Nikolaus Kramer
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister, vielen Dank! Es ist zum Teil recht faktenfern, was Sie hier erzählt haben von irgendwelchen Dingen, Staatsanwaltschaft, und der Wolf sei in Europa nicht bejagbar. In Finnland, Rumänien, Lettland, Estland, Litauen, selbst in Spanien, wo der Wolf die ganze Zeit geschützt ist, darf man jagen. Aber mir geht es auch darum: Unterhalten Sie sich mal mit Ihren Parteikollegen? Frau Hegenkötter, die hat jetzt gerade in Grimmen ein Wahlkreisbüro aufgemacht. Fragen Sie doch mal die Bevölkerung von Grimmen, am Süderholz! Die trauen sich ja abends nicht mehr spazieren zu gehen, die trauen sich nicht mehr, mit ihren Hunden Gassi zu gehen, die trauen sich nicht mehr, ihre Kinder abends draußen rumlaufen zu lassen, weil dort die Wölfe umherlaufen, und wir reden hier von Naturschutz. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Ach so, die Wölfe!) Das ist ja alles richtig und ist ja auch alles wichtig, gar keine Frage, aber fragen Sie doch mal Nationalparkranger! Die sagen, wir können nicht einfach so Arten hier wieder ansiedeln und dann die Natur sich selbst überlassen. Das funktioniert eben auch nicht, und da muss man doch auch irgendwo die Waage halten, Herr Minister. Und wenn Sie hier uns, wie gesagt, so faktenferne Dinge erzählen wie, dass die Staatsanwaltschaft um die Ecke käme, nähmen wir den Wolf ins Jagdregister auf – also ich bitte Sie, ganz ehrlich, Herr Minister.
