Nadine Julitz
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist gar nicht so einfach, nach der aufgeheizten Stimmung jetzt zum nächsten Thema zu kommen. (Thore Stein, AfD: Das schaffen wir schon.) Und ich versuche mal, die Unruhe hier im Raum auf den Besucherrängen zu entschuldigen mit einem hitzigen Thema (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Das ist Demokratie, das verstehen die schon.) und komme jetzt zu unserem Antrag. (Zuruf von Sebastian Ehlers, CDU) Und ich verrate natürlich kein Geheimnis, dass das jetzt hier heute für uns ein Grund zum Feiern ist. Wir haben lange darauf warten müssen und in vielen Gesprächen entweder selbst versucht zu überzeugen oder aber mussten uns diese Forderung immer und immer wieder anhören und vertrösten. Das Wahlalter 16 ist eine der drängendsten Forderungen vieler Jugendverbände in Mecklenburg-Vorpommern. (Zuruf von Horst Förster, AfD) Und jetzt ist es so weit, die Wahlalterabsenkung kommt. Den nächsten Landtag dürfen hoffentlich alle 16- und 17-Jährigen mitwählen. Mehr Partizipation, mehr Beteiligung, mehr Mitbestimmung, mehr Demokratie – und das Beste bei all diesen Zugaben ist: Es wird dabei trotzdem niemandem etwas weggenommen. Eigentlich müssten alle Anwesenden hier überzeugt sein. (Horst Förster, AfD: Eigentlich!) Wir sind jährlich Gast bei Veranstaltungen wie jetzt gerade zuletzt „Jugend im Landtag“ oder auch „Jugend debattiert“ oder der Initiative der Landtagspräsidentin Birgit Hesse mit dem Austausch der landesweiten Kinder- und Jugendparlamente hier im Schloss. Und in all diesen Veranstaltungen waren viele von uns zu Gast, und wir wissen dort zu schätzen, wie großartig der Austausch ist und wie interessiert junge Menschen an Beteiligung und Mitbestimmung sind. Alle, die das nicht teilen, lade ich herzlich ein, sich in diesen Runden zu beteiligen. Jetzt ist natürlich weiterhin nötig, die jungen Leute auch zu befähigen, dieses Wahlrecht wahrzunehmen. Das ist total klar und bestreitet von uns auch niemand. Wie auch schon in meiner ersten Rede dazu sage ich klar, dass alle Bestrebungen dabei natürlich unterstützt werden müssen. Die Landeszentrale für politische Bildung hat das natürlich auf dem Schirm und auch den Schulen kommt eine besondere Aufgabe zu. Aber wir kennen alle auch viele außerschulische Initiativen, die zur Demokratiebildung beitragen. Ich erinnere zum Beispiel an das Projekt „Juniorwahl“. Und so gibt es viele, viele weitere Beispiele der niedrigschwelligen Vermittlung von Demokratie und Beteiligung. Nicht zuletzt auch die sozialen Medien werden eine besondere Rolle spielen und einbezogen werden müssen. Jetzt heißt es, Daumen drücken, denn auch auf Bundesebene gibt es Bestrebungen, das Wahlalter abzusenken. An die jungen Leute: Bringt euch ein! Nehmt euer Wahlrecht wahr! Fordert weiterhin ein, euch einbeziehen zu können, und seid laut! Es geht um die Zukunft der jungen Generation, es geht um euch. Ich freue mich darauf. Das wird wild! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
