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Dirk Stamer

SPD 16.06.2023 Sitzungen 8/57

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Im vorliegenden Antrag fordern Sie die Gründung einer pädagogischen Hochschule in Mecklenburg-Vorpommern. Der Hintergrund des Antrages ist nicht neu, sondern seit längerer Zeit bekannt. In den kommenden Jahren werden viele Lehrerinnen und Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern in den wohlverdienten Ruhestand gehen, und die dadurch frei werdenden Stellen müssen natürlich neu besetzt werden. Es ist davon auszugehen, dass der größte Anteil der Lehrerinnen und Lehrer in den kommenden sieben bis zehn Jahren aus dem Schuldienst ausscheiden wird. (Jens-Holger Schneider, AfD: Aha!) Frau Martin hat ja ihre Zahlen an der Stelle schon mal korrigiert. Erfreulicherweise – und das gehört auch zur Wahrheit dazu – werden danach die Bedarfe selbstverständlich durch die Altersstruktur, die wir jetzt haben bei den Lehrerinnen und Lehrern, zurückgehen. Die Entwicklung stellt allerdings in der Tat eine Herausforderung dar, der wir uns selbstverständlich stellen. Und das tun wir auch schon seit einiger Zeit. Das wichtigste Ziel der bereits begonnenen beziehungsweise noch umzusetzenden Maßnahmen ist es, den Unterricht in der Primar- und Sekundarstufe an allen Schularten, insbesondere aber an den stärker betroffenen Regionalschulen sicherzustellen. (Beifall Dr. Anna-Konstanze Schröder, SPD) Das gilt insbesondere für die MINT-Fächer. Es kann aber grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass sich für alle Fächer mit einem hohen Stundenanteil – Deutsch, Englisch als Beispiel – große Bedarfe abzeichnen. Und diese Bedarfe gibt es auch in anderen deutschen Ländern. Und aus diesem Grund haben auch fast alle anderen deutschen Länder Werbemaßnahmen umgesetzt beziehungsweise planen diese, um Lehrerinnen und Lehrer für die jeweiligen Länder zu gewinnen. Und deshalb ist es auch nach unserer Auffassung wichtig, dass die Informations- und Marketingmaßnahmen dieses Landes hier nicht schlechtgeredet werden, ja?! Unsere Lehrerwerbekampagne funktioniert, muss weitergeführt werden, aber auch natürlich überarbeitet und optimiert werden. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat auch bereits viele weitere Maßnahmen zur Bekämpfung des Lehrkräftemangels auf den Weg gebracht. Ich möchte an der Stelle jetzt nur noch die nennen, die jetzt noch nicht angeklungen sind, beispielsweise das Programm „Schule in Mecklenburg-Vorpommern – Aufbruch 2030“, „Bildungspakt für Gute Schule 2030“, das 200-Millionen-Euro-Schulpaket, das 50-Millionen-Paket Bildung 2023. Dies alles und alle anderen Punkte, die bislang schon angeklungen sind, machen deutlich, dass wir uns des Problems a) sehr bewusst sind und b) sehr intensiv daran arbeiten, es zu beheben. Vor allem für die Stärkung der Ausbildung für das Lehramt an Grundschulen wurde in letzter Zeit viel getan aufgrund der abgeschlossenen Zielvereinbarungen. Die Aufnahmekapazitäten in den Lehramtsstudiengängen an der Universität Rostock wurden erweitert. In Greifswald wurde ein Modellstudiengang Grundschulpädagogik angesiedelt. Hiermit wurde auch dem Anliegen eines verstärkten, reflektierten Praxisbezuges entsprochen. Sie haben ja auch die Radisch-Studie angesprochen und die hohen Abbrecherquoten, die dort herausgearbeitet worden sind. In diesem Zusammenhang muss man auch sagen, hier hat das Land, aber auch die Hochschulen des Landes haben hier auch schon viel getan, um genau hier entgegenzuwirken. Maßnahmen an der Universität Rostock wurden ergriffen, beispielsweise zur Eignungsabklärung oder zur intensiveren Betreuung der Studierenden in den ersten Semestern. Sie sehen, es ist also schon eine Vielzahl von Maßnahmen auf den Weg gebracht worden, um einem Lehrermangel zu begegnen. Eine pädagogische Hochschule darüber hinaus halten wir nicht für notwendig. Die Gründung einer weiteren Hochschule wäre für das Land zudem mit zusätzlichen erheblichen dauerhaften Kosten verbunden. Aufgrund der angespannten Haushaltssituation halten wir es auch für sinnvoller, (Heiterkeit bei Jens-Holger Schneider, AfD) das bestehende System zu verbessern, als eine weitere Hochschule zu gründen, deren Effekte übrigens erst in vielen Jahren Wirkung zeigen würden. Das heißt, die Argumentation, dass man den aktuellen Lehrkräftemangel dadurch beheben könnte, ist an der Stelle auch nicht richtig. (Horst Förster, AfD. Man kann ja beides parallel machen.) Verantwortungsvoller Umgang mit den leider Gottes endlichen Ressourcen in diesem Land ist für uns sehr wichtig. Und deswegen finden wir, dass unser Weg, der auf Optimierung aus ist, günstiger und auch schneller ist. Und deswegen werden wir Ihren Antrag ablehnen. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

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