Dr. Till Backhaus
Gut. (Zuruf von Sebastian Ehlers, CDU) Für uns ist jedenfalls vollkommen klar, (Zuruf von Tilo Gundlack, SPD) das Zeitalter der fossilen, (Sebastian Ehlers, CDU: Herr Gundlack ist auch da.) der fossilen Rohstoffe wie Erdöl, Kohle und insbesondere auch Erdgas, ob das LNG ist oder wie auch immer, haben keine Zukunft. Ich sage das auch in aller Klarheit, auch in Anbetracht des heutigen Tages, wenn der Bundeswirtschafts- und Energie- und Klimaschutzminister hier sein wird, das werden wir dann ja heute auch noch diskutieren. Im Übrigen noch mal ausdrücklich, die globalen Klimaprobleme, für die sind die Menschen verantwortlich, und zwar nationenübergreifend auf diesem Planeten. Und in den nächsten Jahren ist alles vollkommen klar, und die Umweltministerkonferenz wird das heute zeigen, erhebliche Anstrengungen weiter zu unternehmen, um das 1,2-Grad-Ziel zu erreichen. Und deswegen ist für uns komplett klar, dass die Bioökonomie als solches und die -ökologie und die Verantwortung im sozialen Bereich damit als Transformation von einer marktwirtschaftlichen erdöl- und erdgasbasierten und kohlebasierten Strategie hin tatsächlich zu einer bioökologischen/-ökonomischen Strategie umgerüstet werden muss. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Sie ist aber nicht mehr marktwirtschaftlich. Haben Sie das extra weggelassen deswegen?) Und insofern ist auch vollkommen klar, dass damit der Erhalt der wichtigsten Naturgüter, nämlich des Trinkwassers, fruchtbarer Böden, der sauberen Luft, und letzten Endes damit auch der daraus basierten gesamten Produktionskette von Textilien über die Automobilindustrie bis hin zu den Lebensmitteln, vollkommen klar, im Übrigen auch die Arzneimittel, eine Riesenchance darstellt, davon zu lernen, von der Natur zu lernen und mit ihr sorgsam umzugehen. Und deswegen ist vollkommen klar, (Zuruf von Jutta Wegner, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) auch in dieser Frage, hier gilt das Kreislaufsystem und nichts anderes. Alles hat sich im Kreislauf zu regenerieren und letzten Endes damit auch zu Wertschöpfungsketten zu führen. Das ist im Übrigen noch mal eine Riesenchance, weil unsere universitären Einrichtungen, die außeruniversitären Einrichtungen – und im Übrigen bis hin zu den Einrichtungen, die wir nach Mecklenburg-Vorpommern geholt haben, ob es die Fachagentur ist oder ob es die Fraunhofer ist oder ob es die Leibniz-Einrichtungen sind –, wir haben in Mecklenburg-Vorpommern allen Grund, darauf stolz zu sein, dass wir diese wissenschaftlichen und wissensbasierten Einrichtungen haben, und daraus dann auch Produktionszyklen auf den Weg zu bringen, ist jetzt ein Riesenchance! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Mit der Bioökonomie – im Übrigen, die Erdwärme gehört auch dazu, haben wir gerade auch gesehen, auch dieses Projekt haben wir ja massiv begleitet –, mit der Bioökonomie ist ja eine moderne und nachhaltige Form des Wirtschaftens gemeint, die dann auch auf die effiziente Nutzung, auf die biologischen Ressourcen wie Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen abhebt und die es dann auch natürlich umsetzt. Und das heißt unterm Strich, Mecklenburg-Vorpommern den Stempel aufzudrücken, dass wir eine biobasierte und ökologisch/ökonomisch soziale, verantwortungsvolle Wirtschaft entwickeln und diesen Grundsätzen folgen, ist eine Riesenchance. (Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Damit hätte Mecklenburg-Vorpommern im Übrigen auch vor dem Hintergrund der Ressourcen, die wir