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Simone Oldenburg

14.07.2023 Sitzungen 8/61

Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Was haben wir uns gequält mit dem Rechenschieber! Und was für eine kleine Revolution, als 1984 der SR1 den Rechenschieber ablöste. Der Schulrechner wurde 1979 in verschiedenen Klassen getestet, bevor er 1984/1985 landesweit im Unterricht eingesetzt wurde, und er hält bis heute. In der Bundesrepublik wurde der erste elektronische Taschenrechner bereits 1975 eingeführt. Ob der noch hält, das weiß ich nicht. Wie groß war damals auch die Angst der Eltern, dass ihre Kinder nun nicht mehr im Kopf rechnen müssten, sondern ihre natürliche Intelligenz durch diese neue Künstliche Intelligenz ersetzt werden könnte? Tests und wissenschaftliche Untersuchungen haben bestätigt, dass diese Angst überhaupt nicht begründet ist, sondern sie testierten, dass es den Schülerinnen und Schülern nun besser gelang, Aufgaben schneller zu lösen. Heute sind Taschenrechner nicht mehr wegzudenken. Sie haben ihren Platz gefunden. Wichtig war damals und ist es auch heute, dass Neues immer wissenschaftlich begleitet wird, dass umfassend über Grenzen und Möglichkeiten von allem Neuen aufgeklärt wird, um Überforderung und auch Verteufelung zu vermeiden. Nur so kann man Akzeptanz und Vertrauen in die Nutzung der Künstlichen Intelligenz fördern. Den Lehrkräften muss also Handwerkszeug in Form von themenbezogenen Informationen zur Verfügung gestellt werden und sie benötigen einen Zugang zur Fortbildungsplattform. Unser medienpädagogisches Zentrum hat frühzeitig auf diesen Hype um KI reagiert, Webseminare und itslearning-Kurse angeboten. Sehr geehrte Damen und Herren, niemals wird die Künstliche Intelligenz die Lehrkraft hundertprozentig ersetzen, denn jeder von uns weiß, dass Bildung, Förderung und Erziehung niemals ohne Begegnung, ohne Kommunikation, ohne den Menschen gelingen kann. Deshalb ist es so enorm wichtig, die Lehrerinnen und Lehrer zu begleiten, einen Austausch zwischen Wissenschaft, Schule und Wirtschaft zu initiieren. So können wir immer am Puls der Zeit sein und zügig auf aktuelle Entwicklungen reagieren und auch in den Unterricht integrieren. Das kann in Mecklenburg-Vorpommern sehr gut gelingen, denn wir sind das einzige Bundesland, das das Fach Informatik und Medienbildung als Pflichtfach ab der Jahrgangsstufe 5 unterrichtet. (Torsten Koplin, DIE LINKE: Hört, hört!) Sehr geehrte Damen und Herren, welche Chancen bietet und welche Risiken birgt die Künstliche Intelligenz? Ich zitiere: „KI kann das Lernen an die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Schüler anpassen. KI-gesteuerte Lernplattformen können den Fortschritt der Schüler verfolgen und automatisch anpassen. Lehrkräfte können KI-Tools verwenden, um ihre Unterrichtsvorbereitung zu optimieren. KI kann interaktive Lernumgebungen schaffen, in denen Schüler kritisches Denken und Problemlösungsfähigkeiten entwickeln können. Die Grenzen des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz im Unterricht sollten sorgfältig festgelegt werden, um sicherzustellen, dass ethische und pädagogische Standards eingehalten werden. Es ist wichtig, dass angemessene Datenschutzrichtlinien und Datenschutzmaßnahmen vorhanden sind, um die Privatsphäre der Schüler zu schützen. KI-Systeme sollten transparent sein und nachvollziehbare Entscheidungen treffen. Es sollte klar sein, wie sie funktionieren, welche Daten sie verwenden und welche Algorithmen angewendet werden.“ Ende des Zitats. Sie haben gemerkt, eins kann KI noch nicht: Sie kann nicht gendern. (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der AfD – Zuruf von Martin Schmidt, AfD) Die eben von mir zitierten Grenzen, Vorteile und Forderungen zum sinnvollen Einsatz der KI im Unterricht hat ChatGPT selbst zusammengestellt, und das ohne einen einzigen orthografischen Fehler. Es war beeindruckend. Die Künstliche Intelligenz kann den Unterricht, kann die Bildung bereichern. Es kommt auf die Dosis, auf die Anwendung und auf klare Regeln an, so wie vor fast 40 Jahren bei der Einführung des Taschenrechners. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

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