Dr. Till Backhaus
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe mich in den letzten Wochen und Monaten schon gefragt, was ist bloß mit dem Wolf los, (Sandy van Baal, FDP: Ja.) kommt kein Thema mehr auf. Sonst war in den vergangenen Legislaturperioden fast monatlich eine Sitzung zum Thema Wolf. (Thore Stein, AfD: Finden Sie das witzig?) Um den Wolf war es relativ ruhig geworden, aber er lebt noch, (Heiterkeit vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU und DIE LINKE) er lebt noch. (Unruhe vonseiten der Fraktionen der AfD und CDU) Und insofern, ich will das nicht ins Lächerliche ziehen hier, aber, Herr Stein, stellen Sie sich mal vor, die Evolution wäre andersrum gelaufen! Und auch an diejenigen mein Appell, die sich da so leichtfertig mal über ein Geschöpf äußern: Wir alle reden über eine Klimakrise, wir alle reden über eine Biodiversitätskrise, und auf der anderen Seite ist es ein artenschutzrechtlicher Erfolg – das will ich mal festhalten –, dass der Wolf auch in Deutschland wieder heimisch geworden ist. (Anne Shepley, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ganz genau so.) Das ist ein großer Erfolg. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Das Gleiche gilt im Übrigen für den Fischotter. Das gilt im Übrigen auch für andere Arten, die ich jetzt nicht näher erläutern möchte, weil ich meine Zeit einhalten möchte. (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Und auf der anderen Seite ist natürlich auch vollkommen klar, wir wollen eine regionale Landwirtschaft. Wir haben heute Morgen über die Tierhaltung in der Fläche gesprochen. Wir sind in Berlin, glaube ich, auf der Zielgeraden, was das Tierkennzeichnungsgesetz anbetrifft. Darüber freue ich mich wirklich sehr. Ich hoffe, dass das dann auch durchträgt in Berlin. Und dazu ist eben vollkommen klar, dass wir insbesondere die Weidehaltung oder die Auslaufhaltung auch mehr wollen. Und natürlich ist es auch so, dass wir in Mecklenburg-Vorpommern ein reichhaltiges Habitat haben. Im Übrigen, die Aussagen, die zum Teil auch immer wieder als Fake News oder wie auch immer durch die Gegend getragen werden, die Wildbestände massiv reduziert oder die Tierbestände, insbesondere im Schafbereich, seien hier massiv abgebaut worden, da kann ich Ihnen eins nur sagen, diese Aussagen stimmen so nicht. Und eine Bestandsreduktion oder eine Bestandsobergrenze aufgrund der Aussagen, die Sie hier getroffen haben – zum Glück leben wir in Europa in einem Rechtsstaat, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Europa ist jetzt aber kein Rechtsstaat.) und im Rechtsstaat gilt nun mal, dass dieser Wolf und diese Art einen besonderen Schutzstatus haben, und der gilt. Und solange der gute Erhaltungszustand nicht endgültig durch die Bundesregierung, und zwar über alle Ländergrenzen hinweg, durch die Bundesregierung gegenüber Brüssel erklärt ist, ist nur mit Ausnahmetatbeständen zu arbeiten. Und Frau von der Leyen – den Brief, wenn ich, den kenne ich im Übrigen, glaube ich, sinngemäß auch –, Frau von der Leyen hat recht, und genau das machen wir in diesem Bundesland. Im Übrigen werden bei uns, wenn Tiere, Wölfe verunfallen – wie viele waren es in diesem Jahr? Im letzten Jahr? Es waren insgesamt 19 im Übrigen, die verunfallt sind, oder davon fünf –, im Übrigen illegal getötet. Das nehme ich mal zur Kenntnis.
