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Hannes Damm

GRÜNE 11.05.2023 Sitzungen 8/52

Es sind acht Minuten und zwei Kurzinterventionen und ... Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen der demokratischen Fraktionen! Ja, normalerweise rede ich vor der FDP, das ist wahrscheinlich auch deswegen so, weil ich sonst immer so viel von meinem Manuskript streichen muss, weil der Herr Wulff macht ja immer so gute Reden. Allerdings, in dem Fall, wissen Sie, die Greifswalderin, die Ave, die hat ja Gold gewonnen, die hat Gold gewonnen. (Zuruf von David Wulff, FDP) Ja, ja, die hat Gold gewonnen. Diese Klarstellung, glaube ich, die war noch wichtig. Ansonsten haben Sie recht, Sport ist vielseitig, Sport bringt Menschen zusammen und Sport repräsentiert Leistungssport, vereint diese Vielseitigkeit in einer ganz besonderen Weise. Wer den Leistungssport will, muss viele Stunden investieren. So sagt man, dass es 10.000 Stunden Training braucht, Arbeit an sich, physisch, psychisch, bis Sportler/-innen Weltklasse erreichen können. Und nicht jeder oder jede hat das Glück, in Reichweite einer zur eigenen Sportart passenden Sportschule zu leben. Deshalb sind die Internate der Sportschulen in unserem Land zentral, damit junge Leistungssportler/-innen ihrem Sport so intensiv nachgehen können und schließlich manche von ihnen auch den Weg zur Weltklasse finden. Wie schon erwähnt, 309 Plätze haben wir an den vier Internaten unserer Sportschulen im Land. Aktuell müssen die Eltern bis zu 620 Euro pro Monat zahlen, damit ihre Kinder ihren Sport auf höchstem Niveau weiter trainieren können. Und im neuen Schuljahr erhöht sich dieser Beitrag dann sogar noch auf bis zu 690 Euro, und das ist eindeutig zu teuer, besonders da das zugehörige Gesetz keine feste Summe vorsieht, sondern nur eine angemessene Höhe zur Elternbeteiligung. Und, meine lieben Kolleginnen und Kollegen, wenn Eltern 690 Euro im Monat für den Internatsbesuch an Sportschulen zahlen müssen, dann ist das meiner Meinung nach eben nicht mehr angemessen. (Beifall vonseiten Fraktionen der CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP) Und an dieser Stelle möchte ich mich auch bei der Regierung für die Zustimmung bedanken, also natürlich nicht per Handheben, weil das ist ja unüblich, (Heiterkeit vonseiten der Fraktionen der CDU und FDP) sondern inhaltlich, das wurde gesagt. Also man ist ja der Meinung, dass das tatsächlich ein Problem ist und dass man daran arbeiten muss. Dass dann aber dieser Antrag dann nicht mal, wahrscheinlich nicht mal in die Ausschüsse – da lasse ich mich aber gerne noch mal überraschen – überwiesen werden kann, ist dann schon doch schade. Und dass dann so was wie das Schüler-BAföG hier noch mal angeführt wird, was aus ganz anderen Gründen gewährt wird, ganz allgemein, um soziale, ja, soziale, finanzielle Härten abzufedern, an anderer Stelle für andere Menschen, eben nicht für die Internatsbeiträge, das ist, also finde ich, sozialpolitisch ziemlich schwach. Und gerade Familien sind natürlich finanziell eh schon stärker belastet als kinderlose, denn in der Zeit, in denen höhere Kosten schon uns alle hart treffen, wird dann für genau diese Familien zur traurigen Realität, dass sie gezwungen sein könnten, ihren Kindern die Chance auf Ausbildung an einer Sportschule zu verwehren, weil sie es eben finanziell nicht mehr stemmen können. In den anderen Bundesländern, neuen Bundesländern, beträgt der Elternbeitrag – das haben wir auch gehört – zwischen 250 und 364 Euro. Sie werden dort teilweise in Abhängigkeit vom Einkommen der Kinder erhoben, wie in Thüringen, dem Bundesland, in dem ich geboren bin. Soll das also jetzt der Ruf unseres Bundeslandes bei der Ausbildung von Spitzensportler/-innen sein, in M-V, da kann ja nur einer sein Kind auf ein Internat der Sportschule schicken, wenn er das nötige Kleingeld hat?! Wollen wir wirklich, dass wir in unserem Bundesland aufgrund des Einkommens der Eltern definieren, wer an das Internat kann und wer nicht? Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass das der Wunsch von irgendjemandem in diesem Parlament hier ist, aber das ist eben die Realität, meine Damen und Herren. Und da hilft es auch nicht, wenn man sagt, wir kennen das Problem, wir sind ja irgendwie dran. Da erscheint es mir wirklich eine angemessene Lösung, was wir in unserem Antrag auch vorschlagen, zunächst ein Jahr die Kosten für Eltern auf 280 Euro landesweit zu deckeln und dieses Jahr zu nutzen, in dem ein neues, tragbares Konzept für die Kostenbeteiligung erarbeitet wird. (allgemeine Unruhe)

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