Marc Reinhardt
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Kolleg/-innen! Wir kommen zu einem spannenden Thema, ich gebe zu, vielleicht nicht ganz so emotional wie im vergangenen Tagesordnungspunkt. Trotzdem glaube ich auch, wir alle merken, dass wir heute – eigentlich lebt man ja immer in spannenden Zeiten, aber heute ist es ganz besonders so, und wir merken ja auch, wie Technologie eigentlich täglich unser Leben verändert. Wer hätte noch, man kann ja sagen, 1990 gedacht, dass es heute problemlos möglich ist, von zu Hause zu arbeiten, dass wir Filme auf dem Smartphone gucken können, und selbst das autonome Fahren, ob nun bei der Personenbeförderung oder im Güterverkehr, ist nicht mehr Science-Fiction und wird tatsächlich auch schon getestet. Die technische Entwicklung ist in allen Bereichen auf dem Vormarsch und wird sich durch ein bestimmtes Thema in Zukunft höchstwahrscheinlich oder ganz sicher rasant entwickeln. Was meine ich damit? Ich meine damit den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, was wir heute schon in vielen Spielen auf unseren Laptops oder iPads haben, was in vielen Smartphones, was auch schon in vielen technischen Produkten zu finden ist. Künstliche Intelligenz nimmt eine immer größere Bedeutung ein, dessen müssen wir uns bewusst sein, und das ist auch für uns, für die deutsche Wirtschaft, für die Attraktivität des deutschen Wirtschaftsstandortes und auch für die Wettbewerbsfähigkeit ist es essenziell, dass wir hier den Anschluss nicht verlieren und auch so eine Art Marktführerschaft einnehmen. Wir haben Nachbarbundesländer wie Schleswig-Holstein, die bereits ein KI-Gesetz auf den Weg gebracht haben. Auch das werden wir in Zukunft in die Debatte miteinbringen. Das ist sicherlich auch etwas, was in Mecklenburg-Vorpommern möglich ist. Es gibt da viele Sachen, die zu klären sind, worüber wir uns sicherlich auch in Zukunft unterhalten werden. Bayern hat 100 Professuren geschaffen nur für den Bereich KI. Auch in Mecklenburg-Vorpommern gibt es erste richtige Schritte, aber auf diesem Weg dürfen wir nicht nachlassen, damit meine ich, damit wir den Anschluss nicht verlieren. Was meine ich damit? Wir haben ein KI-Zentrum, ein wichtiger Baustein, an der Universität in Rostock. Das berät dort seit 2020 Unternehmen – kostenlos wohlgemerkt – zum Thema KI: Wie kann ich das in meinen Unternehmensprozess miteinbinden? Wie kann ich Produkte mit KI entwickeln? Wie kann ich sogar in der Landwirtschaft, beim Ernten oder beim Aufzug von Produkten, wie kann ich dort die Künstliche Intelligenz eindenken? Die Förderung des Zentrums ist allerdings nur noch bis 2023 ausfinanziert, bis jetzt auch mit den unterschiedlichen … Wir waren zweimal als Fraktion vor Ort, haben uns dort informiert, was alles möglich ist, was alles schon getan wird in diesem Zentrum. Zurzeit ist es so, dass die Landesregierung zurzeit scheinbar nicht in der Lage oder auch nicht willens ist, die Anschlussfinanzierung ab 2023 sicherzustellen. Ich halte das, wenn das so kommt, für ein schlechtes Signal für diese zukunftsweisende Technologie. Allerdings, das gehört zur Gesamtheit auch dazu, die Landesregierung plant einen KI-Cluster, insgesamt über 10 Millionen Euro, 5 Millionen sollen dabei vom Land kommen und 5 Millionen von den beteiligten Unternehmen. Das ist noch eine Planung. Wir begrüßen dies durchaus und unterstützen das auch als weiter wichtigen Schritt in dieser Entwicklung der Künstlichen Intelligenz in Mecklenburg-Vorpommern. Der Cluster allein wird es aber nicht schaffen, die Technologietransfers sicherzustellen oder auch die Implementierung in Unternehmen in der Breite zu gewährleisten. Das ist ja ganz klar, wenn da Unternehmen mit 5 Millionen sich selbst beteiligen, werden die danach nicht, wenn sie was erforscht haben, das einfach auch in andere Unternehmen weitergeben. Insofern, glaube ich, brauchen wir beides, zum einen den Cluster, zum anderen brauchen wir aber auch weiterhin das KI-Zentrum an der Universität Rostock und vielleicht dann auch ausgedehnt an der Uni Greifswald oder auch an den Fachhochschulen, sodass wir dort weitere Unternehmen im Land erreichen. Deshalb fordern wir mit dem Antrag auch, dass es auch in 2023, dass es dort 300.000 Euro für dieses KI-Zentrum gibt, 210.000 für Personal, 90.000 Euro für Sachkosten. Und wir wollen uns dafür einsetzen, dass ab dem Doppelhaushalt 2024 und 2025 die Mittel auf 600.000 Euro steigen, damit wir dem Thema auch immer mehr gerecht werden. Sie sehen, aus meiner Sicht ist das ein Megathema, das auch entscheidend über die Wettbewerbsfähigkeit, über Arbeitsplätze in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern in Zukunft entscheiden wird. Deshalb würde ich mich sehr freuen, wenn Sie heute unserem Antrag zustimmen würden und damit einen ordentlichen Schub in die Zukunft geben. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der CDU und FDP)