hier nutzen können, tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal. Und insofern ist es auch klar, dass dieser Prozess auf alle industriellen und wirtschaftlichen Sektoren abheben muss und damit die Bereitstellung von Dienstleistungen und der Anwendung innovativer KI – Künstliche Intelligenz –, innovativer biologischer oder technologischer Kenntnisse, und natürlich dann auch diese Verfahren in diese Richtung auch umsetzen soll und muss. Ich habe ja bereits angesprochen, und es ist ja auch schon angedeutet worden, es geht um die Energiewirtschaft, es geht um die Land- und Forstwirtschaft, es geht um die Holz- und Papierindustrie, es geht um die Textilchemie, die Pharmaindustrie, die Automobilindustrie. Und deswegen, glaube ich, dass wir im Agrarbereich, im Lebensmittelbereich im Übrigen mit am weitesten sind, tatsächlich auch innerhalb von Deutschland, innerhalb von Mecklenburg-Vorpommern auf die Eigenversorgungssysteme zu setzen und dieses auch in Anbetracht der Krisensituationen, in denen wir uns befinden, nicht außer Acht zu lassen. Auch da der Appell auch an die GRÜNEN, Ihre Grundsätze, die Sie mal erarbeitet haben, wo ich große Hochachtung habe, die nicht gänzlich alle über Bord zu werfen. Ausdrücklich möchte ich das sagen. Und deswegen, glaube ich auch, brauchen wir neue Wachstumsimpulse, (Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) natürlich auch für die traditionellen Sektoren, beispielsweise natürlich der Rohstoff- und Lebensmittelsituation, der IT-Branche, Maschinen- und Anlagenbau, in der Automobil-, aber ganz extrem natürlich auch in der Umwelttechnologie. Und da sage ich auch noch mal ausdrücklich, dass unsere Universitäten, Hochschulen eine Riesenchance hier haben, sich einzubringen und diesen Cluster, von dem wir hier sprechen, gemeinsam den jetzt zu formieren und die Bioökonomie und -ökologie, die soziale Verantwortung so miteinander zu verknüpfen, dass daraus eine Exzellenzforschung und Entwicklung passiert. Das ist eine feste Überzeugung für dieses Bundesland, diesen Prozess voranzutreiben. Deutschland nimmt im Übrigen im Bereich der Bioökonomie und auch international eine Spitzenstellung ein. Auch das ist wichtig, denn die Definition umfasst ja für die Bioökonomie, „die Erzeugung, Erschließung und die Nutzung biologischer Ressourcen, Prozesse und Systeme, um Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in allen wirtschaftlichen Sektoren im Rahmen eines zukünftigen Wirtschaftssystems bereitzustellen“. Das ist für mich wirklich die Grundlage. Und insofern darf ich auch noch mal festhalten, für uns gilt, die sechs Hauptziele zu untersetzen: – bioökonomische Lösungen für die Nachhaltigkeitsagenda entwickeln, – Potenziale der Bioökonomie innerhalb der ökologischen Grenzen erkennen und diese erschließen, – biologisches Wissen erweitern und anwenden, – Ressourcenbasis der Wirtschaft nachhaltig ausrichten, – Deutschland, Mecklenburg-Vorpommern zu einem führenden Innovationsstandort der Bioökonomie, der -ökologie, der sozialen Verantwortung umzusetzen, – die Gesellschaft einbinden. Nicht über die Köpfe der Menschen hinweg! Das erleben wir ja bei bestimmten Gesetzen, die aus Berlin kommen. Ich sage mal, das Gebäudeenergiegesetz, das heute im Bundesrat ja sein wird, hat ja gezeigt, wie man hier Sachen auf den Weg bringt und die Menschen auf diese Reise nicht mitnimmt. Und das wirds mit uns nicht geben, auch das sage ich in aller Deutlichkeit, aber die Gesellschaft hier einzubinden, (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) die