Eva-Maria Kröger
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Kolleginnen und Kollegen! Welche Vorteile Künstliche Intelligenz hat und noch haben wird, gehört momentan ganz sicher zu den am meisten diskutierten technischen Entwicklungen. Ein sehr spannendes, ein sehr wichtiges Thema, und ganz gleich, aus welcher Perspektive man es betrachtet oder aber wie man zum Thema KI steht, ist, glaube ich, klar, sie wird auf jeden Fall unser Leben prägen und maßgeblich beeinflussen, wie sich Gesellschaft und gesellschaftliche Prozesse auch in Zukunft definieren und wie wir zusammenleben werden. Das heißt selbstverständlich, dass wir uns auch in Mecklenburg-Vorpommern mit diesem Thema befassen müssen, dass Wissenschaft und Forschung in diesem Bereich enorm wichtig ist. Warum? Auch, weil wir in einem agrarisch geprägten Land leben und KI gerade im Agrarsektor eine große Rolle spielt. Die Möglichkeiten, die diese Technologie hier bietet, sind sehr vielfältig, reichen von der Erkennung und Erfassung von Unkräutern in Nutzpflanzbeständen bis hin zur Analyse des Reifegrades von Feldfrüchten, und das alles mithilfe bildgebender satellitengestützter Verfahren. Wie beeindruckend! Ziel wird sein, Anbau und Ernte so effektiv und klimaschonend wie möglich zu gestalten mit digitaler autonomer oder teilautonomer Technik, mit datengestütztem Bodenmanagement, dem Big-Data-basierten Einsatz von Dünger, Pflanzenschutzmitteln und Treibstoffen. Sehr geehrte Damen und Herren … (Minister Dr. Till Backhaus: Machen wir alles schon.) Ja. Klang das anders? (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der SPD) Wir machen das schon, und da sind wir auch sehr stolz drauf. Was für die Landwirtschaft gilt, gilt natürlich auch für alle anderen Branchen und Unternehmen im Land. (Minister Dr. Till Backhaus: Sehr gut!) Auch hier gibt es viele Möglichkeiten zur Effektivierung und smarten Prozessgestaltung. Um den Unternehmen des Landes hier unter die Arme zu greifen, wurde in Rostock das Zentrum für Künstliche Intelligenz aus der Taufe gehoben, konzipiert als Schnittstelle zwischen Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft, mit einem klaren Beratungs- und Informationsauftrag, finanziert – der Minister hat schon vorgetragen – aus EFRE-Mitteln. Insgesamt standen bis jetzt, so steht es hier, 385.000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Forschungspartner unter anderem die Universitäten, die Universitätsmedizin Greifswald, die Hochschulen Stralsund und Wismar, aber natürlich auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer-Institut. Auf der anderen Seite stehen als KI-Partner Firmen zur Verfügung, die geologische Daten erfassen, auswerten, zum Beispiel für die Landwirtschaft oder auch mit Blick auf intelligente Gesundheitssysteme. Die Bandbreite an Dienstleistungen ist also entsprechend groß. Als das Projekt „Zentrum für KI“ im März 2020 startete, war klar, dass es sich um ein Schnittstellenprojekt handelte, das zuallererst die Wirtschaft des Landes unterstützen sollte. Es handelte sich bei den bewilligten Mitteln um eine Anschubfinanzierung. Daher war das Projekt zeitlich begrenzt. Der Minister hat es vorgetragen. Und da es Schwierigkeiten bei der Gewinnung geeigneten Personals gab, wurde dem Zuwendungsempfänger eine Verlängerung des Projektzeitraums bereits bewilligt. Es war also klar, dass die unterstützten, also die involvierten Unternehmen das Projekt „Zentrum für KI“ nach Ablauf selbst tragen müssen oder einen Weg zur Sicherstellung der Finanzierung finden müssen, und das haben sie ja auch getan. Die Beteiligten haben in den vergangenen Monaten aktiv den Aufbau eines Clusters KI vorangetrieben. Auf einer Vernetzungsveranstaltung im Juni 2022 wurde nochmals für eine rege Beteiligung der Branche geworben. Und im Ergebnis dieser Clusterbildung, in der sich drei Unternehmen der regionalen Wirtschaft und zwei Forschungsunternehmen zusammenschließen, wird auch ein Förderantrag das Wirtschaftsministerium erreichen, in dem der zukünftige finanzielle Beitrag des Clusters am Zentrum für KI eine Rolle spielen wird. Herr Minister hat es vorgetragen, ich glaube, wir sind da im Land auf einem guten Weg. So ganz habe ich jetzt noch nicht verstanden, was mit Blick auf den CDU-Antrag eigentlich im Unklaren geblieben ist. Unsere Fragen in Bezug auf das Handeln der Landesregierung sind hier eindeutig beantwortet. Aus unserer Sicht wäre der Antrag nicht notwendig gewesen. (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der CDU) Deswegen lehnen wir ihn auch ab. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)
