Enrico Schult
… dass die Opposition dem nicht zugestimmt hätte im Bildungsausschuss. Das ist falsch. Wir haben, wie gesagt, dem Paragrafen 7c zugestimmt, haben aber Paragraf 7d nicht zugestimmt, weil wir die Schülerkostensätze an einigen Stellen sozusagen nicht angemessen berücksichtigt sehen. Sie sprachen davon, dass Sie unterwegs waren mit dem Schiff. Das war wohl auch sehr schön, Sie haben ja dabei geschmunzelt. Wir als AfD waren nicht unterwegs mit dem Schiff. Wir haben allerdings Gespräche geführt mit Schulleitern, (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der SPD) insbesondere auch der freien Schulen, und daher hat uns das sozusagen zu unserer Entscheidung geführt, eben im Bildungsausschuss so zu stimmen. Der eigentliche Grund, weshalb ich hier vorne stehe, ist aber noch mal, um die Thematik Seiteneinsteiger sozusagen aufzugreifen. Sie sagten, an den freien Schulen sind sehr viele Seiteneinsteiger auch beschäftigt. Das ist in der Tat so. Die bekommen aber nur 85 Prozent der Personalkosten erstattet. Wir haben selber viele Seiteneinsteiger an den staatlichen Schulen. Das bedeutet ja, dass es schwieriger wird, ohnehin schwieriger wird, jetzt Seiteneinsteiger zu gewinnen, wenn das Land Mecklenburg-Vorpommern, das Bildungsministerium schon massiv wirbt um Seiteneinsteiger, denn es ist, wie gesagt, für die freien Schulen schwieriger, dort noch welche zu finden. Und zur Wahrheit gehört auch dazu, Herr Butzki, Sie sind ja selber Schulleiter, dass, wenn man einen Seiteneinsteiger gewonnen hat an der Schule, dann möchte man ja auch, dass der unterrichtet. Dann kommt dazu, dann muss der noch qualifiziert werden, dann geht es ja noch digital und so weiter. Sie sagen, das funktioniert alles ganz gut, aber meine Erfahrung in Gesprächen mit Schulleitern in staatlichen Schulen ist, dass sie natürlich jetzt, wenn sie den haben, der soll vor der Klasse stehen, dass der Unterrichtsausfall minimiert wird. Und das ist ja ein Dilemma, vor dem wir stehen, dass wir gar nicht die Zeit haben, diese Seiteneinsteiger entsprechend zu schulen und auszubilden. Und wenn ich sage, zwei Drittel oder ein Drittel der neu eingestellten Lehrer sind mittlerweile Seiteneinsteiger, sind wir da auf einem unguten Weg. Und noch mal zum Abschluss: Ich habe nicht die Qualifikation jeglicher Seiteneinsteiger infrage gestellt, aber wenn es heißt, man braucht nur eine abgeschlossene Berufsausbildung und drei Jahre Berufserfahrung, egal, in welchem Beruf, und soll sich dann als Lehrer versuchen, dann, meine ich, ist das eine Kapitulation des Bildungsministeriums und der Landesregierung. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)
