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Dr. Till Backhaus

30.06.2022 Sitzungen 8/27

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Also grundsätzlich ist es so, am Anfang im Übrigen des Moorschutzprogrammes, das ist ja 1998 aufgesetzt worden – damit war Mecklenburg-Vorpommern das erste Bundesland, das im Übrigen das Moorschutzprogramm entwickelt (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) und damit auch zur Führung der Entwicklung auf der Welt beigetragen hat, wenn Sie sich die Protokolle und auch die Beschlüsse, Paris, Kyoto-Protokoll und so weiter, anschauen, seinerzeit waren die Moore noch nicht so im Fokus, das ist jetzt gelungen –, am Anfang, das ist einfach so, waren die Wissenschaft und auch der damalige Umweltminister der Auffassung, dass man diese Flächen komplett unter Wasser setzen sollte. Als ich das so übernommen habe 2006 – das will ich ausdrücklich sagen –, ist dieses Moorschutzprogramm fortgeschrieben worden, und wir waren der Auffassung, dass wir das Moor Centrum in Greifswald wissenschaftlich aufgerüstet haben und in diesem Prozess im Übrigen durch meine Fraktion auch unterlegt das sogenannte Paludiprogramm und die Konzeption entwickelt worden ist, und dieses befindet sich jetzt in der Umsetzung. Und deswegen kann ich Ihnen versichern, wir werden in den nächsten Jahren, wenn wir klimaneutral werden wollen – und wir wollen es, die Landesregierung will bis 2040 klimaneutral sein, und damit ist vollkommen klar, dass die Moore, die Niedermoore in Mecklenburg-Vorpommern, die mal entwässert worden sind, um Lebensmittel zu produzieren, die Zeit ist aus meiner Sicht weitestgehend vorbei –, und deswegen werden wir alternative Nutzungsformen auf den Weg bringen. Wenn Sie sich die Konzeptionen in Ruhe mal anschauen, dann sehen Sie, dass da sehr interessante Ansätze drin sind. Und ich durfte im letzten Jahr im Übrigen ein erstes großes Projekt – immerhin mit insgesamt 14 Millionen Euro wissenschaftlich dann fundiert und auch nach alternativen Baustoff-, aber auch Kaskadennutzungen zu suchen –, wir haben das erste Kraftwerk, ich hoffe, Sie wissen das, in Malchin, das erste Wärmekraftwerk auf Grundlage der Paludikultur aufgebaut. Und ich gehe fest davon aus, dass wir in den nächsten Jahren weitere Wertschöpfungsmaßnahmen – das war gestern auch im übrigen Thema –, dass wir zu einer naturbasierten Erneuerung der Gesellschaft kommen müssen. Das ist nicht nur im Energiebereich so, sondern das betrifft die gesamten Lebenszyklen dieses Planeten. Wir müssen auf, wenn man es so will, naturbasierte Grundstoffproduktion umstellen, und dazu wird die nasse Landwirtschaft Paludi eine wichtige Rolle spielen.

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