Thomas Diener
Ja, sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, meine sehr verehrten Damen und Herren, gestatten Sie mir, eins vor die Klammer zu ziehen: Sehr geehrte Frau Schmidt, liebe Elke-Annette, ich nehme die Einladung sehr gerne an. (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU und Torsten Koplin, DIE LINKE: Ooh!) Und ich trinke vor allem dann den veganen Wein, (Heiterkeit vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und FDP) da sind die Insekten aus den Trauben rausgewaschen, aber na ja. Erst mal recht herzlichen Dank für die doch überaus sachliche – in weiten Teilen – Begründung! Ich hatte so ein bisschen erst gedacht, es wird nichts werden, aber früher hat man bei mir, oder die Lehrer haben zu mir gesagt, lesen hilft. (Zuruf von Patrick Dahlemann, SPD) Da habe ich schon gedacht, na, aber nicht bei jedem. Auch das kam hier heute so ein bisschen zum Tragen. Wenn man also sozusagen Pressemitteilungen oder aus dem Pressespiegel abschreibt und daraufhin sozusagen seine eigene Replik aufbaut, kann das auch mal danebengehen. Aber ich möchte mich dafür herzlich bedanken, dass der Antrag in Teilen vielleicht auch absichtlich missverstanden worden ist. Das hat ihm also auch eine Aufmerksamkeit beschert, die er sonst gar nicht gekriegt hätte. Wir hätten uns gar nicht getraut, den als „Schnitzel-Antrag“ zu propagieren an der Stelle. Insofern noch mal recht herzlichen Dank, auch an Frau Shepley! Also das hätte ich allein oder wir hätten das allein in der Form gar nicht hingekriegt. Das hat aber dazu geführt, dass das Thema selbst natürlich ein bisschen nach vorne getragen worden ist. Und Herr Stein hat ausgeführt, man wüsste gar nicht, wo die Zuständigkeit liege, welcher Fachbereich das wäre. Das war die Ausführung, und das Leben von Essen, das kann man nicht in eine bestimmte Richtung drängen. Und es war ja auch bei den Ausführungen von Herrn Minister Dr. Backhaus zu sehen. Also nach meinem Dafürhalten waren die Ausführungen sogar tagesordnungspunktübergreifend, vermutlich zum nächsten Tagesordnungspunkt, wo es um das Schulessen geht, den wir als Dringlichkeitsantrag hier auch einbringen heute, wo es auch um ausgewogene Ernährung, insbesondere aber um Preise geht. Insofern hängt alles mit allem zusammen. Ich bin dann gespannt auf die nächste Replik zu dem anderen Dringlichkeitsantrag – nicht, dass dann die Variante kommt, die jetzt hätte kommen sollen. Insofern, wie gesagt, wird es so bleiben, dass wir unterschiedliche Positionen an der Stelle haben, und das haben wir in unserem Antrag ja ausdrücken wollen, dass jeder seine Position auch haben soll und behalten soll. Was ich nicht ganz nachvollziehen konnte, war, Herr Dr. Backhaus, man kann sich vegan ernähren und man könnte Nahrungsergänzungsmittel dann dazunehmen. Das ist gerade das, was wir nicht wollen, sondern die normale Ernährung soll das alles in sich tragen. (Christiane Berg, CDU: So ist es.) Man muss da also keine Pillen nehmen. (Beifall vonseiten der Fraktionen der CDU und FDP) Das kann sowohl vegetarisch sein, denn was ist gegen ein Menü, sage ich mal, Rührei mit Kartoffeln und Spinat einzuwenden? (Sandy van Baal, FDP: Lecker!) Da sehe ich also nichts, was man da nicht essen könnte oder sollte oder was auch ein Kind nicht essen könnte oder sollte. Sicherlich hätte man noch andere Dinge auffassen können oder aufnehmen können, wie Bildung oder Bewegung. Das ist aber nicht Gegenstand dieses Antrages. Dazu kann man zehn weitere bringen, das werden wir vielleicht auch tun. Ich möchte an der Stelle aber extra noch mal vielleicht den ersten Satz aus einem Flyer zitieren, ein Veranstaltungsflyer des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Sport in Zusammenarbeit mit der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen LAKOST. Hier steht als erster Satz: „Unbeschwert und mit Genuss essen – so sollte unser Essverhalten eigentlich aussehen.“ Das ist also ein Satz letzten Endes der Landesregierung. Und wenn man mal sieht, wie die Lebenswirklichkeit aussieht, das Menü des Schlossrestaurants, das, was jeder von uns auch oder von Ihnen jede Woche bekommt, da haben wir ungefähr 15 bis 17 Menüs in der Woche. Dort sind es – ich will das nur sagen, ich bin an der Stelle der Bote – zwei vegan, alles andere sind die anderen Menüs. Dauerbrenner in dieser Woche: (Zuruf aus dem Plenum: Currywurst!) Cordon bleu mit Pommes, (Zuruf von Marc Reinhardt, CDU) in der vergangenen Woche Currywurst und Pommes. Auch das muss möglich sein. (Zuruf von Sebastian Ehlers, CDU) Und wir haben uns ja mit einigen Kolleginnen und Kollegen des Agrarausschusses auf der Grünen Woche, ich sag mal, herzlichst verstanden, fraktions- und parteiübergreifend, und wir waren uns also auch, was unser Essverhalten anbelangt, denke ich mal, relativ einig. (Heiterkeit bei Marcel Falk, SPD) Und ich will nun keinen Namen nennen, aber zu mir hat man früher immer gesagt, Jung, eet Fleisch, denn warst du grot un stark. (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der SPD und Enrico Schult, AfD: Jawoll!) Und das hat also bei einigen auch geholfen, nicht bei jedem, aber bei einigen. (Heiterkeit bei Wolfgang Waldmüller, CDU und Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zuruf von Enrico Schult, AfD) Das muss man nicht tun, das kann man auch lassen, aber das ist die Intention unseres Antrages, dass jeder das macht, was er gerne hätte. (Torsten Koplin, DIE LINKE: Muss ja nicht in Völlerei ausarten.) Recht herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktionen der CDU und FDP)
