Dr. Harald Terpe
Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, das war ein wichtiger Beitrag, den die Kollegin Rahm-Präger eben abgeliefert hat hier, (Rainer Albrecht, SPD: Ja.) weil sie darauf hingewiesen hat, dass wir uns immer vor Augen führen müssen, dass die Zahlen, die hier drinstehen, mit den vielen Beschäftigten und auch der Wertschöpfung, die da ist, die Wichtigkeit der gesamten Branche Gesundheitswesen und Gesundheitswirtschaft widerspiegelt. Und es ist, glaube ich, völlig klar, dass diese Gesundheitswirtschaft, die hier angesprochen wird, auch mit dem Kuratorium – und zu BioCon Valley komme ich nachher noch –, nicht die Gesundheitspolitik als solche ersetzt. Die wird weitergemacht werden. Aber natürlich hat die Fokussierung in Mecklenburg-Vorpommern auf die Frage Gesundheitswirtschaft-Branchenkonferenz auch dazu beigetragen – so ist jedenfalls meine Interpretation –, dass die Ergebnisse der Enquete-Kommission, die sich ja speziell mit der Gesundheitspolitik beschäftigt hat, nicht, wie sonst Enquete-Kommissions-Ergebnisse auf die lange Bank vielleicht geschoben wurden oder auf eine längere Bank, sondern dass sozusagen die Fraktionen des Landtags sich verständigt hatten, diese Enquete-Kommissions-Ergebnisse schon in der nächsten Legislaturperiode möglichst umzusetzen. Wie weit wir da kommen werden, werden wir sehen. Aber auf jeden Fall gibt es einen Fokus auf Gesundheitswesen und Gesundheitswirtschaft, und das wird insofern zusammengedacht, weil die Rechtfertigung für jede Förderung, auch der wirtschaftlichen Aktivitäten – dazu gehört ja durchaus auch die Forschung mit, weil aus der Grundlagenforschung und Anwendungsforschung dann ja auch wirtschaftliche Translation entstehen soll –, weil dies nur die Rechtfertigung dadurch bekommt, dass wir etwas für die Patientinnen und Patienten im Land machen, also für unsere Bevölkerung. Und dieser Zweiklang ist das Entscheidende. Und ich habe die Rede von Frau Rahm-Präger in die Richtung verstanden, uns darauf hinzuweisen, dass das der eigentliche interne Zusammenhalt ist, der interne Motor ist und die interne Rechtfertigung. Und deswegen ist sozusagen natürlich diese große Zahl der Beschäftigten zu erklären und natürlich auch die Wertschöpfung, weil ein Teil dieser Wertschöpfung, und zwar ein nicht unerheblicher Teil der Wertschöpfung, durch das Gesundheitswesen, also einfach durch alle Arbeitskräfte, die Pflegerinnen und Pfleger, die Ärztinnen und Ärzte, die Apotheker und so weiter und so fort, die Ernährungswissenschaftler und vieles andere mehr, natürlich auch zu dieser Wertschöpfung beitragen. Aber das sind solidarische Kassenbeträge, die dort eingesetzt werden. Und seien wir doch mal ehrlich, was die Gesundheitswirtschaft selbst betrifft, also dieses, das Wirtschaftliche daran, da hoffen wir doch alle miteinander, dass wir das auch noch ausbauen, ja? Denn der Teil der Wertschöpfung, der wirklich durch die Gesundheits…, also durch den wirtschaftlichen Teil, Hilfsmittelherstellung, pharmazeutische Herstellung und so weiter, der ist gemessen an dem Gesamtteil natürlich geringer als das, was durch die Kassenbeiträge letztendlich refinanziert wird. Und diese Aufgabe hat sozusagen BioCon Valley. Zu Anfang ging es ja mit der Branchenkonferenz los und dann hat sich ja dieses Netzwerk sozusagen, das Dienstleistungsnetzwerk möchte ich es mal so nennen, für die Branchenkonferenz ja herausgebildet. Und wie das bei Netzwerken so ist, die fangen klein an und müssen wachsen. Das weiß jeder aus der biologischen Forschung, wenn man da Netzwerke macht, zu Anfang sind die ganz klein, und wenn die dann immer mehr werden, dann gibt es nachher ein, sagen wir mal, manchmal zunächst exponentielles Wachstum, bis man in so eine Steady-State-Phase kommt. Und das ist, glaube ich, der Erfolg auch dieser Idee einer Netzwerkbildungsstruktur, also diese GmbH, die sie jetzt ist, aufzusetzen, die eben nicht aus dem politischen Bereich heraus, als ein Ministerium heraus arbeiten muss, sondern in ihrer Art, Netzwerke zu bilden, natürlich eine größere Freiheit auch entwickelt und eine größere Möglichkeit, sich zu verbreiten. Und richtig ist, dass man so was natürlich, so ein Netzwerk auch wieder rückkoppelt. Frau Präger hat ja da erzählt, wie man sozusagen dann auch durch ehrenamtliche Expertengremien und wie auch immer dazu mehr Wissen anhäuft. Es ist so, dass jeder Zusätzliche, der da mitarbeitet, natürlich die Chance erhöht, dass das Netzwerk immer breiter wird. Und ich denke, dass mit dem Masterplan 2030 die Felder, die dort erarbeitet sind, eigentlich jetzt erst das sind, wo sozusagen diese gesamtgesundheitswirtschaftliche Angelegenheit, nämlich die Nachfrage nach Ergebnissen in der Hilfsmittelherstellung, in der Digitalisierung, in der Medikamentenherstellung, bei Stents, die wir gehabt haben, bei der Frage Künstlicher Intelligenz dann erst aufgesetzt wird. Und da sind wichtige Felder genannt worden. Wer hätte am Anfang der Branchenkonferenz gedacht, dass dann nachher irgendwann auch mal die Frage gestellt wird, was kann denn das zweite großartige und wichtige Standbein der Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern beitragen, nämlich die Ernährungswirtschaft, für die Gesundheit und dass die Gesundheit sozusagen ein Nachfragefeld ist für Veränderungen in der Ernährungswirtschaft. Und darauf kommt es doch an, auf dieses gegenseitige Befruchten und dass die Nachfrage für wirtschaftliche Entwicklung im Gesundheitssektor angeregt wird, entwickelt wird und möglichst erfolgreich entwickelt wird. Und ich wäre jetzt nicht genug Bündnisgrüner, wenn ich nicht auch sagen würde, dass da auch zusätzliche Felder noch dazukommen. Beispielsweise, wie ist es denn mit der Gesundheit und dem Wasser oder der Gesundheit und dem Klima? Auch solche Sachen müssen natürlich vorangebracht werden. Da ist, glaube ich, der Masterplan noch ein bisschen dünner aufgestellt, könnte man noch mehr machen. Aber insgesamt ist das tatsächlich eine Erfolgsgeschichte, und ich gratuliere auch BioCon Valley dafür, wie weit sie es gebracht haben. Und vielleicht müssen wir nachher noch mal auch darüber reden, ob nur eine institutionelle Förderung das richtige, der Anreiz, der richtige Anreiz ist oder ob man nicht auch sozusagen an eigene Erträge denken kann.
