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Christian Brade

SPD 01.07.2022 Sitzungen 8/28

Ja, einen wunderschönen guten Morgen erst mal! (Zurufe vonseiten der Fraktionen der SPD und CDU: Morgen!) Ich freue mich auf den heutigen Tag. Draußen gewittert das, ich hoffe, hier drinnen im Plenarsaal nicht so sehr, (Andreas Butzki, SPD: Du musst mal die Präsidentin begrüßen, Christian!) denn das Gewitter hatten wir ja gestern bei den Haushaltsdiskussionen ein wenig. (Minister Dr. Till Backhaus: Regen ist wertvoll.) Ach so! Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich muss mich jetzt beeilen, die Redezeit ist kurz. Als Triathlet weiß ich aber, dass es aufs Schwimmen ankommt, denn wir sagen unter uns, wenn du beim Schwimmen verkackst, hast du den ganzen Wettkampf verkackt. (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der SPD – Heiterkeit und Zuruf von Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Also säufst du da ab, kannst du den ganzen Wettkampf vergessen. Aber nicht erst als Amateursportler weiß man, dass Schwimmen existenziell ist, besonders als Eltern ist es einem wichtig, dass unsere Kinder nicht nur Lesen, Schreiben oder Rechnen lernen, sondern eben auch das Schwimmen sicher beherrschen. Unser Bundesland besitzt mehr als 2.000 Küstenkilometer entlang der Ostsee und Boddengewässer, Flüsse und Kanäle schlängeln sich mit einer Gesamtlänge von mehr als 26.000 Kilometern durch unser Land und über 2.000 Seen laden zur Erholung, zum Angeln und eben aber auch zum Schwimmen ein – umso wichtiger, dass unsere Kinder das Schwimmen frühestmöglich und ernsthaft erlernen. Nach zwei andauernden Pandemiejahren hat besonders der schulische Schwimmunterricht gelitten. Viele Schulklassen sind in dieser Zeit nicht wie gewohnt in das nächstgelegene Freibad oder an den See gefahren, um den Dritt- und Viertklässlern das Schwimmenlernen zu ermöglichen. Unser Rahmenplan Sport für den Bereich der Grundschule legt verbindlich fest, dass mit Ablauf der Grundschulzeit die Kinder das sichere Schwimmen beherrschen sollen. Aus diesem Grund sind unter anderem das Projekt „Zusätzlicher Schwimmunterricht“ und das Programm des Sozialministeriums „MV kann schwimmen“ aufgelegt worden. Auf meiner Sommertour vor etwa einem Jahr habe ich den ASB in Neustadt-Glewe unterstützt, indem ich als Rettungsschwimmer für drei Tage den vor allem ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern unter die Arme greifen konnte. In dieser Woche haben wir gemeinsam 49 Kindern das Schwimmen entweder beigebracht oder sie auf dem Weg zur nächsthöheren Stufe unterstützt. Im letzten Jahr haben sich die Anträge auf einen Zuschuss aufgrund des Programms „MV kann schwimmen“ im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht. Profitierten 2020 etwa 950 Kinder von diesem Angebot, waren es 2021 mehr als 3.600 Kinder. Das zeigt, dass es wichtig und richtig war, solche Sonderprogramme aufzulegen und weiterhin zu finanzieren. Und dieses Jahr findet das wieder statt. Und ich finde es auch toll, dass so drei Tage vor Ferienbeginn auch die Schulen in freier Trägerschaft diese Information wieder bekommen haben. Ich finde diesen Anspruch sportlich, aber dennoch, wir haben es ja geheilt. Unser Antrag hat das Ziel, dass ein Konzept zur Verbesserung des Schulschwimmens erarbeitet werden soll. Dabei sollen Vereine und Verbände, ohne die es nicht geht, eine wichtige Rolle spielen. Ich habe es vorhin betont, dass der ASB Neustadt Glewe eine wirklich großartige Arbeit macht. Ebenso sind es die Wasserwacht des DRK, die DLRG, unser Landesschwimm-Verband und die kommunalen Anbieter, die wir brauchen. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Ein Konzept schafft also Langfristigkeit und es schafft Sicherheit. Um ein solches Konzept mit Leben zu füllen, braucht es gute Ideen. Der Schwimmunterricht im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern ist schwieriger zu gewährleisten als zum Beispiel in der Hansestadt Hamburg, wo du innerhalb von zehn Gehminuten zwei/drei Schwimmhallen hast. Wie kann man also auf dem Land den Schwimmunterricht sicherstellen? Wir haben es in Mecklenburg vorgemacht. Durch Kompaktkurse innerhalb einer Schulwoche wird in Schwerin das Schulschwimmen realisiert. Diese Kompaktkurse müssen wir weiterhin ermöglichen und das Angebot, wenn von den Grundschulen gewünscht, unbedingt ausbauen. Daneben spielen ausreichende Fortbildungsangebote für Schwimmlehrkräfte eine große Rolle. Ich kann mich erinnern, dass ich im August des letzten Jahres am Parchimer Wockersee die neu ausgebildeten Schwimmlehrerinnen und Schwimmlehrer des DRK beglückwünschen konnte. Sieben Männer und Frauen haben die Ausbildung abgeschlossen. Jede neue Kraft hilft, dennoch zeigt es die Herausforderungen, die bestehen. Aus diesem Grund braucht es weitere Angebote, vor allem Anreize. Wir haben in diesem Antrag festgeschrieben, dass an den Universitäten in Rostock weitere Möglichkeiten geschaffen werden sollen, um Studierenden Angebote einer Schwimmausbildung oder eines Zusatzzertifikates zu machen, und das nicht nur für Studierenden auf Lehramt im Sport, sondern allen, die das Lehramt studieren. (Am Rednerpult leuchtet die rote Lampe.) Zwei Sätze noch: Doch das Schwimmen erlernt man keineswegs innerhalb einiger Tage ...

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