Jens-Holger Schneider
Vielen Dank für den Hinweis! (Julian Barlen, SPD: Um zu gucken, was er noch sagen könnte.) Nein, worum es mir geht – es ist gar nicht witzig gemeint –, es ist tatsächlich so, dass die Quantentechnologie, dass Quantencomputer, um das mal zu veranschaulichen, ein normaler Computer funktioniert nach einem binären System. 0 und 1 hat er in dem Zustand, Strom oder nicht Strom. Das kann man sich wie eine Münze vorstellen, die in die Luft geworfen wird, die kennt entweder Kopf oder Zahl. Das ist 0 oder 1. Bei dem Quantencomputer ist die Technologie so weit fortgeschritten, dass es so ist, dass die Münze sich dreht permanent und ich nicht weiß, welcher Zustand da ist, und ich im Prinzip unendlich viele Möglichkeiten habe, Zustände anzunehmen. Wer jetzt denkt, das ist Science-Fiction, das ist keine Science-Fiction. Es laufen Systeme, die sind tatsächlich implementiert. Die Amerikaner sind dort ganz weit vorne. Und wenn wir erst darüber reden, dann sind alle unsere Verschlüsselungssysteme, die wir bisher haben, die sind alle null und nichtig, die können wir alle dann vergessen. Beispielsweise ist es so, meine Verschlüsselung, die ganz normale herkömmliche Verschlüsselung, die sogenannte RSA-Technologie mit 2.048 Bit Zeichenlänge, da würde ein normaler Computer, selbst ein Supercomputer, um die 100.000 Jahre brauchen, das auszurechnen. Ein Quantencomputer schafft das bei einer bestimmten Leistungsfähigkeit innerhalb von wenigen Minuten. Daher wissen wir, dass VPN sinnlos werden, dass sämtliche Verschlüsselungen sinnlos werden, dass wir da Probleme haben. Und es gibt natürlich bis jetzt einfache Möglichkeiten, an die sich jeder halten sollte. Und das sollte man auch den Verwaltungen deutlich machen, das sollte man jeder Privatperson deutlich machen. Das sind hier simple Sachen: ein vernünftiges Passwortmanagement, ein vernünftiges Backup – ich habe mal irgendwo gelesen, kein Backup, kein Mitleid –, (Heiterkeit bei Petra Federau, AfD) Aktualisierung permanent auf dem Laufenden zu halten und sich darum zu kümmern, dass man eben Unbefugten den Zugriff verweigert, schlicht und ergreifend. Und diese Sachen sollten jedem ins Bewusstsein gerufen werden, denn es passiert jetzt mittlerweile Folgendes: Weil diese Quantentechnologie noch sehr herausfordernd ist, sehr teuer ist und bestimmte physikalische Möglichkeiten braucht, gibt es ein System, wo Kriminelle – der Minister hat darauf hingewiesen –, dass eben Daten abgegriffen werden. Das nennt man „Harvest now, decrypt later“, das heißt, es wird gesammelt, es wird geerntet quasi, und dann, wenn man die Technologie hat, wird das alles entschlüsselt. Da geht es um spezielle, ja, hoch geheime Daten, die beispielsweise abgegriffen werden. Und ich wollte damit deutlich machen, wie anfällig unsere Energieinfrastruktur ist, denn darauf ist noch gar nicht hingewiesen worden, vor welchen Herausforderungen wir stehen. Die Bundesregierung will, was die Quantensicherheit angeht oder vielmehr die Quantentechnologien angeht, 3 Milliarden Euro investieren. Das erscheint mir sinnvoll. Wenn wir allerdings die Quantentechnologie mit Künstlicher Intelligenz verbinden, was der nächste Schritt ist, dann haben wir neben dem Nutzen, den wir daraus ziehen, auch die gewaltige Herausforderung, dass wir eben auch vor enormen Sicherheitsherausforderungen stehen. Und ich sage das deshalb, diese Quantentechnologie, die wird in einem breiten Rahmen einsatzbereit sein in den nächsten zwei bis fünf Jahren. Und vor dem Hintergrund sollten wir uns auch jetzt schon Gedanken machen, wie wir das implementieren in die Sicherheitstechnologie, die wir jetzt schon haben, damit wir auch da die Entwicklung nicht verschlafen, sondern dass wir vielleicht da Vorreiter sind. Das werden wir mit unseren Universitäten, so, wie unsere Struktur der Hochschullandschaft ausgestaltet ist, derzeit nicht leisten können. Das heißt, wir sind in Mecklenburg-Vorpommern immer auf die Zusammenarbeit mit anderen Bundesländern, möglichst international angewiesen, aber dringend auch auf das, was uns der Bund an der Stelle zur Verfügung stellt. (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Und dass wir da alleine nicht vorwärtskommen, da sind wir dringend auf die Zusammenarbeit angewiesen, dass wir da an der Stelle weiterkommen. Ja, das ist das, was ich als Wasser in den Wein gießen musste. Und ich kann dieses positive Szenarium derzeit so nicht teilen, weil mir insbesondere diese Angriffsmöglichkeiten auf unsere Infrastruktur, was die Energieversorgung angeht, das bereitet mir echt Sorge. Das ist ein Punkt, da müssen wir dringend nachsteuern, (Zuruf von Jan-Phillip Tadsen, AfD) weil es eben relativ einfach ist. Und ich sage mal, jeder Mensch, der sich mit so was auskennt, der findet eben die Möglichkeiten. Und da müssen wir eben nachsteuern und da müssen wir eben auch die Unternehmen sensibilisieren. Da müssen wir auch unsere Verwaltung sensibilisieren, dass man eben nicht bestimmte unbekannte Mails anklickt. Man kann gar nicht oft genug darauf hinweisen, dass ein erhöhtes Sicherheitsrisiko für die Cybersicherheit eben auch vor dem Rechner sitzt und nicht unbedingt nur technisch bedingt ist, sondern dass wir die Menschen sensibilisieren müssen, welchen Schaden wir da anrichten können. Also an der Stelle, Thema der Aktuellen Stunde war unter anderem, warum wir dringend in IT-Sicherheit oder in Cybersicherheit investieren müssen. Da laufen Sie bei uns offene Türen ein und da werden wir uns bei den nächsten Haushaltsberatungen auch sinnvollen Möglichkeiten nicht verschließen, sondern im Gegenteil, genau da ein besonderes Augenmerk darauf richten, damit wir an der Stelle weiterkommen, damit wir gerade unsere kritische Infrastruktur – die Energieversorgung – besonders absichern, denn davon, da sind wir Vorreiter in ganz Deutschland, und das soll auch so bleiben und das soll am Ende des Tages nicht zu unserem Schaden reichen. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)
