Enrico Schult
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ja, die Ausführungen haben mich darin bestärkt, dass wir hier den richtigen Antrag eingebracht haben. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Sie sind sozusagen unserem Antrag ausgewichen, haben sich auf Nebenkriegsschauplätzen getummelt, und wir alle wissen, dass wir tatsächlich da Handlungsbedarf haben. Ich zitiere auch noch mal oder ich möchte auch noch mal auf die Zahlen eingehen: Bis 2030 fehlen 7.000 Lehrer. Diese Zahlen, die wir reingeschrieben haben, haben Sie jetzt infrage gestellt. Das ist nicht der Fall oder das ist falsch. Wir haben diese Zahlen recherchiert. Und, Frau Martin, wenn wirklich alles so toll wäre, dann müsste man doch nicht als Bildungsministerium jetzt die Eltern anschreiben. Und ich habe da gestern schon mal drüber gesprochen. Die Eltern werden jetzt in diesem Bundesland angeschrieben, ob sie sich vorstellen könnten, Lehrer zu machen, als Seiteneinsteiger irgendwie in das Lehramt oder in den Lehrerberuf zu wechseln. Das ist doch absurd, das ist doch hanebüchen, dass wir die Eltern anschreiben müssen! (Zuruf von Christian Albrecht, DIE LINKE) Gestern war eine Fachtagung, da ging es darum: „… der Fachkräftemangel stellt aber auch uns vor besondere Herausforderungen“, schreibt das Bildungsministerium da die Eltern an, und melden sie sich doch bitte am Donnerstag in Güstrow und vielleicht wollen sie da Lehrer im Seiteneinstieg werden. Es ist doch absurd! Und Sie stellen sich hin und sagen, es ist alles toll und wir sind auf einem guten Weg! Es ist in der Tat so, dass wir natürlich mit einer pädagogischen Hochschule nicht den aktuellen Lehrermangel sofort bekämpfen könnten und beheben können, das ist richtig. Aber wir müssen doch perspektivisch denken, und wir sehen doch, dass gerade bei diesen hohen Abbrecherquoten, dass dort ein Erfordernis da ist, dass wir über diesen Punkt „Pädagogische Hochschule“ offen und objektiv reden müssen. Und das ist ja nur das, was wir hier gefordert haben, werte Kollegen. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Und auch Frau Hoffmeister, die das ja irgendwo auch ins Lächerliche gezogen hat, ja, wollen wir nun eine pädagogische Hochschule oder wollen wir sie nicht, wollen wir sie für die Landeskinder oder wollen wir sie im norddeutschen Verbund – ja, das sind doch alles Fragen, die kann man erörtern in einer Machbarkeitsstudie. (Petra Federau, AfD: Genau. – Zuruf von Wolfgang Waldmüller, CDU) Da ist auch nichts in Stein gemeißelt. Aber mit solchen Dingen müssen wir uns doch auseinandersetzen. Aber es zeigt mir wieder mal, dass Sie hier keine vernünftigen Argumente vorbringen konnten gegen diesen Antrag, (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) denn das, was Sie hier vorgebracht haben, waren irgendwie auch Scheingefechte oder Scheindebatten, die Sie geführt haben, weil in der Tat wissen Sie, dass es der richtige Weg ist. (Zurufe von Andreas Butzki, SPD, Dr. Anna-Konstanze Schröder, SPD, und Jutta Wegner, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Und ich sage das noch mal: Die Vorteile einer pädagogischen Hochschule … (Zuruf von Christian Albrecht, DIE LINKE) Hören Sie zu, dann können Sie noch was lernen, Herr Albrecht! