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Enrico Schult

AfD 07.10.2022 Sitzungen 8/34

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Werte Gäste! Herr Waldmüller hat ja hier ein Plädoyer gehalten für den Vereinssport oder für den Sport in Mecklenburg-Vorpommern. Und auch seitens meiner Fraktion kann ich sagen, dass uns das natürlich auch sehr wichtig ist und dass wir Ihrem Antrag hier zustimmen werden. Herr Waldmüller, ich hätte mir allerdings gewünscht, dass Sie auch während der Haushaltsberatungen ein Herz für den Sport gezeigt hätten, weil wir als AfD haben einen nahezu gleichen Antrag eingebracht während der Haushaltsberatungen. (Martin Schmidt, AfD: Sehr richtig!) Dem konnten Sie damals nicht zustimmen, und insofern ist das für mich auch etwas unglaubwürdig, (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) dass Sie jetzt hier mit diesem Antrag um die Ecke kommen. Und ich möchte das noch mal ganz kurz in Erinnerung rufen. Ich zitiere nämlich aus unserem AfD-Antrag von vor einem halben Jahr: „Der Erhalt und die Förderung einer modernen Bäderlandschaft …“ – da ging es nämlich um die Schwimmhallen – „liegen im Interesse Mecklenburg-Vorpommerns. Zudem sind Schwimmbäder traditionell ein starkes Bindeglied zwischen dem Schulsport einerseits und der Freizeitgestaltung andererseits.“ Das ist der Punkt im AfD-Antrag damals. In Ihrem Antrag heute heißt es: „Das Schwimmen beispielsweise, welches als besonders gesundheitsfördernd gilt, kann ohne entsprechende Bäder nicht ausgeübt werden.“ Nun gut, Sie hätten damals uns zustimmen können, das haben Sie nicht getan, aber gut, das spricht insofern auch für Sie, dass Sie alles rundheraus ablehnen. Damit müssen Sie klarkommen. Hoffentlich können Sie sich dann auch morgens immer noch im Spiegel angucken, denn uns geht es als AfD tatsächlich um die Sache und nicht darum, wer den Antrag einbringt, (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) und deshalb werden wir Ihrem Antrag jetzt hier auch zustimmen. Und dass der Sport in unserem Land gestärkt werden muss, das liegt in der Tat auf der Hand. Insbesondere die Corona-Maßnahmen haben unseren Sportvereinen, unseren Kindern, unseren Jugendlichen massiv zugesetzt. Mediensucht, Adipositas, psychische Erkrankungen, die Schließung der Schulen, der Sportvereine, der Turnhallen – die Sporthallen wurden sogar in diesem Land geschlossen, mit völligem Aktionismus – hat tiefe Wunden hinterlassen. Und ich weiß noch, wie wir hier im Sozialausschuss uns darüber ausgetauscht haben mit Experten und man stand vor dem Scherbenhaufen der Corona-Politik. Das müssen unsere Kinder, unsere Jugendlichen ausbaden. Ich gebe aber jetzt bitte noch zu bedenken, dass Sie künftig solche Entscheidungen oder solche Dinge berücksichtigen, denn die Politik hat hier die Entscheidung getroffen und die Kinder und Jugendlichen müssen das ausbaden. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Thore Stein, AfD: Richtig so!) Und ich kann Ihnen da auch gerne aus meiner persönlichen Erfahrung berichten. Frau Drese sagte eben, dass sie keine Information hat, dass die Vereine gelitten hätten und die Kinder sozusagen oder die Vereinsmitglieder weggebrochen seien. Dem kann ich widersprechen aus meiner persönlichen Erfahrung. Ich war viele Jahre Fußballtrainer einer Jugendmannschaft, habe die kleinen Steppkes trainiert. Die Corona-Pandemie hat uns dann letztlich den Rest gegeben, Frau Drese, denn nach den zwei Lockdowns kamen immer weniger Kinder. Und das ist ja auch das, was man in der Realität einmal berücksichtigen muss. Ich weiß nicht, welche Zahlen Sie da haben. Aber die melden sich ja im Normalfall gar nicht ab. Die sind sozusagen de facto, auf dem Papier sind sie noch da, aber sie sind aktiv nicht mehr beteiligt am Vereinssport. Und da können Sie Ihre Listen ausbreiten, entscheidend ist doch, was in den Vereinen passiert und wie viele Kinder dort die Segel gestrichen haben und sozusagen nicht mehr jetzt im Verein tätig sind, weil diese ganze Corona-Politik dazu geführt hat, dass man sich andere Hobbys gesucht hat und dass man vielleicht auch gar kein Interesse mehr daran hatte. Ich möchte noch mal darauf abstellen, Herr Waldmüller sagte es, dass es natürlich auch wichtig ist, die Kommunen besser