Sabine Enseleit
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Mit der Expertise im Bereich Marketing ist es ja bekanntermaßen wie bei der Bildung: Jeder, der zur Schule gegangen ist, hat zur Diskussion etwas beizutragen. Und beim Marketing hat jeder eine Meinung, der schon mal irgendwo ein Plakat gesehen hat. Liebe Kolleginnen und Kollegen von der AfD, Sie sind nun also Marketingexperten und mixen in Ihrem Antrag munter durcheinander, vom neuen Messeauftritt über Printbroschüren und Branchenverzeichnisse, das alles im digitalen Zeitalter, bis hin zu TikTok und Discord. Bei diesem wilden Durcheinander wird allerdings nicht so ganz klar, wo Sie eigentlich hinwollen und welches Ziel Sie mit Ihren Maßnahmen verfolgen wollen. Das steht aber über jeder erfolgreichen Marketingkampagne, genauso wie eine aktuelle Ist- und Stärken-Schwächen-Analyse. Sicher ist es nicht verkehrt, nach einigen Jahren einer Kampagne einmal die Frage zu stellen, ob diese noch richtig ist und ob sich nicht vielleicht Ziele, Zielgruppen und Maßnahmen verschoben haben. Die Wirtschaft hat bereits klar dazu Stellung bezogen in den letzten Tagen. Das dürften Sie auch mitbekommen haben. Bevor Sie also einfach runterzählen, was Ihnen so einfällt, hätten Sie sich mal Gedanken machen sollen, wo Sie mit Ihrem Marketing eigentlich hinwollen! Sind wir noch das Land zum Leben und vor allem das Land zum Urlauben oder sollten wir nicht vielleicht einmal andere Schwerpunkte setzen? „M-V tut gut.“ – aber wem? Doch hoffentlich nicht nur kaufkräftigen Rentnern aus anderen Bundesländern, denn wir haben hier Universitäten und Forschungseinrichtungen, innovative Mittelständler und gute Rahmenbedingungen für Industrieansiedlungen durch Hafenanbindung, Flächenverfügbarkeit und vielleicht bald auch Energiesicherheit. Warum nutzen wir also diese Potenziale nicht stärker und stellen sie auch im Landesmarketing mehr heraus? Das könnte man in der Tat einmal überlegen, wenn wir doch immer gerade hier im Parlament beklagen, dass wir es nicht schaffen, Unternehmen anzusiedeln. Wie gesagt, die Wirtschaft hat ihre Kritik genau in diese Richtung geäußert. Warum also nicht einmal umdenken und es machen wie aktuell beispielsweise Baden-Württemberg mit der sehr erfolgreichen Kampagne „THE LÄND“, mit der sich das Land als führender Standort für Technologie und Innovation, aber auch als lebenswerter Ort mit hoher Lebensqualität und attraktiven Arbeitsmöglichkeiten präsentiert. Mit Ihren Printbroschüren und Branchenverzeichnissen schaffen Sie das sicher nicht, liebe Kolleginnen und Kollegen von der AfD, und wir werden Ihren Antrag darum ablehnen. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP)
