Barbara Becker-Hornickel
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren Abgeordnete! Vielleicht sehe ich jetzt eine Hand. Wer von Ihnen sieht sich besonders bemüßigt, heute noch professionell ein Künstler zu sein, ein Meister auf einem Instrument, ein Meister in der Malerei? Danke, Frau van Baal, danke schön! Dann sind Sie ja – wie soll ich jetzt sagen, wir sind ja alle nicht mehr sehr jung – dann vielleicht die, die dann in einen Länderschlüssel passen. Also ich glaube, was dieses pik-Programm gerade nicht will, ist ein Länderschlüssel. Sie können doch nicht so sagen – nach meiner Auffassung, darum steht es da auch nicht drin –, Mecklenburg-Vorpommern, das muss jetzt zwei stellen. Und wenn wir keine zwei stellen, die gewisse Einschränkungen haben, aber dann auch noch die Voraussetzungen haben, mit ihrer Kunst professionell ihren Lebensunterhalt zu verdienen, das stelle ich mir dann doch ein bisschen schwierig vor. Ich denke, gerade hier geht es darum, individuelle Interessen, individuelles Talent und auch, ich sage es mal ganz lässig, Bock drauf zu haben, so etwas für sich selbst auszuführen, um dann auch so seinen Platz in der Gesellschaft und im Leben zu finden. Also das hat sich mir jetzt nicht so wirklich, war für mich nicht einleuchtend, warum es, wenn sich dort beworben werden kann, es eines Länderschlüssels bedarf. Aber vielleicht habe ich auch nicht alles gelesen. Ich habe es so nicht gefunden. Frau Ministerin, ich finde es ja schon gut und ich weiß auch, was wir alles tun für Behinderte, aber wir haben ja hier gar nicht verlangt, dass hier großartig Sie tätig werden. Es geht uns darum, dass wir Unterstützung fordern, dieses Programm, diese Möglichkeit bekannt zu machen. Wenn es nicht ausreichend bekannt ist, dann kann ich mich auch nicht selbstbestimmt und einzig dafür bewerben. (Beifall vonseiten der Fraktionen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP) Darum geht es. Und dass es jetzt eine kleine Gruppe ist, eine kleine Klientel, das mag schon sein. (Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Das wissen wir auf der einen Seite nicht und auf der anderen habe ich es ja schon gesagt, es bedarf dort eines gewissen Talentes, Voraussetzung und auch die Kraft und den Mut, so etwas für sein Leben einzugehen. Stellen Sie es sich nicht so einfach vor! Ich finde es sehr schade, dass unser Antrag hier nicht wirklich Gehör finden wird. Ich würde ihn gerne – Sie haben ja gesagt, es wird daran gearbeitet – eventuell in den Sozialausschuss schieben lassen, damit wir da dranbleiben können, denn es kam ja die Kritik, dass vieles hier noch nicht wirklich auf dem Tisch liegt, dass man nicht, so habe ich es verstanden, ausreichend informiert wird, um dort weitere Informationen geben zu können. Ich wage jetzt die Prognose, und die tut mir weh und die tut mir auch sehr leid für dieses Land, wenn es dann beginnt – wir reden noch von einer Bewerbungsfrist und es soll eine Zeit laufen –, dass es dann an unserem Land, an unserem schönen Land, irgendwie vorbeigehen wird, denn ich weiß sehr wohl, dass es in den südlicheren Ländern dort schon durchaus genügend Bewegung gibt, hier an diesem pik-Programm teilzunehmen. Also ich würde mich freuen, wenn Sie wirklich hier noch mal in sich gehen, in den Ausschuss verschieben beziehungsweise unserem Antrag zustimmen würden. – Danke schön! (Beifall vonseiten der Fraktionen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP)