auszustatten, finanziell besser auszustatten, dass sie in der Lage auch überhaupt sind, diese Sportstätten zu unterhalten. Da stehen wir ja gerade jetzt vor einem großen Problem auch. Energiesparmaßnahmen werden konsequent durchgesetzt, von den Kommunen an die Vereine beispielsweise. Ich möchte aus einem Schreiben zitieren des KreisSportBundes Nordwestmecklenburg, wo es darum geht, eine Stellungnahme zur Aufhebung des Duschverbotes – also so weit sind wir tatsächlich auch schon. Ich zitiere einmal: „… als hätte der Sport in den zurückliegenden zwei Jahren nicht schon genug“ gelitten, „Schließung von Sportstätten durch die Pandemie, Umnutzung von Turnhallen zur Unterbringung von Geflüchteten“, folgen jetzt „drastische Erhöhungen der Energie- und Heizkosten und das Duschen nach dem Training und Punktspiel wird gestrichen.“ Ja, liebe Kollegen, wo leben wir denn hier?! Im reichsten Deutschland aller Zeiten, sage ich mal, muss der KreisSportBund einen solchen Appell schreiben an uns, an die Politik, an den Bürgermeister der Stadt Wismar in diesem Fall. Also es ist ja bezeichnend, dass wir mit solchen Maßnahmen sozusagen hantieren müssen, und da können wir noch so viele Sportstätten bauen, wenn wir die Unterhaltungsmaßnahmen oder die Unterhaltungskosten für die Kommunen nicht sicherstellen können, dann stehen wir vor einem großen Problem. Und diese Unterhaltungskosten oder die Baukostensteigerungen, viele Sporthallen werden ja gar nicht mehr gebaut, weil die Preise in die Höhe schießen, weil sich die Kommunen das gar nicht mehr leisten können, sozusagen die finanziellen Mittel dafür zur Verfügung zu stellen. Also wenn Sie den „Medienspiegel“ lesen, werte Kollegen, dann müssen Sie ja sehen, dass Schulen beispielsweise zurückgestellt werden, Sporthallen, Sportanlagen in Gänze. Und das ist, und da machen wir uns hier ehrlich, natürlich mit der Politik unseres Landes zu begründen, denn wir haben uns in einen Wirtschaftskrieg begeben mit dem rohstoffreichsten Land der Erde. Wir befinden uns jetzt in einem Energiekrieg und jetzt müssen sozusagen unsere Kommunen, unsere Kinder, unsere Jugendlichen, der Sport muss das ausbaden. Beispielsweise die gestiegenen oder die gestörten Lieferketten führen dazu, dass die Baukostensteigerungen oder die Baukosten in die Höhe schnellen. Und wenn ich dann höre, dass der SPD-Ministerpräsident von Niedersachsen meint, wir sollten jetzt gar keinen Handel mehr treiben mit Russland, dann weiß ich nicht, ob das die Position ist, die uns so weiterbringt. Für unsere Gesellschaft wird das massive Folgen haben, (Zuruf von Rainer Albrecht, SPD) und da gehen wir als AfD auch nicht mit. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Das möchte ich hier auch noch mal festhalten. (Horst Förster, AfD: Das sind die Folgen, genau.) Als Partei der Eigeninitiative sind wir als AfD natürlich angehalten oder ermutigen die Menschen, selber aktiv zu werden, die Kinder, insbesondere die Eltern, weil, liebe Kollegen, wir können den Kindern und Jugendlichen auch goldene Sporthallen bauen, aber wenn das Interesse nicht da ist, wenn die Aktivität nicht gesteigert wird, dann wird das nichts nützen. Und wir haben hier einen Antrag eingebracht, beispielsweise auch, um die Vitalität zu stärken, eine zusätzliche Sportstunde und so weiter. Das haben Sie auch abgelehnt, aber wir müssen ganz klar konstatieren, dass sozusagen die Gesellschaft unsportlich geworden ist. Das müssen wir mal so festhalten. Ich weiß, damals, also die besten Bedingungen können Sie da stellen, wenn die Jugendlichen sich nicht bewegen wollen oder wenn die Ablenkung zu groß ist durch die Medien beispielsweise, dann wird uns das auch nicht voranbringen. Ich selber, uns reichte eine grüne Wiese, zwei Tore, das reichte uns, um Sport zu treiben. Heutzutage … Oder wir sind mit dem Fahrrad zur Schule gefahren. Heutzutage werden die Kinder meistens mit dem Elterntaxi vorgefahren. (Der Abgeordnete Torsten Renz bittet um das Wort für eine Anfrage.) Das sind so Probleme, die wir haben, und da muss es, wie gesagt, einen gesellschaftlichen Ruck geben, dass wir als Eltern oder, ja, als Gesellschaft ohnehin mehr Sport treiben. Aber da sind wir, insbesondere die Eltern, …

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