Hannes Damm
Aber jedenfalls, was ich sagen wollte, es ist klug, sich Strategien zu machen, sich vorher hinzusetzen. An dieser Stelle muss ich allerdings sagen, sind Sie bisher auf dem Holzweg. Also machen Sie sich da gerne mal eine eigene Strategie. (Nikolaus Kramer, AfD: Aber den Holzweg kann man ja auch verbrennen.) Wir haben das getan, wir Bündnisgrüne haben 100- Prozent-Erneuerbaren-Studien gemacht für Mecklenburg-Vorpommern, da kommt natürlich selbstverständlich auch der Wasserstoff drin vor. Wir haben die veröffentlicht 2021, da war ich noch nicht im Parlament, sondern noch als Physiker unterwegs. Da kommen wir auf 6,8 Gigawatt Elektrolyseleistung, die wir in M-V gern installieren wollen. Wir haben dann in Ihrem Regierungsprogramm gelesen, Sie wollen 5 Gigawattstunden. Ist also schon ein guter Weg, würde ich sagen, sind Sie in der richtigen Richtung unterwegs. Wir nehmen auch zur Kenntnis, dass der Anteil am Bund damit, was der Bund plant, in seiner Wasserstoffstrategie sehr, sehr hoch ist. Das ist aber auch angemessen für Mecklenburg-Vorpommern, weil wir eben sehr viel erneuerbaren Strom haben. Den wollen wir aufwerten, davon wollen wir profitieren vor Ort, und genau deswegen braucht es eben die Elektrolyse. Außerdem hat die Vergangenheit gezeigt – der Herr Meyer hat das ja auch gesagt –, in Zukunft wird die Aufgabe sein, uns zu einem Verbrauchsland zu machen, denn da, wo die Energie ist, da war in der Vergangenheit auch immer die Wirtschaft und damit die Wertschöpfung bei der industriellen Revolution. Gut, da hat man Kohle genommen, war nicht die beste Entscheidung beziehungsweise ist inzwischen nicht mehr die beste Variante. Jetzt sind wir das, jetzt sind wir die Region, wo wir diese Erzeugung und dann auch den Verbrauch haben sollten, um davon zu profitieren. Und meiner Meinung nach kann M-V eben noch ein bisschen mehr drauflegen, weil, ich bin noch nicht da, dass wir in Größenordnungen importieren sollten. Das, was wir hier erzeugen können – mit Blick auf den Nutzen für unsere Menschen vor Ort –, sollten wir hier eben auch erzeugen. Am Ende muss das zusammengedacht werden. Da fällt ja jede Menge Abwärme noch an bei der Elektrolyse, auch das habe ich oben in meiner Rechnung noch gar nicht berücksichtigt. Also wenn man das noch im Fernwärmenetz einspeist, dann hat man dann noch einen größeren Nutzen auf diesem ganzen Weg. Die Veredelung, Methanisierung, Nutzung chemischer Grundstoffe, all das muss zusammengedacht werden. Auch diese Industrie verbraucht wieder Energie. Jetzt fängt meine Zeit wieder von vorne an, das ist ja super! (Schriftführerin Sandy van Baal: Ich rechne. – Beifall und Heiterkeit bei Constanze Oehlrich, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Und am Ende, dann lassen Sie mich einfach zum Ende kommen. Ihr Antrag, tja, wir halten nichts von solchen Anträgen. Natürlich haben wir auch schon 2020 die Forderung nach so einer Strategie erhoben. Wir sind seitdem zum Beispiel mit der IHK, aber auch mit anderen im Austausch dazu, Hochschule Stralsund zum Beispiel. Aber wenn hier einmal jemand auf dem Weg ist – die Landesregierung –, dann so einen Antrag zu stellen, das ist ziemlich lahm. Machen Sie sich doch mal einen eigenen Kopf! Fangen Sie doch mal an, ein bisschen vorausschauend zu denken, und dann kommen Sie mit einem Antrag, der so was dann realisiert hier im Landtag! (Zuruf vonseiten der Fraktion der AfD: Und wir sollen jetzt für die Regierung die Strategie aufstellen, ne?!) Herzlichen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
