Sabine Enseleit
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Ja, Sie haben es zwar charmant verpackt, aber letztendlich ist es halt doch wieder so, dass die Kinder und Jugendlichen in diesem Land eben doch nicht die Priorität erfahren, wie sie es eigentlich sollten. (Unruhe vonseiten der Fraktion der SPD) Und dann nutzt es auch nichts zu sagen, wir sind uns eigentlich alle einig, das ist ein wichtiges Thema, aber wir behandeln das vielleicht mal 2024 oder 2025. Herr Meyer, da muss ich auch nicht noch mal angucken, wie der Schülerverkehr ist in diesem Land. Ich glaube, das ist hinlänglich bekannt. Und ich verstehe immer nicht, warum man immer noch so ewig diskutieren muss und gucken muss. Warum macht man nicht einfach?! Und jetzt ist die Gelegenheit da. Was gibt es denn schon? (Minister Reinhard Meyer: Es gibt doch überall die Tickets!) Ja, aber die Kinder können doch nicht fahren! Die Kinder kriegen ein Ticket, um zu ihrer örtlichen Schule zu fahren. (Zuruf von Minister Reinhard Meyer) Soll ich Ihnen mal sagen, wie das bei mir auf dem Dorf ist? Da fährt ein Bus morgens nach Schwerin und einer abends wieder zurück. Und in den Ferien fährt gar nichts. Und wenn die Kinder mit dem Zug fahren wollen, müssen sie extra ein teures Ticket lösen. (Minister Reinhard Meyer: Ich lese Ihnen das gleich vor.) Ja, lesen Sie mir was vor, das ist mir auch egal. Ich spreche mit den Leuten und weiß, wie es wirklich aussieht, so! (Unruhe vonseiten der Fraktion der SPD) Und dann verstehe ich nicht, beim Seniorenticket hat es doch auch geklappt. Das wird doch jetzt auch eingeführt. Warum kann man denn nicht auch für die jungen Leute was einführen, adäquat zum Seniorenticket? Und dann noch mal zu dieser Problematik des Schülerverkehrs und der Abstimmung und so weiter. Das hat ja jetzt beim 9-Euro-Ticket auch funktioniert. Also machen wir doch einfach eine Lösung, es muss ja nicht für 9 Euro sein. Aber dann machen wir eine Lösung, die eben adäquat ist zu der 9-Euro-Lösung, vielleicht für den jetzigen Betrag von 34 Euro, was die Kinder bezahlen. Damit können sie dann aber überall rumfahren. Weil es ist nämlich auch nicht richtig, dass die Angebote nicht da sind. Die Angebote sind schon da, nur wenn ein Kind sich entscheidet für ein Ticket für den Bus, kann es damit nicht mit der ODEG fahren, obwohl es das Angebot gibt, dass die ODEG fahren würde. Und das ist einfach was, wir müssen doch erst mal das nutzen, was wir haben, und das auch nutzbar machen, und dann können wir es natürlich auch noch ausbauen, aber auch das wird ja noch dauern. (Christian Albrecht, DIE LINKE: Aber es muss finanzierbar sein.) Ja, aber jetzt ist die Gelegenheit, es gibt jetzt Geld vom Bund, und dann kann man das auch machen. Und wie gesagt, Sie machen es ja mit anderen Gruppen auch, also dann machen Sie es doch auch mit den Kindern! (Beifall vonseiten der Fraktionen der CDU und FDP – Zuruf von Christian Albrecht, DIE LINKE) Und ja, dass in der Enquete-Kommission das noch mal besprochen wird, ist richtig, das ist auch auf der Agenda, das stimmt, aber wie gesagt, für meinen Geschmack ist 2024/2025 zu spät. Da brauche ich auch nicht noch mal mit dem Landesjugendring drüber zu diskutieren. Ich habe auch genug Jugendliche, mit denen ich dazu sprechen kann und die mir das sagen können. Und Sie haben sicherlich auch oft Besuchergruppen. Das erste Thema, was immer kommt, ist die Mobilität. Also ich glaube, ein Erkenntnisproblem haben wir nicht, wir haben ein Umsetzungsproblem, und da würde ich mir einfach wünschen, dass Sie jetzt endlich mal was für die Kinder in diesem Land tun und so was auf die, (Unruhe vonseiten der Fraktion der SPD – Zurufe vonseiten der Fraktion der SPD: Ooh!) auf die Schiene bringen, so! (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP)
