Bettina Martin
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Ich habe mich zu Wort gemeldet, weil ich doch noch mal unterstreichen wollte für die Landesregierung, wie wichtig uns die Kombination von Gedenken und historischer Aufarbeitung, Forschung in diesem für uns so wichtigen Thema ist. Und weil das hier so ein bisschen durcheinanderging und so ein paar Ideen im Raum stehen, wollte ich doch noch mal betonen, für uns als Landesregierung, wie gesagt, ist einerseits das Thema Gedenken von größter Bedeutung. Die Gedenkstätten kennen Sie alle, die Ministerpräsidentin hat sie auch genannt: Schlagsdorf, ein wunderbarer Ort. Wir haben die Gedenkstätten, die Dokumentations- und Gedenkstätten. Und wir haben auch darüber hinaus den gesamten Forschungsbereich an der Universität, den Lehrstuhlinhaber Professor Dr. Creuzberger, der vor allen Dingen in der Diktaturforschung sehr stark arbeitet. Wir haben dort Diktaturforschung im deutschen Kontext, aber auch im osteuropäischen Kontext. Diese Schiene ist abgedeckt. Dort wird hervorragende Arbeit gemacht. Wir haben in Rostock die Dokumentations- und Gedenkstätte 2021 wiedereröffnet. Wir als Land sind in die Trägerschaft gegangen, haben dort Verantwortung übernommen. Diese Gedenkstätte wird in hervorragender Art und Weise angenommen. Ich werde dort am Freitag die Mitmachausstellung eröffnen. Das ist eine Ausstellung, wo vor ein paar Monaten die Mitbürgerinnen und Mitbürger in Mecklenburg-Vorpommern aufgefordert oder aufgerufen wurden, ob sie Dinge haben, die sie im Keller oder wo auch immer haben, aufbewahren, die an die Repressionen des DDR-Regimes erinnern, die sie sozusagen an ihre Familiengeschichte erinnern. Diese Gegenstände wurden an die Gedenkstätte ausgeliefert und dort wird es jetzt eine tolle Mitmachausstellung geben, die wir am 17. Juni zum Gedenken eröffnen und alle Menschen, Jung und Alt, einladen, sich dort auch mit dieser Geschichte, mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen. Diese Dokumentations- und Gedenkstätte, wie gesagt, wird in hervorragendem Maße angenommen. Und ich erwähne das auch deswegen, weil wir uns ja auch verabredet haben im Koalitionsvertrag, ein Arno-Esch-Zentrum voranzutreiben. Und das ist die eine Säule des Arno-Esch-Zentrums. Die andere Säule ist natürlich, dass der Bund die Stasiunterlagen dort in Rostock auch unterbringt. Dafür ist der Bund gerade auf Suche. Auch ich hatte ein Gespräch erst vor Kurzem mit Frau Titze vom Bundesarchiv und wir haben uns darüber unterhalten. Die Machbarkeitsstudie liegt wohl bald vor. Sie ist uns noch nicht bekannt, aber sie ist in den letzten Zügen, sage ich, der Erarbeitung. Das ist die zweite Säule des Arno-Esch-Zentrums. Und die dritte Säule ist die Forschungssäule. Insofern, auch da sind wir auf dem Weg, das ist auch Teil des Koalitionsvertrages. Das wollte ich noch mal betonen. (Torsten Renz, CDU: Was heißt das konkret?) Das heißt konkret, wir sind mittendrin. Ich habe es Ihnen gerade ganz konkret gesagt, drei Säulen sind in Arbeit und eine davon hat die Landesregierung bereits geliefert, nämlich die Gedenkstätte in Rostock. Wir sind in die Trägerschaft gegangen, wir haben geliefert, und die nächsten beiden Säulen werden im Moment abgearbeitet. Der Bund ist auf der Suche nach einem Standort, das wissen Sie. Das wurde hier auch schon erwähnt. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)
