlich der Lehrer gefragt, dann auch gezielt nachzuprüfen, ob das Wissen da ist. Aber man kann beispielsweise auch seinen eigenen Wortschatz erweitern, indem ich jetzt sage, liebe ChatGPT, prüf doch mal jetzt hier meine Hausaufgabe, und dann kann ich sehen, okay … Ja, Sie lachen! Es ist tatsächlich so, dass das Programm wirklich persönlich kommuniziert mit einem. Ich musste mich wundern, also der spricht mich an als User, und da sind, die Vorteile sind da doch schon gegeben und auch, wie gesagt, auf einer ganz persönlichen Ebene. Und es entschuldigt sich auch. Wenn es mal einen Fehler gemacht hat, entschuldigt es sich und liefert sozusagen eine neue Version, eine neue Variante. Die Anwendungsbeispiele für Lehrer sind auch breit: Vorbereitung des Unterrichts. Man kann sozusagen den Unterricht dann auch gezielt mit Themen bestücken, ein Quiz machen, ja, Beispiele, Analogien sozusagen sich von der ChatGPT erarbeiten lassen, Texte können vorab korrigiert werden von der ChatGPT, dass der Lehrer sozusagen sich nicht mehr so intensiv damit auseinandersetzen muss. Und in der Tat besteht die Gefahr, dass da vielleicht der Lehrer nicht irgendwann überflüssig ist, aber aufgrund des Lehrermangels können wir das vielleicht auch als Segen sehen, aber dass viele Bereiche des Arbeitsspektrums des Lehrers sozusagen von der ChatGPT übernommen werden können. Ein Punkt, der ganz wichtig ist und der da jetzt auch nicht aus dem Fokus geraten darf, ist, dass die Selbstmotivation der Schüler natürlich erhalten bleiben muss. Also es muss so sein, dass ich selber mich einem Thema widme und jetzt nicht ganz einfach sage, liebe ChatGPT, jetzt erstell mir einen Text, beispielsweise zum „Osterspaziergang“, und den unkritisch übernehme und dann abdrucke, weil es ist so, dass eben diejenigen, die sich dann mit dieser Fragestellung auseinandersetzen, bekommen vielleicht eine schlechte Zensur, und andere geben dann halt eine super Hausarbeit ab und werden da mit einer guten Zensur sozusagen belohnt dafür. Das ist die Herausforderung insbesondere für die Lehrer, da genau zu prüfen, die Motivation der Schüler einfach auch noch mal herauszukitzeln, dass sie sagen, ja, ich nehme es beispielsweise als zusätzliches Tool, aber nicht, indem ich das unkritisch abnehme oder übernehme, und, ganz wichtig, die Fähigkeit zum kritischen Hinterfragen, ich sagte es eingangs. Ich habe, werte Kollegen, einmal dieses Flussüberquerungsrätsel gemacht. Das werden Sie vielleicht kennen von Kindergeburtstagen. Ein Mann steht an einem Flussufer mit einer Ziege und einem Wolf und einem Kohlkopf. Und er muss jetzt diese Tiere und den Kohlkopf auf die andere Seite des Flussufers bringen, kann aber immer nur ein Tier mitnehmen. Hochinteressant! ChatGPT hat da übrigens einen Fehler gemacht. ChatGPT hätte jetzt den Wolf und die Ziege an dem Flussufer zurückgelassen. Was dann passiert wäre, ist klar: Der Wolf hätte die Ziege gefressen. Also insofern macht auch diese ChatGPT Fehler. Und das war interessant, das mal zu sehen. Wenn man ihm das aber sagt, korrigiere das noch bitte, dann wird das, erkennt er den Fehler und dann wird sozusagen dort auch dieses Rätsel dann richtig gelöst. Also noch mal abschließend, wir müssen tatsächlich schauen, die Chancen sehen, die Risiken sehen. Ich hätte mir gewünscht, wie gesagt, dass wir da schon viel weiter sind als Landesregierung, als Bildungsministerium. Wir brauchen gut ausgebildete Lehrer, das ist natürlich auch selbstverständlich, die dann auch mit diesen Dingen umgehen können. Und wir müssen einfach uns vergegenwärtigen, dass diese ChatGPT jetzt keine Suchmaschine ist, wo man einfach jetzt irgendwas rein- oder rein eintippt und das dann sucht, sondern ein einfacher Textgenerator, der auf statistischer Basis einfach Wörter aneinanderreiht. Und man muss immer – das ist ja diese, die Philosophie der Aufklärung, die Kantʼsche Maxime „Wage es, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ –, und das ist ganz wichtig für unsere Schüler, für unsere Lehrer, kritisch die Dinge hinterfragen. Aber wir als AfD-Fraktion sehen diese ChatGPT, diese Entwicklung durchaus als Fortschritt und werden uns dieser Entwicklung nicht verschließen. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, werte Kollegen! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)

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