landtag-mv.de ↗

Christine Klingohr

SPD 07.10.2022 Sitzungen 8/34

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die SPD-Landtagsfraktion betrachtet es als unerlässlich, dass sich alle Menschen auf eine qualitativ hochwertige, erreichbare und langfristig finanzierbare Gesundheitsversorgung verlassen können. Besonders liegt uns natürlich die Versorgung von Kindern und Jugendlichen am Herzen. Gerade Eltern und werdende Eltern haben das Bedürfnis nach Sicherheit und bestmöglicher Versorgung, wenn es um die Gesundheit ihrer Kinder geht. Mecklenburg-Vorpommern steht derzeit vor der Herausforderung, mit allen Akteuren eine gute medizinische Versorgungsstruktur zu gestalten und das dafür benötigte Fachpersonal zu gewinnen. Die Situation ist vielerorts keine einfache und alle Beteiligten müssen an einem Strang ziehen, damit zukunftsfeste Lösungen erarbeitet werden können. Auch in Rostock blicken wir auf die Herausforderungen in der Kinder- und Jugendmedizin. Frau Ministerin Martin hat nicht nur die aktuelle und zukünftige Personalausstattung an der Unimedizin in Rostock ausführlich dargelegt, sondern auch geschildert, welche Anstrengungen der Vorstand und die Regierung für eine gute Versorgung zuletzt unternommen haben. Die wichtigste Botschaft für uns alle ist, dass wir die klare und plausibel erläuterte Aussage der Ministerin haben, dass die Uniklinik jedes Kind versorgen kann und wir hier weder zum jetzigen Zeitpunkt noch in absehbarer Zukunft eine Versorgungslücke haben. Und, Frau Becker-Hornickel, da möchte ich auf Ihre Ausführungen eingehen: Es ist unseres Erachtens nicht richtig, dass Kinder und Jugendliche woanders hin transportiert werden müssen, so, wie Sie es geschildert haben. Es sind Fachärzte, wie Herr Dr. Terpe es in seinen Ausführungen gesagt hat, vor Ort und wir dürfen die Ärzte, die dort jetzt arbeiten, nicht kleinreden. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zuruf von Daniel Peters, CDU) Natürlich ist der Weggang der bisherigen Leiterin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Rostock zunächst ein Verlust, aber es ist doch positiv, dass Frau Professor Dr. Bertsche einem Ruf an die Unimedizin Greifswald folgt und damit unserem Land mit ihrer Expertise erhalten bleibt. (Zuruf von Daniel Peters, CDU) Und genau das wollen wir doch! Wir wollen doch die Kooperation, wir wollen das sektorenübergreifende Arbeiten und wir wollen auch die Zusammenarbeit der Unimedizinen, und dafür, denke ich, (Daniel Peters, CDU: Fragen Sie die mal!) ist dies ein gutes Beispiel. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Daniel Peters, CDU: Fragen Sie sie mal, warum sie geht!) Damit kommen wir zu einem Thema, welches alle Unikliniken beschäftigt. Deutschlandweit liegt an diesen Kliniken eine Personalfluktuation bei den Ärztinnen und Ärzten zwischen 10 und 20 Prozent vor, jedoch ganz normal, denn die Unikliniken – weil Sie fragen, warum – bilden Ärzte für die anderen Krankenhäuser aus. Es ist also der Normalfall, dass an den Universitätskliniken gut ausgebildete Ärztinnen und Ärzte zu gegebener Zeit auf andere oder höhere Positionen der anderen Kliniken wechseln. (Zuruf vonseiten der Fraktion der CDU: Dann ist ja alles gut.) Es liegt folglich in der Ausbildungspflicht eines Universitätsklinikums begründet, dass eine gewisse Fluktuation besteht. Um den aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen strukturell zu begegnen und nicht nur sporadisch auftretende Löcher zu stopfen, haben wir die Kommission für die Weiterentwicklung der Zukunft der medizinischen Versorgung ins Leben gerufen, auch wenn gesagt wird, ja, da setzen sie sich wieder zusammen, da machen sie einen neuen Arbeitskreis. Wie wichtig ist genau dieser Austausch? Denn der erste Arbeitsauftrag – mein Kollege Koplin hat es gesagt und am 25. Oktober findet dazu der Austausch statt – ist, ein zukunftsfähiges Konzept für die Geburtshilfe und die Pädiatrie in Mecklenburg-Vorpommern zu erarbeiten. Im Vordergrund stehen müssen dabei die Kriterien der Qualität, der Versorgung, der Erreichbarkeit und einer zukunftsfesten Struktur. Wir brauchen gemeinsam ein kooperatives Verhältnis für die Patientinnen und Patienten, für die Kinder und Jugendlichen in unserem Land, sich einzusetzen, damit die gesundheitliche Versorgung sehr gut gewährleistet werden kann. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Alle Reden von Christine Klingohr Protokoll ↗