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Dr. Harald Terpe

GRÜNE 09.11.2022 Sitzungen 8/35

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn man nach formalen Gründen geht, dann könnte die Rede sehr kurz sein. Die Überschrift heißt „Long-Covid-Erkrankung“. Die Frage ist: Kann man das aus dem Schutzfonds finanzieren? Man würde sofort sagen, ja. Und damit könnte die Rede zu Ende sein. Allerdings ist es natürlich auch die Pflicht, zu gucken, ob der Inhalt unter der Überschrift dann tatsächlich auch mit der Covid-Erkrankung zu tun hat, mit der Long-Covid-Erkrankung, und das ist hier natürlich auch eindeutig gegeben. Lassen Sie mich nur einige kurze Anmerkungen noch machen. Ich werde wahrscheinlich die Redezeit gar nicht ausschöpfen. Es ist ja gesagt worden, dass die knapp 2,5 Millionen, die für die Forschung ausgegeben werden an den Universitäten, ein richtiger Happen sind. Das ist ein Happen für den Schutzfonds und dass man da Millionen rausgibt, deswegen beschäftigen wir uns ja auch im Landtag damit. Allerdings muss man sagen, wenn man das auf diese 30.000 Erkrankten, die infrage stehen, jetzt runterbrechen würde, dann würde es für jeden Erkrankten 100 Euro bedeuten. Das ist dann gar nicht so viel. Und das deutet darauf hin, dass dieses Institut von Frau Frommhold und die beteiligten Universitäten praktisch eine Pilotstudie machen müssen an einigen Erkrankten, damit man zu den Ergebnissen kommt, die wir uns davon versprechen. Und das wichtigste Ergebnis ist, glaube ich, dass man bei dem Bedarf an Therapie für die Patienten dann tatsächlich zu dem Punkt kommt, dass die Finanzierung durch die Krankenkassen übernommen wird. Die Forschung wird wesentlich länger dauern. Wir wissen das ja von dieser ME/CSF-Erkrankung. Das war bisher eine seltene Erkrankung und wurde als seltene Erkrankung auch angesehen. Und da sind die Forschungsmittel naturgemäß immer sehr viel geringer und man ist sehr viel vorsichtiger. Wir wissen das aus der Aidserkrankung heraus, weil es viele waren und weil es auch unterstützt worden ist von einflussreichen Gruppen, dass dort die Forschungsmittel sehr viel üppiger geflossen sind und man sehr viel schneller ans Ergebnis kam. Und bei dieser Long-Covid-Erkrankung sieht es ja so aus, als ob es den Charakter einer Volkserkrankung annimmt, weil es sehr viele sind. Deswegen ist es sehr vernünftig, dort Forschungsmittel einzusetzen. Das wird nur der Anfang sein. Und ich würde immer empfehlen, dass man guckt, dass man eine Vernetzungsstruktur in der Forschung hinkriegt. Ich glaube, das ist auch der Ansatz, mit anderen Ländern, mit anderen Universitäten sich zusammentut und dann eventuell – und das soll die letzte Bemerkung sein – auch über den Innovationsfonds bei der Bundesregierung versucht, ein Projekt aufzulegen mit eben Beteiligung von Krankenkassen, Forschungsinstituten beispielsweise oder Universitäten und aus diesem Innovationsfonds dann weitere Forschungsmittel auch sozusagen zu generieren. Wir sind natürlich für die Zustimmung zu diesem Antrag und wünschen der Frau Dr. Frommhold viel Erfolg mit ihrem Institut. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und René Domke, FDP)

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