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Christian Albrecht, DIE LINKE: Ja. – Glocke der Präsidentin) Die Vorteile einer pädagogischen Hochschule liegen auf der Hand, zum einen, weil Sie befürchteten, (Unruhe vonseiten der Fraktion der SPD – Zurufe von Andreas Butzki, SPD, und Henning Foerster, DIE LINKE) weil Sie befürchteten, dass die Landeskinder abwandern – ja, das könnte man natürlich eben auch verhindern, indem man sie einstellt, (Zuruf von Rainer Albrecht, SPD) indem man sie frühzeitig ins Beamtenverhältnis … (Zurufe von Andreas Butzki, SPD, und Martin Schmidt, AfD) Ich sage, Vorbild ist da die Polizei. (Andreas Butzki, SPD: Haben wir alles gemacht.) Das Lehramtsstudium wird dann schon vergütet, und dann bleiben sie hier, dann bleiben sie hier im Land und dann gehen sie nicht weg. Und die Ausbildung an den Universitäten kostet das Land doch auch viel, viel Geld. Also da jetzt zu sagen, das ist alles Quatsch und da wird Geld rausgeschmissen, ist doch absurd. (Heiterkeit bei Dr. Anna-Konstanze Schröder, SPD) Aber es muss doch in unserem Sinne sein, in unserem Interesse sein, diese Ausbildung, die wir dann den Lehramtsstudenten anbieten, dass wir dann auch was von diesen haben und die Lehrer hier im eigenen Land bleiben. (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) Noch mal: Ein weiterer Punkt ist, die MINT-Fächer, wir hätten endlich Lehrer, die auch in den MINT-Fächern unterrichten. Oftmals werden die Fächer Physik, Chemie, Bio gar nicht mehr unterrichtet, weil das irgendwie kompensiert wird mit Vertretungsunterricht. Und das ist ein großes Problem in diesem Land. Und wir hätten wirklich die besten Köpfe in der Hochschule oder in der pädagogischen Hochschule und könnten da eine Auswahl treffen an Lehramtsstudenten. Das würde auch nicht kollidieren mit den Universitäten im Land, das ist Quatsch. Das könnte man parallel sozusagen auch laufen lassen. Und ich möchte noch mal ganz kurz auf die Lehrerwerbekampagne eingehen, die Sie ja hier so überschwänglich gelobt haben. Es ist so, dass wir als Land Mecklenburg-Vorpommern da viel Geld ausgeben, 1 Million Euro im Jahr. Und die Effekte davon sind, ja, überschaubar. Frau Oldenburg zeichnet zweimal im Jahr eine große Werbeanzeige im „Blitz“. Da gehts aber nicht unbedingt um die Lehrkräfte, (Heiterkeit bei Petra Federau, AfD) da gehts darum, (Zuruf von Martin Schmidt, AfD) was sie alles für eine tolle Arbeit hier gemacht hat. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) 45.000 Euro, werte Kollegen, 45.000 Euro eine Anzeige! Das kann sich so ein Unternehmer, der nämlich die Steuergelder dafür bereitstellt, (Heiterkeit bei Daniel Seiffert, DIE LINKE) dass wir als Land hier 1 Million Euro in die Hand nehmen können (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) für die Lehrerwerbekampagne und für die Werbekampagnen des Landes, (Zuruf von Dr. Anna-Konstanze Schröder, SPD) das kann sich so ein Unternehmer, (Zuruf von Beatrix Hegenkötter, SPD) kann sich natürlich das nicht leisten. (Zuruf von Paul-Joachim Timm, AfD) Und das ist ja das, was wir kritisieren. (Zuruf von Beatrix Hegenkötter, SPD) Wir sind natürlich solide Haushälter, wir schauen, wo wir sparen können, und deshalb wollen wir nämlich eine Machbarkeitsstudie und einfach mal abwägen, wo bestehen denn die Möglichkeiten. (Zuruf von Dr. Anna-Konstanze Schröder, SPD) Denn dass Bedarf ist, das sehen wir alle, das sehen Sie auch, aber Sie haben natürlich jetzt hier wieder mit Scheinargumenten versucht, alles vom Tisch zu wischen. (Zurufe von Andreas Butzki, SPD, und Elke-Annette Schmidt, DIE LINKE) Na ja, das ist … Ich möchte ganz kurz noch mal, weil ja auch – ich hab noch zehn Sekunden –, das möchte ich, weil ja Referendare im ländlichen Raum war ja auch so ein ganz tolles Prestigeobjekt, was Sie angesprochen haben, Frau Ministerin Martin, was wirklich dann irgendwie auch erfolgreich ist: (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) Am 01.04.2022 haben sich drei Referendare im ländlichen Raum beworben, am 1. Oktober 2022 vier. (Zuruf von Jens-Holger Schneider, AfD) Und das wollen Sie uns hier …
