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Dr. Eva Maria Schneider-Gärtner

AfD 07.12.2022 Sitzungen 8/39

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Besser spät als nie – mit diesen Worten lässt sich der Antrag der Landesregierung vermutlich am passendsten kommentieren. (Thomas Krüger, SPD: Ach Gott!) Doch, genau. (Zuruf von Thomas Krüger, SPD) Das Tollensetal ist eine wunderbare Landschaft, unter deren Erdschichten ein einzigartiges kulturelles Erbe und eine noch immer viel zu unerforschte historische Erzählung auf ihre Enthüllung warten. Was im Jahr 1996 mit dem Fund eines gebrochenen Oberarmknochens begann, weitete sich in den folgenden Jahren in immer neue Skelettfunde auf einem Areal von mehreren Hunderten Quadratmetern und damit verbundenen kulturhistorischen Erkenntnissen aus. Aufgrund der Kampfverletzungen, die an vielen Gebeinen festgestellt wurden, kann die Forschung mit Sicherheit sagen, dass es im Tollensetal im Zeitraum 1.300 vor Christus eine gewalttätige Auseinandersetzung gegeben hat. Das hatten wir gehört. Gleichwohl ranken sich um die Ursachen viele Hypothesen, welche die Hintergründe nicht zweifelsfrei belegen können und weitere Nachforschungen erforderlich machen, denn das historisch bedeutsame Schlachtfeld im Tollensetal mit seinen fortwährenden facettenreichen Ausgrabungen und die wichtige Arbeit der Forschungsgruppe vor Ort sind über Jahre von der Landesregierung stiefmütterlich behandelt worden. (Thore Stein, AfD: Richtig!) Nun scheint man offenbar den unschätzbaren Wert dieses einzigartigen Fundplatzes entdeckt zu haben und fordert daher folgerichtig die zeitnahe Ausarbeitung einer Gesamtkonzeption, um den Schutz und den Erhalt der Fundstelle sicherzustellen. Unsere Fraktion begrüßt diesen Schritt daher ausdrücklich. Bereits im Jahr 2019 allerdings hat die AfD-Fraktion übrigens umfassende alternative Tourismuskonzepte vorgestellt (Thore Stein, AfD: Genau.) und dabei angesichts der zahlreichen Slawenburgen, Hunderter Megalithanlagen und vieler weiterer kulturhistorischer Schätze, eben insbesondere auch des Fundplatzes im Tollensetal, explizit eine angemessene Aufarbeitung des Archäologietourismus in Mecklenburg-Vorpommern gefordert. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Thore Stein, AfD: Genau.) Peinlich, (Torsten Koplin, DIE LINKE: Das habt ihr aber einstudiert, ne?!) peinlich, peinlich – für die damalige Landesregierung und jetzt auch für Sie. Man konnte auf Nachfrage nicht einmal beantworten, wo sich denn im Land überhaupt einzigartige Bodendenkmäler befinden würden. (Dr. Anna-Konstanze Schröder, SPD: Das stimmt nicht.) Doch! (Zurufe von Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD, und Thore Stein, AfD) Damit hat sich für jedermann offenbart, welchen Stellenwert unser kulturhistorisches Erbe im Land bis dato besessen hat. (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Bereits damals hat der Abgeordnete Thomas de Jesus Fernandes mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass nicht nur der Zustand mehr als desolat ist, sondern auch die Beschilderung für Urlauber teilweise einer Entzifferung von Hieroglyphen gleichkommt. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Nach wie vor ist die AfD der Auffassung, dass die archäologischen Forschungen im Tollensetal das Potenzial besitzen, ein attraktiver Knotenpunkt für Kultur, Tourismus gleichermaßen und auch für Geschichte zu sein. Die Umsetzung des Museumsentwurfs von Marc William Ruiken aus dem Jahr 2019 übrigens, den er im Rahmen seiner Diplomarbeit an der Universität Dresden ausgearbeitet hat, hätte dem Fundort in der Mecklenburgischen Seenplatte eine angemessene Beachtung wie auch eine praktische Nutzung der einzigartig schönen Landschaft verliehen. Auch darauf hatten wir hingewiesen, wurde hier nicht erwähnt. Vielleicht können Sie seine Überlegungen in die Ihren miteinbeziehen? (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Das wäre schön.) Wenn auch spät, so ist diese Initiative Ihrerseits ein Schritt in die richtige Richtung und unternimmt zumindest den Versuch, die wichtige archäologische Arbeit der Forschung vor Ort sicherzustellen. Wir werden uns bei der geplanten Konzeption weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die Förderung wie auch die Würdigung des Tollensetals sowie anderer archäologischer Standorte nicht zu kurz kommen. Wir bitten Sie darum, sich diesem Thema im Speziellen und der Archäologie im Allgemeinen zukünftig insgesamt dann etwas ambitionierter zu widmen, als dies in den letzten Jahren der Fall war, und stimmen Ihrem Antrag zu und desgleichen auch dem Änderungsantrag der CDU, falls das in diesem Sinne hier nicht komplett umgesetzt werden sollte. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)

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