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Christine Klingohr

SPD 06.10.2022 Sitzungen 8/33

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Inhaltlich habe ich den vorliegenden Antrag mit dem Titel „Für ein gutes Leben im Alter“ ja bereits vorgestellt. Und ich denke, es wird deutlich, dass wir als Koalitionsfraktionen die Belange älterer Menschen ernst nehmen – und ich habe das jetzt auch in Ihren Redebeiträgen so festgestellt – und gleich eine ganze Reihe von guten Ideen auf den Weg bringen, um die Lebensqualität und Zufriedenheit von Seniorinnen und Senioren zu fördern. Lassen Sie mich daran erinnern, dass demografische Prognosen derzeit davon ausgehen, dass im Jahr 2040 knapp ein Drittel der Landesbevölkerung älter als 65 Jahre sein wird. (Zuruf von Thore Stein, AfD) Dies ist im Wesentlichen auf einen Rückgang der Anzahl jüngerer Menschen bis 2040 zurückzuführen. Insbesondere die Zahl der Menschen über 75 Jahre wird auch in absoluten Zahlen bis 2040 deutlich ansteigen. Diese Aussicht bringt für uns die Aufgabe mit sich, Seniorenpolitik verstärkt in den Blick zu nehmen und mit Seniorinnen und Senioren zusammen aktiv zu werden, um die Lebenswelt älterer Menschen mit ihnen gemeinsam zu gestalten. Dafür orientieren wir uns an den Beschlüssen des Altenparlaments und stehen im Austausch mit den Freien Wohlfahrtsverbänden, dem Landesseniorenbeirat, dem Seniorenring und vielen Weiteren. Außerdem beachten wir die Empfehlungen des Altersberichts des Bundesministeriums für Familie und Senioren, der sich zuletzt dem Thema „Digitalisierung im Alter“ gewidmet hat, sowie die Empfehlungen der Enquete-Kommission „Älter werden in Mecklenburg-Vorpommern“. Zum Beispiel empfiehlt der Abschlussbericht der Enquete-Kommission, die gesellschaftliche Teilhabe weniger technikaffiner Menschen zu fördern und ihnen einen souveränen, kompetenten und kritischen Umgang mit Medien zu ermöglichen. Außerdem betont der Abschlussbericht ausdrücklich, dass ältere Menschen als tragende Stütze des bürgerschaftlichen Engagements wegen ihrer fachlichen und sozialen Kompetenzen sowie ihrer Erfahrungen hochgeschätzt werden. Gleichzeitig ist Engagement für die körperliche und geistige Gesundheit Älterer, ihr Wohlbefinden und als Mittel gegen Einsamkeit wichtig. Mit der Verknüpfung der dargestellten sich gegenseitig befördernden Themenkomplexe sehen wir uns gut aufgestellt, um die Seniorenpolitik in unserem Land zu gestalten, und der heutige Antrag trägt einen großen Teil dazu bei. Und jetzt, Frau Shepley, gern zu Ihrem Antrag. Ich wusste, ich stehe hier vorne noch mal, und deshalb will ich gerne jetzt darauf eingehen. Also wir denken, dass der runde Tisch Fachleute zusammenbringen soll und Arbeitsergebnisse entwickeln soll und nicht so, wie auch schon eben von meiner Kollegin gesagt, nicht die politische Bühne darstellen soll. (Zuruf von Sebastian Ehlers, CDU) Wir sind die Gestalter, (Heiterkeit bei Sebastian Ehlers, CDU) und diese Rolle nehmen wir sehr ernst. