Christian Pegel
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin mir gar nicht sicher, ob die Malteser Ihre Hilfe, so, wie Sie sie zumindest hier vorgaukeln, geben zu wollen, wirklich möchten. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE, Sebastian Ehlers, CDU, Anne Shepley, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, und David Wulff, FDP) Und ich frage mich, (Jan-Phillip Tadsen, AfD: Der Leiter, der hat mir das Gespräch angeboten.) ich frage mich, was Ihnen auf Sylt eigentlich widerfahren ist, dass Sie mit so tief verankertem Rassismus unterwegs sind, (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Eva-Maria Kröger, DIE LINKE: Jawoll!) so tief (Zuruf von Eva-Maria Kröger, DIE LINKE) verankertem Rassismus! (Eva-Maria Kröger, DIE LINKE: So sieht es aus, Sie sind ein Rassist, ganz eindeutig! – Zuruf von Anne Shepley, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Erstens, ja, zur Analyse gehört, das ist eine größere Einrichtung, und wir haben einen kleinen, kleinen Teil von Menschen, mit dem wir Probleme haben – die habe ich im Übrigen in jedem größeren Stadtteil dieses Landes gleichermaßen. Und uns beide unterscheidet, dass ich nicht den Glauben, dass Menschen Straftaten begehen oder nicht begehen, an Hautfarben, an Religion oder Nationalität festmache. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE, FDP, Franz-Robert Liskow, CDU, und Anne Shepley, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Eva-Maria Kröger, DIE LINKE: Danke schön!) Und die Melange, die Sie erneut versucht haben, (Zuruf von Stephan J. Reuken, AfD) die Melange, die Sie erneut versucht haben, wieder und wieder und wieder, dass jeder aus diesem Kulturraum per se ein Gewalttäter sei, (Petra Federau, AfD: Das hat er überhaupt nicht gesagt.) per se, eine der typischen Mischungen, die widerwärtig ist, die ich hier regelmäßig höre. (Zuruf von Stephan J. Reuken, AfD) Selbstverständlich, der gesamte Beitrag eben war doch davon geprägt. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE, FDP und Sebastian Ehlers, CDU – Zuruf vonseiten der Fraktion DIE LINKE: Genau. – Zuruf von Stephan J. Reuken, AfD) Triefend! Triefend! (Zuruf von Stephan J. Reuken, AfD) Sie tun den Menschen, dem großen Teil derer, die wir in Stern Buchholz unterbringen – da sind Familien mit Kindern dabei, da sind alleinreisende Mütter mit Kindern dabei –, allesamt, (Zuruf von Martin Schmidt, AfD) allesamt keinen Gefallen, wenn Sie diesen großen Pott aufmachen und von dem Drogen-, Gewalt- und sonstigen Moloch Stern Buchholz sprechen. (Petra Federau, AfD: Davor wollen wir die auch schützen. – Zuruf von Sebastian Ehlers, CDU – Heiterkeit bei Christine Klingohr, SPD) Das ist weit von dem weg, genauso, wenn Sie von „meiner Heimatstadt Greifswald“ reden, Unrecht täten, wenn Sie schön weiter ein oder zwei in Gänze in so einen Kontext rücken. (Jan-Phillip Tadsen, AfD: Ich habe da selber gewohnt.) Und natürlich habe ich einzelne Beteiligte vor Ort, (Zuruf von Jan-Phillip Tadsen, AfD) die genau diese Schwierigkeiten aufwerfen und, ja, die auch regelmäßige Polizeieinsätze aufwerfen. (Petra Federau, AfD: Ja.) Wir haben in Stern Buchholz eine der größten Einrichtungen und damit auch eine große Personenzahl vor Ort. Und noch einmal, ja, wir haben dort auch Problembeteiligte, und es ist eine Herausforderung für die, die dort arbeiten, mit ihnen umzugehen. Und jetzt greife ich Ihren Hinweis von eben auf, gerade auch deshalb, gerade auch deshalb, weil