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Barbara Becker-Hornickel

FDP 10.11.2022 Sitzungen 8/36

Ja, vielen Dank! Also Barrierefreiheit und Mobilität brauchen wir überall, und dazu gehört auch der Zugang zu schnellem Internet, auch in Pflegeheimen, um nicht von der Gegenwart abgehängt zu werden. Die Senioren von heute sind schon sehr gut digital unterwegs. Sie fordern die Landesregierung unter anderem auf, die digitale Teilhabe in die Landesverfassung aufzunehmen, darüber hinaus eine landesweite Kampagne „Seniorinnen und Senioren an und ins Netz“ zur Motivierung zur Nutzung digitaler Medien einzuführen, um mehr Medienkompetenz zu schaffen. Das war übrigens Inhalt eines Leitantrages. Meine Damen und Herren, ich denke, das bringt nicht nur mein liberales Herz zum Glühen, ebenso wie die Forderungen auf vielen Gebieten zur Minderung des Verwaltungsaufwandes. Aber es wurde nicht nur der Wunsch nach Bildungsangeboten formuliert. „Mitbestimmung“, „Mitsprache“ sind schon große Worte, aber nicht immer werden sie gehört. Es ist schon verwunderlich, dass wir das so hochtragen. Ich bin jetzt 68 Jahre, seit acht Jahren also Seniorin, und ich glaube nicht, dass ich mich als Person sehr geändert habe. Für mich ist es selbstverständlich. Dass es nicht für alle so ist, das habe ich ja an dem Tag gelernt. Im Alltag unserer Seniorinnen und Senioren liegen noch viele Dinge im Argen. Ich zähle sie noch mal ganz kurz auf: Fehlende Mobilität, fehlende Barrierefreiheit machen im Alter die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben schwer. Frau Klingohr, ich schätze Sie sehr, das wissen Sie, aber als wir gegrillt wurden in der Fragestunde des Altenparlaments, zu seniorenpolitischen Themen und Aktivitäten Stellung zu nehmen und Antwort zu geben, habe ich Sie vermisst oder auch einen Vertreter der größten Fraktion. Und Sie haben uns ja als Oppositionsparteien ein bisschen außen vor gelassen. Ich erinnere an die Diskussion runder Tisch, mit der Antwort, Sie wollen gestalten. Hier wäre auch mal eine Gelegenheit gewesen, auch Zeichen zu setzen. Wohnen im Alter, der Bedarf an altersgerechtem Wohnraum steigt, aber auch genauso der Wunsch, in den eigenen Wänden zu bleiben. Der Einzug in ein Pflegeheim bedeutet in vielen Fällen die Armutsfalle. Hier ist eine deutliche Lösung gefordert. Bei aller – jetzt muss ich gucken, ist es das Richtige, ja –, bei aller Sympathie für digitale Teilhabe und Angebote, es muss auch sichergestellt werden, dass auch eine analoge Teilhabe möglich ist. Ich denke, das haben wir hier auch schon heute besprochen. Die Bedürfnisse sind sehr unterschiedlich und vielfältig, immerhin: Senioren – Altersspektrum von 60 bis 90 oder auch noch älter. Es ist ein guter Ansatz, hier und heute über Mitsprache und Mitbestimmung der Senioren zu diskutieren. Ich sagte es schon, für mich ist es selbstverständlich. Wer sind die Senioren? Das sind wir selbst. Das sind unsere Eltern, das sind unsere Großeltern. Sie leben mit uns in unserer Mitte und wissen eigentlich selbst am besten, wie sie leben wollen. Und vergessen Sie nicht, ich bin es schon, Sie alle kommen auch in dieses Alter! (Heiterkeit bei Patrick Dahlemann, SPD) Wir sollten schon die Rahmenbedingungen so stellen, solange wir es noch können, dass wir für uns selber vorsorgen. Hören wir unseren alten Menschen zu, jeden Tag! – Ich danke Ihnen. (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP – Patrick Dahlemann, SPD: Eine sehr sympathische Rednerin, sehr sympathisch!)

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