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Und das Zweite, (Sebastian Ehlers, CDU: So eine Arroganz!) und der zweite Punkt Ihres Antrages, (Sebastian Ehlers, CDU: Das ist unglaublich!) wir sind wahrlich sehr eng im Austausch, gerade wegen der seniorenpolitischen Gesamtkonzepte, mit den Städten, mit den Kreisen, und da sehen wir unsere Verantwortung, unsere Aufgabe und machen uns da gut auf den Weg (Sebastian Ehlers, CDU: Das ist der neue Umgang mit der Opposition hier!) und sind in gutem Austausch. (Unruhe vonseiten der Fraktion der CDU – Glocke der Präsidentin) Herr Förster, vielleicht zu Ihnen: Also der Geburtenrückgang, Sie haben ihn angesprochen. Ich stehe hier, ich habe selbst vier Kinder, fünf Enkelkinder, also von daher fühle ich mich in diesem Sinne von Ihnen nicht angesprochen. Ich habe es mit meinen Kollegen auf der Bank ausgetauscht, es sind mehr dabei, die dazu beigetragen haben, dass dieser Rückgang aufgehalten wird. (Beifall vonseiten der Fraktion der SPD – Heiterkeit vonseiten der Fraktion der AfD – Zuruf von Jan-Phillip Tadsen, AfD) Und meine Mutter, meine Mutter ist 85 Jahre alt, und ich kann sagen – genau, wir kokettieren hier mit unseren Müttern –, meine Mutter ist total digital dabei und genießt es, mit ihrem Smartphone am Leben teilzuhaben und die Bilder aus der Familie geschickt zu bekommen. Also ich sage mal, da gibt es große Unterschiede. Und es ist so, natürlich muss auch jeder so genommen werden, wie er ist, und da ist gar nicht abzureden, dass einer sich damit nicht mehr auskennen will. Um noch mal auf Herrn Glawe zurückzukommen: Das Thema seniorTrainer, ich habe gar nicht gemeint, dass es das nicht über 10 oder vielleicht auch 20 Jahre gibt. Wir erkennen an, dass es das gibt und dass Frau Bomplitz mit ihrem Team des Seniorenrings sich dafür eingesetzt hat und 800 seniorTrainer bereits jetzt da sind, die sich auch um das bürgerschaftliche Engagement kümmern. (Beifall vonseiten der Fraktion der SPD) Und die Ministerin hat nicht dargestellt, dass wir es nicht schaffen, eine Engagementstrategie auf den Weg zu bringen, sie hat nur sehr deutlich gemacht, dass es Zeit dauern wird, dass wir uns sehr kompetent kümmern wollen und dass natürlich dafür Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung stehen müssen, wenn wir diese Aufgabe sehr ernst nehmen. Und deshalb lassen wir uns auch diese Zeit und entwickeln es gemeinsam, und dafür bin ich dem Ministerium sehr dankbar. Dann noch einmal zu der Frage ÖPNV und Rufbus: Wir, denke ich, sind in einigen Bereichen, in einigen Landkreisen schon gut ausgestattet. Und Herr Waldmüller wird es vielleicht bestätigen, in unserem Landkreis Ludwigslust-Parchim ist das Rufbussystem gut ausprobiert worden. Wir haben sehr viele Seniorinnen und Senioren, die das genauso nutzen und in Anspruch nehmen. Und lassen Sie uns das aufs Land weiter ausbauen! Da wäre ich sehr froh, wenn Sie da an unserer Seite sind. Frau Shepley hatte noch mal darum gebeten, nicht nur die Rosinen rauszupicken aus der Enquete-Kommission, und ich glaube, das tun wir nicht, (Zuruf von Sebastian Ehlers, CDU) weil diese Engagementstrategie zum Beispiel ist eine Wahnsinnsaufgabe, wo wir genau die Ehrenamtlichkeit und das Engagement zusammenführen wollen und gucken, was gelingt uns gut, was kann noch besser werden. Und ich glaube, das ist ein Auftrag, den wir gemeinsam haben. Und ich denke, wenn wir aus der Enquete-Kommission berichten und uns der Enquete-Kommission „Jung sein in M-V“ bedienen, dann wünschte ich mir viel mehr Optimismus und nicht zu sagen, es sind düstere Aussichten. Das ist mein Appell an Sie. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und freue mich jetzt auf die Abstimmung unseres Antrages.

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