Jutta Wegner
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! In diesem gemeinsamen Antrag geht es uns darum, dafür Sorge zu tragen, dass Kinder an Aktivitäten in ihrem Umfeld sicher teilhaben können, teilhaben an Spiel, Sport und Freizeit, und hier speziell in unserem Bundesland sind das naturgemäß auch und besonders Aktivitäten in und am Wasser. Und dabei sollen sie sicher sein, sie sollen die Fähigkeit besitzen zu schwimmen. Das muss selbstverständlich sein in dem Bundesland, das die längste Küste und die meisten Seen hat. Die letzten Jahre wurde schon viel dafür getan. Das Thema „sicheres Schwimmen“ ist kein neues, es ist uns allen wohl ein Herzensanliegen. Wir brauchen aber weitere Anstrengungen, damit real wird, was wir jetzt noch fordern, nämlich es allen Kindern zu ermöglichen, sicheres Schwimmen zu lernen. Mit unserem gemeinsamen Antrag machen wir einen Vorschlag auf Grundlage von vorhandenem Wissen, nach den Gesprächen am Runden Tisch „Schulschwimmen“ mit Expertinnen und deren Erkenntnissen und den Erfahrungen der letzten Jahre, die wir nun auch nutzen wollen. Die Erkenntnisse des Runden Tisch „Schulschwimmen“ müssen nun in ein Konzept zur weiteren Verbesserung des Schulschwimmens münden. Und das ist keine Kleinigkeit, es ist viel mehr als der Schwimmunterricht, den wir bislang kennen, und es ist eine Herausforderung, der wir uns hier stellen. Kinder zu sicheren Schwimmenden zu machen, ist eine Aufgabe an uns alle. Das fängt im frühen Kindesalter an und natürlich auch in den Familien. Aber auch dort, wo aus unterschiedlichsten Gründen das in den Familien nicht gelingt, müssen wir Sorge tragen. Deshalb ist es richtig, dass bereits im Vorschuljahr und in den Kitas Grundkompetenzen für das Schwimmen vermittelt werden sollen. Wassergewöhnung bereits im frühen Kindesalter ist eine wichtige Voraussetzung, um die Scheu und Angst vor dem Wasser zu überwinden. Deshalb ist es richtig, das Thema perspektivisch auch in der Ausbildung von Erziehern und Erzieherinnen zu etablieren. Darauf kann der Schwimmunterricht in der Schule aufbauen. Damit das auch flächendeckend gelingt, ist es wichtig, dass Schulschwimmen ein flächendeckendes Angebot an allen Grundschulen ist und jede Grundschule auch die Möglichkeit hat für dieses Angebot. Die Flexibilität zu ermöglichen, das Fach entweder als Bestandteil des wöchentlichen Unterrichtes oder in Form von Blockunterricht anzubieten, ist ein wichtiges Signal an die Schulen, hier den für sie besten Weg zu finden. Wir wollen auch ermutigen, nach geeigneten Örtlichkeiten zu suchen, die nicht immer öffentliche Hallenbäder sein müssen, (Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) denn auch hier stehen wir vor großen Herausforderungen. Längst nicht jede Kommune hat ausreichende Hallenkapazitäten, (Enrico Schult, AfD: Aha!) und da kann ich als Neubrandenburgerin ein Lied von singen. Wichtig ist aber auch, dass wir ausreichend ausgebildete Lehrkräfte haben. Deshalb ist das Signal richtig, dass wir in die Ausbildung von Schwimmlehrkräften investieren müssen. Sportlehrer/-innen müssen auch Schwimmlehrer/-innen sein. Deshalb muss die entsprechende Ausbildung in Rostock weiterhin gewährleistet bleiben. Wir wollen aber auch, dass andere Grundschullehrkräfte, die nicht das Fach Sport belegen, die Möglichkeit einer Zusatzqualifikation erhalten – zunächst an der Uni in Rostock, perspektivisch aber auch in Greifswald. Und natürlich müssen die ausgebildeten Lehrkräfte ihr Wissen auch erhalten und fortbilden. Deshalb sind die Fortbildungsangebote und perspektivisch auch die Aufnahme der Rettungsschwimmerqualifikation ins Curriculum ein wichtiger Schritt. Ein wichtiges Anliegen war in der Diskussion auch die Zusammenarbeit mit Verbänden und Vereinen, die ein nicht wegzudenkendes Element in der Schwimmqualifikation in unserem Land sowohl bei den Schwimmkursen als auch bei der Ausbildung von Rettungsschwimmern ist. Somit sind nur ein paar Dinge genannt, die das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit mit Experten und Expertinnen sind. In unserem Antrag wird klar, dass es uns um flächendeckende Angebote geht, um Ausbildung und Fortbildung, im wahrsten Sinne um ein Gesamtpaket. Warum das so wichtig ist, sollte uns allen bewusst sein. Wir können nicht genug tun, um zu gewährleisten, dass unsere Kinder sich sicher am und im Wasser bewegen. (Beifall vonseiten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
