Christine Klingohr
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir alle wollen uns auf eine schnelle, zuverlässige und flächendeckende Notfallrettung in unserem Land verlassen können. Daher müssen wir mit dem bodengebundenen Rettungsdienst genauso wie mit der unterstützenden Luftrettung stets auf der Höhe der Zeit bleiben. Um sich an aktuelle Entwicklungen anzupassen, um Innovationen zu nutzen und um effizienter zu werden, sind dabei immer wieder Anpassungen nötig. Die Diskussion dreht sich dabei oftmals um Fahr- oder Flugminuten und Wegkilometer. Dahinter steht natürlich immer das Wissen, dass es eben diese Minuten und Kilometer sind, die in einem Notfall über Leben und Tod entscheiden können. Ein Stück weit kann ich daher die emotionale Debatte um den Luftrettungsstandort in Güstrow verstehen. Es drängt sich aber auch der Eindruck auf, dass die Diskussion an manchen Stellen deutlich aufgeregter geführt wurde als angemessen. Denn Folgendes ist vor lauter Aufregung komplett in den Hintergrund getreten: Die Überlegungen seitens des Sozialministeriums, eine Überplanung der Struktur der Luftrettungsstandorte vorzunehmen, dienen einzig dem Zweck der Verbesserung der Notfallrettung in unserem Land. Es gibt also wirklich überhaupt keinen Grund für alarmierende Aufgeregtheit, eher im Gegenteil. (Marc Reinhardt, CDU: Das werden wir ja gleich noch hören.) Es ist die Aufgabe der Regierung, bestehende Regelungen und Vorkehrungen immer wieder erneut zu überprüfen. Wir haben es hier wieder mit einem ganz gewöhnlichen Vorgang zu tun, bei dem geschaut wird, wie sich die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen möglichst gut einsetzen lassen. Auch wenn wir in andere Bundesländer schauen, dann sehen wir, dass Umstrukturierungen im Bereich der Luftrettung immer wieder vorgenommen werden. Die Ministerin und die Staatssekretärin haben wiederholt ganz klar dargelegt, dass es sich derzeit auch lediglich um Überlegungen handelt, wie die Luftrettung in Mecklenburg-Vorpommern noch besser aufgestellt werden könnte. Im Sozialausschuss hat sich der Eindruck vermittelt, manche wollten diesen Umstand gar nicht so genau verstehen. Der vorliegende Antrag spricht sich dafür aus, ein Gutachten zur Luftrettung in Westmecklenburg zu erstellen, greift dem Ergebnis jedoch vor, indem die Forderung vorangestellt wird, die bestehenden Luftrettungsstandorte zu erhalten. Eine zielführende Untersuchung müsste jedoch zunächst die Bedarfe ermitteln, um daraufhin Standorte und eine Zahl an Standorten auszumachen, mit denen der Bedarf am besten gedeckt werden könnte. Wir möchten, dass der Rettungshubschrauber „Christoph 34“ möglichst sinnvoll für eine gute Luftrettung eingesetzt wird. Die Frage nach dem Standort sollte hinter diese Priorität zurücktreten. Wir verschließen uns diesem Thema absolut nicht. Wir finden es zum jetzigen Zeitpunkt zu früh und wollen, wenn wir mehr Expertise haben, es uns wieder als Thema auf die Tagesordnung holen, gerne dann auch im Sozialausschuss. Deshalb lehnen wir beide Anträge für heute ab. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)
