Dr. Harald Terpe
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es war richtig von den Rednern, die das gemacht haben, dass der Fokus natürlich auf den Patientinnen und Patienten liegt, also auf den Kindern, die Hilfe in der Kinderheilkunde suchen und auch finden müssen. Ich möchte aber zu Anfang mal die Perspektive der Mitarbeiter/-innen an der Universitätsklinik, Kinderklinik Rostock einnehmen, und zwar gerade für die, die geblieben sind und nicht weggegangen sind, wie die das wahrnehmen, was alles sozusagen in der Öffentlichkeit diskutiert wird, und die jeden Tag unter sehr schwierigen Bedingungen mit viel Zusatzarbeit die Sicherstellung der Versorgung der Kinder aufrechterhalten. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU, DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP) Ich glaube, dass es aus dem Landtag, und da danke ich Ihnen sehr, dass Sie das beklatscht haben, weil das ist wichtig für die, denn die geblieben sind, die müssen das jetzt aufrechterhalten, bis wir so weit sind, dass das, was ja heute auch alles von der Wissenschaftsministerin gesagt worden ist, wie sich das entwickeln soll, bis das alles eintritt. Denn es ist ja nun wirklich nicht so einfach zu sagen, wir können uns die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schnitzen und dann einsetzen. Deswegen war ja auch schon erwähnt worden, dass man mit Terminierung zum 1. November natürlich – das schließt sich praktisch aus –, aber es ist ja ein Pfad beschrieben worden, der, wenn man ihn sich so anhört, der durchaus Erfolg versprechend sein kann, wenn es gelingt, beispielsweise jetzt auch peu à peu wiederum die Professor/-innenstellen zu besetzen. Es ist sicherlich ein Verlust gewesen, dass derjenige, auf den die meisten Hoffnungen gesetzt worden waren, nachdem wir eine Interimslösung hatten in der Kinderklinik, nämlich Herrn Professor Däbritz, dass der zwar noch die Problemanzeige gemacht hat, aber dann weg war. Das war ja im Grunde genommen schon mal der erste Versuch gewesen, das in ein vernünftiges Fahrwasser zu kriegen. Also steht jetzt wiederum an, bestimmte, natürlich Fachstellen zu besetzen. Das bedeutet aber nicht – das möchte ich auch noch mal sagen –, dass an dieser Kinderklinik jetzt keine Fachleute die Kinder behandeln, die dort sind. Es sind ja nicht nur Professorinnen und Professoren, die die Kinder behandeln, sondern es gibt andere Oberärztinnen, auch Fachärztinnen, die sozusagen eine kindgerechte, auch der Krankheit entsprechende Behandlung an der Kinderklinik in Rostock durchführen, sodass also das Gerede darüber, das würde ein geringeres Niveau in Rostock sein als ein Kreiskrankenhaus, natürlich unverantwortlich ist. Das ist richtig unverantwortlich. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Natürlich braucht es jetzt eine glückliche Hand bei der Besetzung auch der Fachleute in der Kinderklinik. Das wünsche ich sehr, dass das dann auch länger trägt und dazu beiträgt, dass letztendlich sich die Kinderklinik Rostock entwickeln kann. Und dazu ist natürlich notwendig, auch verlässliche Zukunftsaussichten zu formulieren und auch sicherzustellen. Und dafür ist es natürlich wichtig, dafür braucht man sicherlich auch finanzielle Mittel, aber ich hatte ja den Fokus schon darauf gelegt, alleine die Finanzen reichen nicht, sondern es sind Menschen, also es sind Personen, die man gewinnen muss, zusätzliche Unterstützung auch an der Kinderklinik zu etablieren. Es ist angesprochen worden, dass natürlich die Situation sich auch stark verbessern würde, wenn der Mut aufgebracht wird, Strukturentscheidungen zu fällen. Und da sind wir sozusagen als Landtag und auch als Landesregierung in einer besonderen Verantwortung, weil die Gewährträgerschaft, gerade für die Universität und natürlich deswegen auch für die Universitätskinderklinik, beim Land liegt. Das ist beim Land. Und für diejenigen, die es, wollen wir mal sagen, noch nicht so richtig auseinanderhalten können – und das ist ja manchmal auch schwierig –, wer ist denn nun eigentlich zuständig für die medizinische Versorgung an der Universität: Das ist in erster Linie natürlich das Land in der Form des Wissenschaftsministeriums oder der Wissenschaftsministerin. Und weil es ja immer mit diesen Vorwürfen jetzt auch immer war, wer ist denn für was zuständig – natürlich war es eine große Hilfe, dass auch der Gesundheitsminister, und das wird ja auf die jetzige Gesundheitsministerin auch zutreffen, sich unterstützend einbringt an der Stelle, das ist richtig, aber die Zuständigkeit für die Universitätsmedizin liegt beim Wissenschaftsministerium. Und da ist es dann auch gut, dass wir als Landtag dort eben auch Unterstützung leisten, dass die notwendigen Strukturentscheidungen dann auch mutig gefällt werden. Das ist natürlich das Stichwort, wie wir nachher ein Eltern-Kind-Zentrum aufbauen, denn man muss sagen, es gibt kein Eltern-Kind-Zentrum jetzt in Rostock. Und wer meint, dass die Konstruktion in der Südstadt das Eltern-Kind-Zentrum ist, der weiß auch spätestens nach dem Lesen der Gutachten, dass es eben nicht das Eltern-Kind-Zentrum ist, sondern das ist die Neonatologie, und die kann immer nur ein Segment eines Eltern-Kind-Zentrums sein – bloß, damit man noch mal die Dimension auch beschreibt. Ich will mir zum Schluss auch noch mal die Bemerkung erlauben, natürlich ist die Ausbildung für zukünftige Kinderärztinnen und Kinderärzte eine ganz wichtige Aufgabe, die natürlich auch an einer Universitätskinderklinik gut geleistet werden kann, es ist aber ein langfristiger Prozess und hängt davon ab auch, dass man genügend Interessentinnen und Interessenten hat, die sich ausbilden lassen wollen. Da ist es wichtig, dass man eine Willkommenskultur hat. Und vor allem schließt das auch gar nicht aus, dass man auch ausländische Kolleginnen und Kollegen mitausbildet. Ich habe mich neben der Landtagsarbeit im letzten Jahr und im vorletzten Jahr auch sehr darum bemüht, dass diejenigen, die bei uns, …
