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Dr. Till Backhaus

16.06.2023 Sitzungen 8/57

Ich bin hier jetzt, sehr geehrte Frau Präsidentin, auf ein zweistündiges Referat vorbereitet. Aber ich fand es richtig schön, dass Sie das Thema mal wieder auf die Tagesordnung gesetzt haben. Albert Einstein soll ja gesagt haben – ganz so stimmt es nicht –, stirbt die Biene, stirbt der Mensch, aber Fakt ist eins, ohne unsere Bienen, ob das nun die Honigbiene ist oder die Wildbiene, für uns sind sie von einem unfassbaren Wert. Allein in Deutschland ist der Wert der Leistungen, die nur in Deutschland allein durch die Bienen erbracht werden, über 2 Milliarden. Ich sage mal, da verneige ich mich wirklich vor den Bienen, ausdrücklich. Und ich glaube, dass wir auch in den letzten Jahren sehr viel auf den Weg gebracht haben. Sie haben es dankenswerterweise angedeutet. Das hat im Übrigen auch dazu geführt, dass es eine Zunahme der Imkerinnen und Imker gibt und im Übrigen auch sehr stark Imkerinnen oder auch junge Leute. Wir haben mittlerweile in den letzten fünf Jahren eine Steigerung von über 25 Prozent. Das heißt, wir haben zurzeit in Mecklenburg-Vorpommern 3.000 Imkerinnen und Imker und wir haben tatsächlich auch 3.000 Bienenvölker. Und wenn man insgesamt sich die Lage anschaut, dann wird der Honig knapp im Übrigen. Der Honig ist knapp aus Deutschland, und ich kann nur jedem Verbraucher, jeder Verbraucherin empfehlen, sich jetzt mit Honig einzudecken und insbesondere aus deutschen Landen den Honig zu nutzen. Und ich glaube, man darf an dieser Stelle auch mal sagen, was hier im Ehrenamt geleistet wird von den Imkerinnen und Imkern, Torsten Ellmann, im Übrigen der Bundesvorsitzende der Imkerschaft, ich glaube, Sie haben ihn auch erlebt mehrfach schon, für mich ein profunder Kenner der Materie. Dass er zum Bundesvorsitzenden gewählt worden ist, das hat mich total gefreut. (Sandy van Baal, FDP: Uns auch.) Und damit haben wir in Mecklenburg-Vorpommern deutschlandweit das Aushängeschild der Imkerschaft auch wirklich gewürdigt. Und das Gleiche, glaube ich, gilt für Carsten Fischer, der im Übrigen ja auch hier eine hervorragende Arbeit leistet. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, FDP, Dirk Bruhn, DIE LINKE, und Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ja, vielen Dank! Sie haben ja die Zucht angesprochen. Ich will nur kurz darauf noch mal hinweisen, unser Ziel ist es ja, gesunde, im Übrigen sehr leistungsfähige und sanftmütige … (Heiterkeit bei Horst Förster, AfD: Oh!) Darauf lege ich großen Wert, denn wenn man sich damit beschäftigt und dann auch Sorge hat, dass man gestochen wird, ich kann Ihnen nur eins sagen, wir haben zu Hause mittlerweile drei Bienenvölker und ich arbeite ohne Schutz, ohne alles, wenn ich denn daran mal mitwirke, und mich hat bis heute keine von unseren Bienen gestochen. Insofern sind diese wichtigen Eigenschaften, gerade in der Zucht der Buckfastimker und -imkerinnen, aber auch der Carnicaimkerinnen und -imker, wirklich eine wahnsinnig tolle Leistung. Sie prüfen unsere Völker. Nicht umsonst werden ja hier in Größenordnungen Königinnen aus Mecklenburg-Vorpommern verkauft. (Jens-Holger Schneider, AfD: 30.000! 30.000!) Das ist mittlerweile ein Schlager geworden, weil sie eben diese Eigenschaften haben, geringe Schwarmneigung, Widerstandsfähigkeit gegen Parasiten und Krankheiten. Das haben Sie sicherlich alles auch in unserem Bienenzuchtzentrum in Bantin mal zur Kenntnis genommen. Und insofern will ich mal ausdrücklich sagen, ja, Bantin fördern wir. Das ist tatsächlich eine institutionelle Förderung. Dafür habe ich mich auch immer geradegemacht. Ich bin auch meiner Fraktion dankbar in den letzten Jahren, dass es immer unterstützt worden ist, immerhin ja mit einem Jahresbudget von 315.700 Euro. Und ich kann es wirklich