Stefanie Drese
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Abgeordnete Hoffmeister! Es treibt uns tatsächlich gemeinsam die Sorge um. Dabei möchte ich drei Dinge unterscheiden, zum einen die niedergelassenen Ärzte. Dort wird sehr viel im Moment an Patientenbesuchen abgearbeitet. Das ist wirklich eine hervorragende Arbeit, die die niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte aus zweierlei Hinsicht zu leisten haben: Das eine ist das von Ihnen angesprochene RS-Virus, das in diesem Jahr eine höhere Welle als beispielsweise im letzten Jahr oder auch noch in den Jahren davor aus dem Grund hatte, dass die Kinder im letzten Jahr wenig Kontakt miteinander hatten und die schweren Fälle meistens bei den 0- bis 1-Jährigen auftreten, dieses Jahr wir aber die Situation haben, dass auch die 2- bis 3-Jährigen betroffen sind. Die Normalstationen in den Krankenhäusern sind im Moment sehr angespannt, Helios ganz besonders hier in Schwerin. Und die Maßnahmen, die jetzt schnell ergriffen werden können, sind die Maßnahmen, die wir aus der Corona-Situation heraus schon kennen. Wir haben die Cluster wieder eingerichtet, das heißt, es gibt jetzt Clustermanager: für den Bereich niedergelassene Ärzte, Krankenhäuser, wie kann dort zusammengearbeitet, auch mit Personal ausgeholfen werden. Und wir haben auch noch eine zweite Situation, die Grippewelle ist noch viel akuter als das RS-Virus. In dem letzten ARE-Bericht von Mittwoch geht das RS-Virus wieder herunter, die Grippewelle allerdings nicht, und deswegen ist auch viel Personal von dieser Atemwegserkrankung betroffen und fällt aus. Und deswegen sind die Cluster eine gute Möglichkeit, sich untereinander zu helfen. Auch das sogenannte Kleeblattsystem, bei dem die Bundesländer sich untereinander bei ITS-Bettenbelegungen helfen, ist wieder angesprungen. Zum Glück haben wir dort eher die helfende Rolle einnehmen können. Wir wissen aber möglicherweise nicht, ob in den nächsten Tagen wir nicht auch umgedreht mal umgekehrt von Hamburg oder Berlin unterstützt werden müssen. Also die Situation ist sehr angespannt in den Krankenhäusern, zum Glück in Mecklenburg-Vorpommern so, dass mit den Maßnahmen innerhalb der Krankenhäuser – also Verlegung von Personal, Absagen von elektiven Eingriffen – die Situation zu meistern ist und wir uns nach dem jetzigen ARE-Bericht hoffentlich schon auf der Spitze des RS-Virus befinden. Die Grippe scheint eine sehr starke Welle dieses Jahr zu werden.
