Marc Reinhardt
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Kameradinnen und Kameraden, die im Saal sind! Es wird wohl nicht so oft vorkommen, dass ich in dieser Legislaturperiode noch sagen werde, der Ausführung der Bildungsministerin ist nicht so viel hinzuzufügen. Aber, liebe Simone Oldenburg, das hast du in der Tat getan. Ich hätte es vielleicht nicht so viel in rechtlicher Hinsicht gemacht, aber das hast du getan. (Ministerin Simone Oldenburg: Das liegt mir mehr.) Was? (Ministerin Simone Oldenburg: Das liegt mir mehr.) Ja, ich weiß. Ich weiß, dass dir das näherliegt, aber neben den rechtlichen Sachen sprechen natürlich auch noch ein paar ganz praktische Sachen gegen den Antrag, so, wie Sie ihn, Herr Schult von der AfD-Fraktion, heute gestellt haben. Ich finde es erst einmal gut, dass auch Sie jetzt mittlerweile auf den fahrenden Zug aufspringen und anerkennen, dass auch das Thema „Brand- und Katastrophenschutz“ durchaus ein Thema für die Schule, für den Wahlpflichtunterricht, für den Ganztagsunterricht ist. Nicht umsonst, die Bildungsministerin hat darüber gesprochen, haben wir seit 2019/2020 das Projekt an der Europaschule in Pasewalk „Feuerwehr macht Schule“. Es gibt viele andere Projekte, zum Beispiel auch über den Kreisfeuerwehrverband Mecklenburgische Seenplatte, (Andreas Butzki, SPD: Genau.) sehr geehrter Herr Butzki, was wir seit Jahren ja über den von uns allen geliebten Strategiefonds gefördert haben und wo ich davon ausgehe, dass du dich dafür einsetzt, dass das auch weiterhin unterstützt wird und bei uns im Kreis durchgeführt werden kann. Und es gibt zahlreiche andere Projekte von Feuerwehren vor Ort mit ihren Schulen. Was wir aber auch bedenken müssen, wir haben tatsächlich auch Orte, die haben keine Schulen, aber sie haben wohl eine Feuerwehr und auch eine Jugendfeuerwehr. Trotzdem, auch mal da aus der Praxis für die Praxis, gibt es auch da Kontakte zu den Schulen. Entweder vereinbart man sich, dass man einmal im Jahr – so machen wir das – einen Schnuppertag macht, wo sogar die Kindertagesstätten hinkommen und die Schulen hinkommen. Idealerweise macht man so was immer am Kindertag. Es gibt auch die Möglichkeit, dass öfter mal ein Kamerad, der dazu auch befähigt ist, in den Wahlpflichtunterricht geht und dort Sachen vorstellt oder sie im Rahmen des Wahlpflichtunterrichtes in die Feuerwehr kommen. Da ist allen Feuerwehren und allen Schulen freie Hand gelassen. Ich halte es auch für unsinnig, das zu verordnen und zu sagen, wir müssen das machen. Klar kann man sagen, wäre schön bei Feuerwehren, aber warum machen wir es nicht auch beim THW, beim DRK und bei vielen anderen Sachen. Es hängt natürlich vor Ort immer von handelnden Personen ab und so ist es auch mit der Truppmannausbildung in Pasewalk. Idealerweise hat man einen Lehrer, der in der Feuerwehr ist und zufälligerweise auch noch einen Ausbilderschein hat. (Zuruf von Ministerin Simone Oldenburg) Dann funktioniert das ganz gut. Das werden wir flächendeckend so nie hinbekommen. Deshalb kann man sicherlich Truppmann lernen. Die Prüfungen sollten idealerweise, weil es ja auch oft nicht nur Schüler betrifft – so wie mich, ich habe meine Truppmannausbildung mit 32 gemacht, insofern hätte mir das in der Schule dann ja nicht weitergeholfen –, glaube ich, dass so, wie wir auch immer wieder darauf hinweisen, dass wir Projekte vor Ort unterstützen, dass die Bürgermeister, dass die Wehrführer, dass die Feuerwehren auf Schulen, Kindertagesstätten zugehen. Alle wissen, wenn ein Blaulichtauto im Kindergarten oder in der Schule vorfährt, sind die Schüler und Kinder immer begeistert. Und wenn da noch andere was mit aufführen, in der Regel sind sie immer alle bei der Feuerwehr. Ich glaube, da sind wir gut aufgestellt. Was wir manchmal natürlich, was uns manchmal vor Ort fehlt, sind vielleicht tatsächlich Jugendfeuerwehrwarte, die die Ausbildung haben. Das ist etwas, das können wir aber nicht der Schule übertragen, da müssen wir in den Kreisfeuerwehrverbänden gucken. Wir müssen schauen, dass wir die Leute haben, die das auch hinbekommen. Und es ist natürlich auch immer eine zeitliche Komponente. Und dann zum Schluss vielleicht noch mal: Ich fand die Idee zunächst charmant zu sagen, er ist Mitglied in der Feuerwehr und wir vermerken das auf einem Zeugnis. Aber es ist in der Tat ein amtliches Dokument und man muss sich fragen, warum vermerken wir nicht, er ist Mitglied im THW, er ist Mitglied beim DRK, er ist Mitglied im Sportverein und, und, und. Ich glaube, das so isoliert zu betrachten, funktioniert nicht. Dafür gibt es ja dann auch die Bescheinigung und die Auszeichnung in der Feuerwehr oder auch in anderen Vereinen. Ich glaube, das ist gut und wir haben es ja in der Tat zusammen erlebt, wie sich auch Jugendfeuerwehrleute freuen, wenn sie dann für langjährige Mitgliedschaften oder für das Ablegen der Leistungsspange vor den Kameraden gewürdigt werden. Das ist immer gut, das soll ja auch weiterhin so stattfinden. Wir glauben aber, Ihr Antrag hilft dazu nicht weiter, und deshalb werden auch wir ihn ablehnen. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU, DIE LINKE und FDP)
