Torsten Koplin
Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Es zeichnet sich ab, dass es hier einstimmig, einmütig wohl, ein einstimmiges Abstimmungsergebnis geben wird. Das ist sehr gut so. Es geht um ein wichtiges Vorhaben, nämlich Mittel für die Finanzierung des Long-Covid-Instituts in Rostock sowie für die Post- und Long-Covid-Versorgung und Forschung an den Universitätsmedizinen in Greifswald und Rostock freizugeben. Das Long-Covid-Institut – das ist hier bereits gesagt worden – wird eine Lotsenfunktion für die Patientinnen und Patienten, Unternehmen und Kliniken einnehmen und darüber hinaus der Therapieentwicklung und dem Kompetenzaufbau im Land dienen. Das ist etwas, was wir unbedingt unterstützen. Vorhin ist gesagt worden von einem Redner, es ist stark personengebunden. Das ist es in der Förderung meist immer. Und wir tun gut daran, den Unternehmerinnen und Unternehmern, all denjenigen, die etwas unternehmen, auch grundsätzlich zu vertrauen. Bei Frau Dr. Frommhold, die ja eine ausgewiesene Expertise hat – das will ich hier gerne einflechten –, gibt es im Forschungsansatz eine Besonderheit, und deswegen sollten wir hier auch mit Nachdruck diese Sache unterstützen und dieses Vertrauen unbedingt aufbringen. In der Corona-Folgenforschung wird allgemein ein zeitlicher Zusammenhang, ja, ein chronologischer Zusammenhang aufgenommen, dass man gesagt hat, erkrankt, verstorben, wenn das so ist tragischerweise, oder genesen, und dann eben über den Zeitraum geschaut. Und Frau Dr. Frommhold hat einen gänzlich anderen Ansatz, einen, der sie unterscheidet zu anderen Forschungsvorhaben, nämlich einen, der nach dem klinischen Erscheinungsbild schaut. Sie untersetzt diesbezüglich einmal in echt Genesene, spät Genesene und krank Genesene. Die echt Genesenen haben einen milden Verlauf und anschließend keine Post-Covid-Symptome, die spät Genesenen eher einen schweren Akutverlauf der Erkrankung und dann Post-Covid-Symptome, wie zum Beispiel Leistungsminderung oder psychosomatische Belastungen und eine langwierige Genesungszeit. Krank Genesene haben einen leichten bis mittleren Akutverlauf und dann stellen sich erst Monate später Symptome ein, die oftmals gar nicht mehr so in dem Zusammenhang mit dieser Covid-Erkrankung gesehen werden. Und da sie oftmals auch einer Antiimmunerkrankung gleich dann sehr, sehr verschiedene Erscheinungsbilder zeigt mit mittlerweile über 200 verschiedenen Symptomen, ist es wichtig, eben das zu untersuchen und an der Stelle herauszufinden, welche Therapieformen sind geeignet und wo sind die Ursachen. Das ist ausgesprochen schwer und das erklärt auch, dass wir, wenn wir hier Mittel aufwenden, es in einer bemerkenswerten Dimension tun. Da hängt sehr viel dran für die Menschen in unserem Land. In der Antragstellung ist von circa 30.000 – ich glaube, Frau Ministerin hat es auch noch mal erwähnt – Personen die Rede. Es können durchaus mehr sein. Wichtig ist, dass sie nicht auf Irrwegen unterwegs sind oder auf ratlose Ärztinnen und Ärzte stoßen. Wichtig ist eben dieses Lotsen, wie können im Grunde genommen die Patientinnen und Patienten schnell wirksame Hilfe erhalten. Und an der Stelle hilft die Forschung von Frau Dr. Frommhold uns allen, weil sie Erkenntnisse erbringen kann, wie die einzelnen Bereiche des Gesundheitswesens besser zusammenwirken können, also die Vernetzung besser und wirksamer gestaltet werden kann. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Das ist aber nicht ihre Aufgabe.) Das ist ein großer Gewinn für das Gesundheitswesen insgesamt, aber auch für unser Land. Deswegen unterstützen wir das an dieser Stelle unbedingt und nachdrücklich. – Ich bedanke mich recht herzlich für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)
