Thore Stein
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kollegen! Zu später Stunde ein wenig aufgeregtes Thema: Agrarbericht. Es ist richtig angesprochen von Herrn Terpe, der letzte Agrarbericht im Land Mecklenburg-Vorpommern ist veröffentlicht worden im Jahr 2011. Ich habe ihn mir auch mal angeschaut, war auch ganz erstaunt, ein Bild von Herrn Minister Backhaus zu sehen. Und ja, zehn Jahre sind eine lange Zeit, Herr Minister Backhaus. Das sieht man auch. (allgemeine Heiterkeit – Rainer Albrecht, SPD: Er hat sich gar nicht verändert.) Mal gucken, wie es dann in zehn Jahren aussieht. Ja, es ist so, der Agrarbericht ist natürlich nicht ganz uninteressant. Jetzt stellt sich vorab die Frage, für wen ist dieser Bericht erst mal interessant, weil er ist natürlich sehr fachspezifisch, und wir wissen alle, die Agrarbranche ist in den letzten Jahrzehnten deutlich zusammengeschrumpft, auch was die in ihr Beschäftigten angeht. Nichtsdestotrotz werden da auch interessante Fragestellungen sicherlich erörtert werden können und auch abgebildet werden können, die auch weit über die in der Landwirtschaft Beschäftigten hinausgehen, denn die Landwirtschaft – das wissen wir auch alle – hat durchaus eine gesellschaftliche Relevanz. Und insbesondere bietet so ein Agrarbericht im Vergleich eben zu den Statistischen Datenblättern auch eine Abbildung über die Zeitschiene. Und gerade die ist ja auch hochinteressant, wenn wir uns eben mit der Frage auseinandersetzen wollen, wie entwickelte sich eigentlich die Landwirtschaft in ihren verschiedenen Sparten in den letzten fünf Jahren, zehn Jahren und so weiter. Herr Minister Backhaus, Sie haben angesprochen, es gibt durchaus einiges an Publikationen. Wer mal auf der Seite nachschaut „landwirtschaft-mv.de“, der findet dort etwas unübersichtlich, wenn ich das mal anmerken darf, und etwas uneinheitlich eine ganze Reihe von verschiedenen, ich sage mal, Schlaglichtern auf einzelne Themenbereiche, teilweise sehr fachspezifisch ausgerichtet, aber es ist keine wirkliche Kontinuität erkennbar, die ja, wie ich eben sagte, teilweise eigentlich sehr wichtig ist. Und wir haben ja offenbar eine ganze Menge an Datengrundlagen. Wir haben also offenbar ein Testbetriebsnetz mit über 150 Betrieben, die da jährlich offenbar auch ihre Buchhaltungszahlen abliefern, um eben auch diesen Vergleich, den Herr Terpe ja eben eingefordert hat, quasi diesen Vergleich zwischen beispielsweise Ökolandbau und konventionellem Landbau einmal abbilden zu können. Die Zahlen liegen dafür offenbar vor. Wir müssen sie nur auswerten und einmal grafisch vielleicht aufbereitet abbilden. Das ist sicherlich mit Aufwand verbunden, aber ich glaube, der größte Batzen an Arbeiten ist dann eigentlich schon erledigt, wenn die Zahlen ja in tabellarischer Form vorliegen. Daher würde ich hier tatsächlich auch für den Vorschlag von Herrn Terpe werben wollen, dass wir zumindest diesen Antrag mal im, den Antrag auf den Agrarbericht, auf die Wiederauflage des Agrarberichtes mal im Agrarausschuss gemeinsam erörtern. Da müssen nicht nur Sie sich Gedanken machen, sondern können wir uns alle gemeinsam Gedanken machen und können ja mal schauen, inwieweit wir vielleicht eine Zwischenlösung finden zwischen einem sehr umfangreichen Agrarbericht, der ja teilweise auch in anderen Bundesländern oder seinerzeit 2011 weit über 100 Seiten hatte, und eben den doch sehr eingeschränkten Statistischen Datenblättern. Da mag es ja auch eine Zwischenlösung geben, wo man vielleicht doch ein bisschen etwas mehr dann auch an Interpretation reinbringt, ohne gleich einen riesigen ausschweifenden Bericht schreiben zu müssen. Großes Vorbild ist natürlich der Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes, der jährlich erscheint, mit weit über 400/500 Seiten, der natürlich die gesamte Landwirtschaft in Deutschland abbildet. Aber wir wollen ja auch einen ganz expliziten Blick eben auf Mecklenburg-Vorpommern richten. Und letztlich kann man den Agrarbericht dann auch ein wenig als Arbeitsnachweis des Ministeriums verstehen. Und das wäre natürlich auch durchaus zu begrüßen. Daher werben wir hier auch ganz klar für die Überweisung in den Agrarausschuss. – Danke schön! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)
