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Stefanie Drese

08.12.2022 Sitzungen 8/40

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Kinder und Jugendliche haben einen Anspruch auf ein gesundes und sichereres Aufwachsen. Die Durchsetzung ihrer Rechte gehört zu den zentralen Aufgaben von Politik und Gesellschaft. Deshalb ist es absolut richtig, dass ihre Interessen und Belange immer wieder in den politischen Fokus gerückt werden. Das gilt erst recht und insbesondere für diejenigen, die unserer besonderen Unterstützung bedürfen, Kinder und Jugendliche, die körperliche und sexualisierte Gewalt erlebt haben. Seit seiner Eröffnung im April dieses Jahres leistet das Childhood-Haus einen wichtigen Beitrag bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen, die Gewalt zum Opfer gefallen sind, und zur Aufarbeitung der Vorfälle. Um eine möglichst schonende Versorgung und Begleitung von Kindern und Jugendlichen mit Missbrauchserfahrung zu erreichen, vereint die Einrichtung behördenübergreifende und multiprofessionelle Ansätze. Im Childhood-Haus Schwerin werden sowohl polizeiliche und richterliche Videovernehmungen als auch medizinisch notwendige Untersuchungen durchgeführt. Auch die Informationen über das weitere Verfahren und mögliche rechtliche Unterstützung, wie ein Rechtsbeistand oder psychosoziale Begleitung, werden im Childhood-Haus durch geschultes Personal weitergegeben. Das Haus bietet mit seinen räumlichen Möglichkeiten einen Ort für eine gut abgestimmte, fachübergreifende Betreuung der betroffenen Kinder und Jugendlichen. Das hilft in diesen schwierigen Situationen und Fällen dabei, die dringend notwendige Sicherung von Beweisen für eine auf die Betroffenen so wenig wie möglich belastende Weise vorzunehmen. Die Betroffenen profitieren davon am meisten. Sie müssen das Erlebte nicht immer wieder neu und in anderen Situationen unterschiedlichen Gesprächspartnern erklären. Ich selbst durfte mir in Gesprächen mit der Foundation und bei einem Besuch im Childhood-Haus Schwerin ein umfangreiches Bild über die Arbeit der Einrichtung machen. Es ist beeindruckend, wie koordiniert das Childhood-Haus Schwerin als zentrale Anlaufstelle arbeitet und als wichtige Schnittstelle zwischen verschiedenen Bereichen fungiert. Seit Aufnahme der Arbeit im April 2022 bis Ende November sind 66 Kinder, mittlerweile nun 67 Kinder im Childhood-Haus in Schwerin betreut worden. Davon kam der Großteil aus der Landeshauptstadt selbst, 38 Kinder und Jugendliche. Aber auch Betroffene aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim hat das Haus dort betreut und auch 6 Kinder und Jugendliche aus dem Landkreis Nordwestmecklenburg. Sehr geehrte Damen und Herren, ganz sicher ist dies keine Erfolgsbilanz, es ist traurige Realität. Wir werden nach rund sieben Monaten der Arbeit den Expertinnen und Experten Glauben schenken müssen, die von der Betreuung von rund 100 Kindern und Jugendlichen im Jahr ausgehen. Dennoch oder gerade deshalb möchte ich mich bei der World Childhood Foundation für ihr Engagement für betroffene Kinder und Jugendliche bedanken und ich möchte mich bei der Landeshauptstadt Schwerin mit Oberbürgermeister Rico Badenschier an der Spitze bedanken. Die Stadt Schwerin, (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) die Stadt Schwerin hat für das Childhood-Haus die Verantwortung übernommen, und damit ist es bundesweit eines der wenigen Häuser, das konzeptionell überzeugend in Trägerschaft eines örtlichen Trägers geführt wird. Vielen Dank auch an dieser Stelle an das gesamte Team des Schweriner Childhood-Hauses für seine tolle Arbeit seit der Eröffnung im Frühjahr 2022! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE, Barbara Becker-Hornickel, FDP, und Anne Shepley, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Sehr geehrte Damen und Herren, umso wichtiger ist es, die wertvolle Arbeit des Hauses über eine gesicherte Finanzierung auch künftig gewährleisten zu können, und hierzu kann ich Erfreuliches mitteilen. Ausgehend von zahlreichen und schon länger stattfindenden Gesprächen mit der Foundation, der Landeshauptstadt Schwerin und dem Childhood-Haus Schwerin hat es eine grundsätzliche Übereinkunft gegeben, dass eine Beteiligung an der Finanzierung des Childhood-Hauses ab dem 01.07.23 ermöglicht wird. Dabei ist die Deckung der Gesamtkosten in Höhe von rund 230.000 Euro jährlich beziehungsweise 115.000 Euro für das zweite Halbjahr 2023 durch die Landesregierung, die Landeshauptstadt Schwerin sowie die Landkreise Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim vorgesehen. Entsprechend des Wunsches der Landeshauptstadt soll die Einrichtung auch vom Landkreis Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim zu jeweils 20 Prozent mitgetragen werden. Den Landesanteil von 40 Prozent tragen das Justizministerium, das Innenministerium und das Sozialministerium zu gleichen Teilen. Die Detailabsprachen mit den Landkreisen erfolgen derzeit noch. Wenn ich die Signale aus der Landeshauptstadt richtig verstanden habe, dann haben wir allen Anlass, auch hier optimistisch in die Zukunft blicken zu können. Das ist eine gute Nachricht, vor allem für die betroffenen Kinder. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE, Enrico Schult, AfD, und Anne Shepley, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Meine sehr geehrten Damen und Herren, die im Antrag der AfD enthaltenen Forderungen sind also meinen Äußerungen nach entsprechend der Stand der Entwicklung, sie sind erfüllt, und ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und Anne Shepley, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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