Thore Stein
Ja, ich möchte auf diesen haarsträubenden Einwurf antworten, genau. (Heiterkeit bei Enrico Schult, AfD) Herr Damm, ich kenne jetzt das konkrete Beispiel, was Sie angesprochen haben, natürlich nicht. Es ist selbstverständlich immer eine sehr knifflige Frage, inwieweit man ein altes Gebäude energetisch ertüchtigen kann. Und selbstverständlich verträgt auch ein historisches Gebäude ein Mindestmaß an Dämmung, das ist gar keine Frage. Man muss aber immer, ich meine, Sie haben ja durchaus ein bisschen Ahnung von Physik, Stichwort „Bauphysik“, ja, es geht also bei einem Gebäude darum, wie heißt es so schön, ob es atmet. Natürlich geht es ja nicht um den Sauerstoffaustausch, sondern es geht da um den Feuchtetransport. Und im Regelfall sterben historische Gebäude dadurch, dass man sie in eine luftdichte beziehungsweise primär wasserdichte Hülle einpackt. Das sind nun mal heutige Dämmsysteme, … (Zuruf von Elke-Annette Schmidt, DIE LINKE) Doch, das machen heute noch leider viel zu viele Leute. … denn auch das ist ein Problem, die atmungsaktiven Dämmstoffe, die wir haben – da kommen wir ja am Freitag noch mal beim Stichwort „Bioökonomie“ dazu –, sind deutlich, deutlich teurer als alles das, was heutzutage konventionell verbaut wird. Und es ist nun mal so, dass viele, gerade Fachwerkbauten Dämmung nur in einem ganz begrenzten Maße vertragen, und dieses Maß liegt deutlich unter dem, was die Energieeinsparverordnung vorsieht. Jetzt ist es aber so, glücklicherweise sind ja denkmalgeschützte Gebäude von dieser Energieeinsparverordnung beziehungsweise dem neuen Gebäudeenergiegesetz ausgenommen, was auch sehr zu begrüßen ist, weil es fachlich auch absolut sinnvoll ist. Deswegen kann ich jetzt Ihr einzelnes Beispiel da überhaupt nicht bewerten, bin aber der festen Überzeugung, dass die entsprechende Fachbehörde das schon ganz genau abgewogen hat, denn ich bin auch Eigentümer eines denkmalgeschützten Gebäudes und weiß ganz genau, dass man sich da überhaupt nicht einer Dämmung in den Weg stellt, wenn sie fachlich sauber ausgeführt wird und auch begründbar ist. Also wir müssen uns jetzt mal Ihr Beispiel angucken, aber grundsätzlich zu sagen, dass das nicht möglich ist, ist natürlich auch nicht ganz richtig, um es freundlich auszudrücken. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)
