Thore Stein
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kollegen! Den Redebeiträgen ist ja zu entnehmen, dass hier allgemein das Problem durchaus bekannt ist und auch die Ansprache des Problems akzeptiert wird. Die Maßnahmen haben Sie ja gerade alle wiederholt, und wir sind uns, glaube ich, auch alle einig, dass es am Ende nicht die eine Maßnahme gibt, die zu einem möglichst großen Erfolg führt, sondern dass es am Ende die Vielzahl von verfügbaren Möglichkeiten ist. Und wie Herr Diener, der hier als Einziger tatsächlich wirklich mal ein bisschen auf die landwirtschaftliche Praxis eingegangen ist, anstatt irgendwelche Zitate aus dem Internet vorzulesen, schon festgestellt hat, ist es so, dass die meisten Landwirte natürlich aus einem eigenen Antrieb, aus einem eigenen Berufsethos heraus bei der Mahd anständig vorgehen. Und somit wäre der hier angedachte Regelungsansatz ja gar keine Erschwernis für die Praxis, sondern er würde lediglich noch mal sensibilisieren und vielleicht die paar wenigen schwarzen Schafe rausfiltern, um ihnen dann letztlich auch gesetzlich vorzuschreiben, wie sie es zu erledigen haben. Es gibt konservative Schätzungen, die sprechen von circa 50.000 getöteten Wildtieren durch die Mahd jedes Jahr. Jetzt bringen wir hier als AfD einen Vorschlag ein in den Landtag, der zumindest in Mecklenburg-Vorpommern hier die Anzahl reduzieren könnte. Wir sagen ja gar nicht, dass es ein Allheilmittel ist, aber wir wollen zumindest die Diskussion anstoßen und auch einen Lösungsansatz darbieten. Und da kommt Herr Minister Backhaus, anstatt als Minister diese Verantwortung auch wahrzunehmen und zu sagen, ja, lasst uns darüber mal im Ausschuss reden, wir können ja mal gucken, wie wir gemeinsam das Problem lösen können, und wirft uns hier vor, wir wollen hier nur populistische Anträge reinbringen und hätten gar kein Interesse an Lösungsansätzen. Das ist ziemlich dürftig, Herr Minister! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Und selbst, wenn Sie jetzt hier sagen, dass Sie jedes Jahr unzählige Rehkitze und Feldhasen retten, auch Sie werden nicht alle retten, und es stünde Ihnen gut zu Gesicht, wenn Sie zumindest die Bereitschaft hätten, über solche Ideen mal im Ausschuss zu sprechen. Aber selbst dafür reicht es ja offenbar nicht, denn ich glaube, auf Ihren Fraktionssitzungen, wenn Sie unsere Anträge besprechen, geht es nur darum, Mensch, wie können wir denn den Antrag der AfD hier ablehnen. Inhaltlich ist er vielleicht gar nicht so verkehrt, aber wir … (Unruhe vonseiten der Fraktion der SPD) Ich weiß nicht, Sie waren vielleicht auch gar nicht dabei in der letzten Legislatur. Es hat keinen einzigen Antrag der AfD gegeben in fünf Jahren, der Ihre Zustimmung bekommen hat, keinen einzigen, ja, genau. (Thomas Krüger, SPD: So ein Schwachsinn!) Ja, Herr Krüger, das ist in Ordnung. Wir kennen, (Zuruf von Thomas Krüger, SPD) wir kennen ja, wir kennen ja Ihren Ansatz, (Zurufe von Rainer Albrecht, SPD, und Julian Barlen, SPD – Glocke der Vizepräsidentin) wir kennen Ihren äußerst demokratischen Ansatz ja, den kennen wir ja, ist ja in Ordnung. (Marcel Falk, SPD: So ein Schwachsinn! – Thomas Krüger, SPD: Wir arbeiten mit Radikalen nicht zusammen.) Danke, Herr Krüger, noch mal für die Erklärung! Und damit ist auch alles gesagt, weil dann können wir uns letztlich auch jede inhaltliche Debatte in diesem Haus sparen, wenn Sie so Demokratie verstehen, Herr Krüger! (Zuruf vonseiten der Fraktion der AfD: Jawoll!) Danke schön! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)