wir für die vielen anderen, die dort leben, im Übrigen wie in jedem anderen Stadtteil in diesem Bundesland auch, weil wir mit wenigen, die in einem Ortsteil Probleme machen, deshalb auch besonders konsequent umgehen, weil ganz viele andere dort leben, leben wollen, friedlich leben wollen ohne Beeinträchtigung. Natürlich geht es in erster Linie darum, gerade denen, die dort Schutz suchen, die keine Probleme bereiten, die Ruhe zu bringen, die sie verdienen. Und, ja, ich erwarte von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Sicherheitsdiensten, dass sie genau diese Aufgabe umsetzen. Ich kann mich erinnern, dass Sie jetzt, glaube ich, alles bemüht haben: Menschen, die angeblich in Stern Buchholz arbeiten, die Ihnen mit verzerrter Stimme und Milchglaswand Interviews geben und Schlimmstes berichten. Ich kann mich erinnern, dass Sie nichts unversucht gelassen haben, um in der Abstraktion von Mitarbeitern, die Ihnen ihr Herz ausschütten, zu berichten. Noch einmal, ich habe große Bedenken, dass Sie hier für die Mehrzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Malteser sprechen, (Zuruf von Jan-Phillip Tadsen, AfD) weil ich bei denen ein unglaublich positives Herzblut für ihre Arbeit erlebe (Rainer Albrecht, SPD: So ist das.) und weil Sie ihnen nicht zutrauen, dass sie die Speerspitze derer sind, (Anne Shepley, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ganz genau.) die die Flüchtlingspolitik konstruktiv und menschenwürdig umsetzen wollen und nur einige wenige Problembeteiligte herausfischen möchten, sondern wie eben diese Rede der Versuch ist, das große Ganze über einige Einzelfälle, die ein Problem sind und mit dem wir entsprechend umzugehen haben, quasi das Kind mit dem Bade ausschütten zu wollen. Meine Damen und Herren, Sie haben dann noch das schreckliche Ereignis von Brokstedt mit hineingeworfen. Ich will deutlich sagen, dass, glaube ich, niemand in diesem Raum nicht im tiefsten Herzen mitfühlt mit denen, die dort betroffen sind, mit den Angehörigen, mit denen, die verletzt worden sind, und dass wir allesamt denen, die dort betroffen sind, auch wenn sie nicht körperlich verletzt wurden – jeder, der in diesem Zug gesessen hat, geht mit Sicherheit mit einer tiefen seelischen Verwundung da raus –, möglichst schnelle Hilfe, möglichst schnelle Genesung, wenn sie erkrankt sind, wünschen. Aber so eine schwere Straftat, die – das passt, weiß ich, Ihnen ganz genehm in die Grundstruktur –, die dort von einem, ich glaube, staatenlosen Palästinenser verübt worden ist, hier mit hineinzuspielen, hat mit Stern Buchholz nichts zu tun und offenbart erneut, (Rainer Albrecht, SPD: Genau.) dass es eben nicht um die Problemfälle in Stern Buchholz geht, (Zuruf von Rainer Albrecht, SPD) die Sie im Konkreten angehen möchten, was aller Ehren wert ist, sondern dass Sie versuchen, die große Geschichte zu schreiben, die schon 2015 in Ihrer Wahrnehmung begonnen hat, dass Menschen, die nicht aus diesem Kulturkreis stammen, die nicht unsere Religion haben, die nicht unsere Nationalität haben, dass die per se DNA-gesteuert eine höhere Gefahr von Kriminalität, von Straftaten mitbrächten. (Petra Federau, AfD: Erzählen Sie doch keine Märchen!) All das ist Unfug, und ich habe Sie von dieser Stelle wiederholt aufgefordert, genau das deutlich zu sagen, woher Sie eigentlich die Annahme nehmen, dass Menschen aus Syrien, Afghanistan, aus der Ukraine, woher auch immer, dass die eine per se höhere Straffälligkeit hätten als andere.
