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Thore Stein

AfD 22.03.2023 Sitzungen 8/48

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kollegen! Herr Backhaus, Sie haben etwas bedauert, dass der Wolf hier in letzter Zeit nicht oft genug vorgekommen ist. Dann verspreche ich Ihnen hiermit, das werden wir gerne in den nächsten Jahren ändern, das ist gar kein Problem, wenn Sie das wünschen. Herr Backhaus, Sie haben eben noch einmal den Erfolg des Artenschutzes erwähnt und ein bisschen so getan, als hätten wir das gar nicht anerkannt. Im Gegenteil, ich habe das noch mal ganz klar herausgestellt: Selbstverständlich ist die Rückkehr des Wolfes und auch anderer Arten nach Deutschland ein Erfolg, den wir auch durchaus zu würdigen wissen, aber damit geht eben auch einher, dass die Grenzen anerkannt werden müssen. Und das verlange ich von Ihnen, dass Sie auch einfach mal sagen, ja, irgendwann ist auch mal Schluss und der Wolf kann sich nicht ungezügelt ausbreiten. Das wissen Sie auch und wahrscheinlich aus irgendwelchen Gründen sagen Sie es hier einfach nur nicht. Genauso wenig sind Sie eingegangen auf unseren Vorschlag, dass der Wolf Gebiete zugewiesen bekommt in Mecklenburg-Vorpommern, in Deutschland, wie auch immer Sie das lösen wollen geografisch, und in diesen Gebieten wird er in Ruhe gelassen, und sobald er aus diesen Gebieten herausdrängt, wird er eben bejagt. Und selbstverständlich werden wir diese Gebiete nie einhundertprozentig wolfsfrei bekommen – das hat Herr Lange eben versucht, irgendwie darzustellen, dass das ein Ding der Unmöglichkeit ist –, das ist richtig, aber wir werden die Wolfsdichte da drastisch runterfahren können und somit werden wir auch das Konfliktpotenzial runterfahren. Das ist ja überhaupt nicht abzustreiten. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Und dann kommen Sie mit den üblichen Ausflüchten bezüglich „guter Erhaltungszustand“, der sei gar nicht erreicht und er müsse erst in irgendwelchen Amtsstuben in Berlin festgestellt werden. Das wird in einem grünen Umweltministerium niemals passieren, das wissen wir beide. Und das wird auch in Brüssel nicht passieren, denn die sind noch realitätsfremder, als Berlin es ist. Und dann sagen Sie, wir müssen dem Wolf Regeln beibringen, dass der Wolf lernt, was er darf und was er nicht darf. Wie wollen Sie das machen? Eine Wolfschule gründen? Das ist doch völliger Blödsinn! Der Wolf ist ein Raubtier und dieses Raubtier ist genetisch darauf aus, Beute zu machen. Und das Raubtier – das hat Herr Lange eben richtig gesagt – ist ein Nahrungsopportunist, und er sucht sich eben die Beute aus, die für ihn am einfachsten ist. Das sind gegenwärtig noch recht hohe Wildbestände, das sind nur unzureichend geschützte Schafsherden, aber das werden irgendwann auch noch andere Beutetiere sein. Und wir haben mittlerweile die ersten Fälle, dass der Wolf in bewohnte Gebiete eindringt, dort in Kleintierhaltungen einbricht. Wir haben Fälle, dass der Wolf auf Hunde geht beim Spazierengehen oder auf Jagdhunde geht. Und wir haben mittlerweile auch Fälle, dass der Wolf mal neugierig guckt, wie es um den Menschen steht. (Zuruf von Sebastian Ehlers, CDU) Erst vor wenigen Wochen ist eine Radfahrerin in Niedersachsen von drei Wölfen verfolgt worden. Die haben sie zwar nicht angegriffen, aber diese Wölfe haben mal geguckt, was ist das eigentlich für ein Beutetier, was da unterwegs ist auf dem Fahrrad. Und diese Wölfe werden irgendwann auch mal auf den Trichter kommen, dass man die auch fressen kann. Denn nicht ohne Grund wurde der Wolf in ganz Europa vehement bejagt. Die Menschen haben damals nicht aus Jux und Tollerei Wölfe geschossen. Sie haben das getan, weil der Wolf a) eine Gefährdung für die Weidetierhaltung auch damals schon war und weil der Wolf auch eine Gefahr für die Menschen dargestellt hat. Und das ist nun mal, Sie haben ja eben von der Evolution gesprochen, das gehört auch zur Evolution dazu, dass sich die stärkere Art durchsetzt, und das sind nun mal wir und nicht die Wölfe. Und dann sprechen Sie davon, dass wir nur den Wolfsschutz, die Maßnahmen gegen den Wolf ausreichend erhöhen müssen. Sie waren sicherlich schon mal in Güstrow, haben da irgendeinen PR-Termin wahrgenommen. Haben Sie sich mal den wolfssicheren Zaun in Güstrow angeguckt, wie der aussieht? Und so ein Ding wollen Sie jetzt auf jede Weide stellen?! Was sollen denn die Wanderschäfer machen jeden Abend? Zwei Meter hohe Zäune aufbauen, unter Strom setzen? Das ist völlig realitätsfremd, und das wissen Sie auch selbst. Und, Herr Bruhn, Sie meinten, meine Zahlen zur Bestandsentwicklung seien Quatsch. Nein, sind sie nicht! Diese Zahlen habe ich abgeleitet aus offiziellen Zahlen des Ministeriums. Das Ministerium hat auf eine Kleine Anfrage die Entwicklung der Wolfsbestände in Mecklenburg-Vorpommern dargelegt und daraus habe ich einfach – aus dem Mittelwert der letzten Jahre – entnommen, dass wir eine Zuwachsrate von circa 30 Prozent haben. Und das sind ja nur die Zahlen des Ministeriums. Frau Schlupp sagte ja, wahrscheinlich sieht die Dunkelziffer noch ganz anders aus. Also unterstellen Sie mir bitte nicht, dass ich hier mit irgendwelchen falschen Zahlen agiere! Das sind die Zahlen Ihres Ministeriums. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Und ich glaube, ich glaube, es ist in dieser Debatte recht deutlich geworden, dass wir mit dem Anstieg der Wolfspopulation einen enormen Anstieg der Konflikte verzeichnen werden. Das sehen wir alleine schon an den Pressemeldungen der letzten zwei/drei Jahre. Das ist rasant noch nach oben gestiegen, gerade im Bereich Niedersachsen, also auch da, wo eine etwas dichtere Besiedlung ist. Mecklenburg-Vorpommern hat nun mal den – in dem Fall – Vorteil, dass wir es mit einer dünneren Besiedlung zu tun haben und somit natürlich die Konflikte aktuell noch nicht so stark sind. In Niedersachsen sieht das schon ganz anders aus. Ich erspare es mir jetzt hier, diese Liste vorzulesen, die ich mir ausdruckt habe, alleine mit den Meldungen aus dem Jahr 2023, das noch recht jung ist. Und all die Hinweise, dass wir doch nur ein wenig mehr Wolfsmonitoring bräuchten, dass wir nur mehr Akzeptanz bräuchten und dann würden wir diese Probleme lösen – das Einzige, was dieses Problem in Zukunft lösen wird, ist ein Kaliber 8 x 57, und das wissen Sie. (Heiterkeit bei Sandy van Baal, FDP) Wir werden den Wolf effektiv bejagen müssen, und das wird kommen wie das Amen in der Kirche. Ob Sie das noch erleben werden als Minister, das ist eine andere Frage, (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) aber es wird kommen in Deutschland, das verspreche ich Ihnen. – Danke! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)

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