jedem empfehlen, sich nicht nur das Bienenzuchtzentrum anzuschauen, (Thomas Krüger, SPD: So ist es.) sondern auch den Bienenweidegarten, der da angelegt worden ist, mit allem, was dazugehört. Im Übrigen haben wir auch über LEADER in der letzten Legislaturperiode – meine Fraktion wird sich daran erinnern – und dann auch im Übrigen über den Strategiefonds den Ausbau und Umbau des Bienenzuchtzentrums gefördert. Und ich glaube, dass das auch insgesamt eine gute Sache ist. Ich will auch noch mal die Berufsimker angesprochen haben, die ja dann in der Regel mit der Buckfastbiene arbeiten. Immerhin haben wir in Mecklenburg-Vorpommern auch diesen zweiten Verband, also Ehrenamtliche und die Hauptamtlichen, immerhin 32 sind da Mitglied im Buckfastimkerverband. Und ich finde schon, dass auch hier wirklich eine sehr wertvolle Arbeit geleistet wird. Und das Letzte, was ich auch unbedingt noch mal ansprechen möchte, wir haben natürlich von unserer Landschaft her hervorragende Grundvoraussetzungen mit unseren neuen Bienenbelegstellen. Auch das werden Sie sicherlich wahrgenommen haben. Insbesondere, was die Greifswalder Oie, den Dornbusch auf Hiddensee oder natürlich auch Mönchgut auf Rügen betrifft, haben wir natürlich hervorragende Grundvoraussetzungen, um damit eine sehr, sehr gute Zuchtentwicklung in diesem Lande zu etablieren und zu stabilisieren. Und auch dies fördern wir, was die Zucht anbetrifft, mit zusätzlichen 15.000 Euro. Und das Letzte in dem Zusammenhang ist natürlich auch die Förderung. Ich kann nur jeden, der sich mit der Biene auseinandersetzt oder den Bienen, auch noch mal an die Hand geben, dass wir die investive Förderung begleiten, das heißt, die Erstausstattung, das heißt also, die Arbeits- und Gesundheitsschutzeinrichtungen, aber natürlich auch die Bienenbeuten gehören dazu, die wir fördern, aber auch die Honigschleudern und Rührgeräte und so, was alles dazugehört. Aber auch der Bienenlehrpfad und die Schaugärten, die wir quer durchs Land gefördert haben, sind eine tolle Sache. Und für mich ist auch, auch das will ich noch mal ausdrücklich sagen, was die Landwirtschaft anbetrifft – Sie haben recht, ich hatte seinerzeit mal ein neues Programm, deutschlandweit einmalig, die Bienenweide, auf den Weg gebracht. Die Landwirte mussten ja einen Vertrag mit dem Imker schließen, und das hat wirklich zu neuen, total neuen Effekten, nämlich in der Zusammenarbeit zwischen der Landwirtschaft und den Imkern, geführt. Darauf bin ich wirklich stolz, dass mittlerweile hier wirklich eine gute Zusammenarbeit existiert. Und das hat natürlich auch den Hintergrund mit unserer Mähwiesenstrategie gehabt, weil dafür die Landwirte ja vergütet worden sind. Aber auch die Gewässerrandstreifen und verschiedene andere Programme, die wir auf den Weg gebracht haben, wie gesagt, die 15 Programme, die wir jetzt anbieten, helfen dabei. Und insofern, glaube ich, darf man ausdrücklich sagen, die Bienen – und mich faszinieren sie schon, wenn man weiß, dass es über 500 verschiedene Arten auf dieser Welt gibt und wir uns hier im Wesentlichen oftmals nur mit fünf verschiedenen Arten in Deutschland befassen, dann ist das wirklich eine Aufgabe, was die Artenvielfalt anbetrifft –, das ist ein Synonym. Geht es der Artenvielfalt gut, geht es diesem Planeten gut, und es geht am Ende auch den Menschen gut. Und insofern ist für mich das ganze Thema Biene ein Synonym für die Artenvielfalt. Und deswegen kann man die Bienen, dieses fleißige Völkchen, im Durchschnitt mit 16.000 Bienen aktuell pro Volk, einfach nur bewundern. Warum können die sich vertragen auf engstem Raum? Warum schaffen wir Menschen das nicht auf diesem Planeten? – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der SPD, Henning Foerster, DIE LINKE, und Sandy van Baal, FDP)

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