Gesellschaft hier einzubinden, nationale und internationale Kooperationen zu intensivieren. Und insofern möchte ich abschließend diese Querschnittsaufgabe der Bioökonomie auch noch mal unterstreichen. Mecklenburg-Vorpommern ist in dieser Frage, glaube ich, auf einem guten Weg. Als Schnittstelle verbindet Bioökonomie die Themen Energie, Biotechnologie, Medizintechnik sowie Maschinen- und Anlagenbau. Ebenfalls im Masterplan im Übrigen, der ist ja schon angesprochen worden, der Gesundheitswirtschaft ist es Bestandteil seit 22, also 2022, was die Bioökonomie anbetrifft. Und ich glaube, auch ausdrücklich sagen zu dürfen, dass die Hochschulen – ich habs ja schon angedeutet – und die Forschungseinrichtungen in einmaliger Weise dabei sind, auch diese große Wissensbasis für bioökonomische Innovation voranzutreiben. Und da will ich mal ausdrücklich den Masterstudiengang, der entwickelt wird gerade an der Hochschule Neubrandenburg, angesprochen haben, insbesondere, was die Umweltfragen der Bioökonomie anbetrifft, oder natürlich auch die Fragen, die im Leibniz-Institut oder für die Nutztierbiologie stattfinden, oder auch das Leibniz-Institut für Plasmaforschung, wo wir wirklich sehr weit vorne sind, oder ausdrücklich auch das Friedrich-Loeffler-Institut, das in Mecklenburg-Vorpommern durch mich auch mitangesiedelt worden ist auf der Insel Riems, oder auch das Julius Kühn-Institut, wo wir auch einen Standort haben, und die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe im Übrigen, die wir angesiedelt haben, oder natürlich auch das Kompetenzzentrum für Holz- und Waldwirtschaft. Insofern, glaube ich auch, das Zentrum für Biogene Wertschöpfung und Smart Farming ist ein Beispiel, wo wir gut vorangekommen sind, und dass wir im Übrigen auch das Innovationsbündnis in Mecklenburg-Vorpommern haben, das aus 85 Partnern der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Politik und der Gesellschaft besteht, ist einmalig in Deutschland. Insofern ist es auch wichtig, dass wir im Übrigen ein Bioökonomiezentrum in Anklam mit der Zuckerfabrik haben. Auch darum habe ich mich in den letzten Jahren intensiv bemüht. Ich sag mal ausdrücklich, wer mal in der Zuckerfabrik war und das sich angeschaut hat, das ist mittlerweile eine Bioraffinerie geworden. Andere Standorte der Zuckerwirtschaft im Übrigen sind auf diesen Prozess überhaupt nicht eingestellt gewesen. Und darauf bin ich auch stolz, dass wir das hinbekommen haben. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Wir haben dann abschließend Verbundverfahren auch über das Wirtschaftsministerium, bei dem ich mich auch ausdrücklich bedanken möchte, für die Forschungsinnovationsförderung bedanken möchte, FermMixDrink im Übrigen für die Braumanufaktur auf der Insel Rügen im Übrigen auf den Weg gebracht, oder dass insgesamt 29 Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in einer Höhe seit 2015 bis 22 in einer Größenordnung von 17.165.579 Euro gefördert wurden. Und wir gehen davon aus, dass die Gesundheitswirtschaft auch weiter gefördert wird. Selbstverständlich werden wir das auch umsetzen. Und insofern gehen wir davon aus, dass auch in den Haushaltsverhandlungen, die ja bevorstehen, auch Fragen des ZALF und andere mit gelöst werden müssen. Und ich bin abschließend noch mal der festen Überzeugung, dass dieser Prozess der Bioökonomie, der -ökologie und der sozialen Verantwortung ein Schwerpunktthema für das Land Mecklenburg-Vorpommern darstellt. – Herzlichen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)
