Mandy Pfeifer
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Der 8. März wird Feiertag. Das ist ein Versprechen der Koalition, das heute umgesetzt wird. Darüber freue ich mich sehr. Wir haben viel debattiert, wir haben oft gehört, dass dieser Feiertag die Wirtschaft überfordern wird, aber Fakt ist doch eines: Ein weiterer Feiertag in Mecklenburg-Vorpommern ist längst überfällig. Wir rangieren in der Liste der Anzahl der gesetzlichen Feiertage pro Bundesland am hinteren Ende. In unserem Land haben Menschen vergleichsweise geringe Einkommensmöglichkeiten. Ein weiterer Feiertag hat einen durchaus positiven Effekt auf diese Statistik. Aber viel wichtiger, Fachkräfte werden bundesweit in allen Branchen händeringend gesucht und gute, sogenannte weiche Standortfaktoren, die in Wahrheit im Wettbewerb um diese Fachkräfte immer härter werden, werden immer wichtiger. Dieser Feiertag trägt zu einer Verbesserung der Work-Life-Balance in unserem Land bei, meine Damen und Herren, (Unruhe vonseiten der Fraktion der AfD) und das brauchen wir im Wettbewerb um die Fachkräfte. Und wir müssen auch zur Kenntnis nehmen, die Basis der Berechnung der Kosten eines solchen Feiertages ist höchst unterschiedlich, zumal der 8. März nicht jedes Jahr auf einen Werktag fällt. (Heiterkeit bei Thore Stein, AfD: Ah!) Hinzu kommt auch, in einem Tourismusland und in einer Zeit, in der es lukrativ ist, zu Hause Urlaub zu machen, birgt ein weiterer Feiertag Chancen, etwa in der Gastronomie oder in der Tourismusbranche, Branchen, die es nach der Corona-Pandemie ganz besonders gebrauchen können. Aber am wichtigsten ist meiner Fraktion der gesellschaftspolitische Aspekt, der mit der Einführung dieses Feiertages verbunden ist. Wir stellen mit dem 8. März den Internationalen Frauentag heraus. Wir sorgen dafür, dass Menschen sich fragen, warum gerade an diesem Tag ein Feiertag ist, und verleihen damit dem Internationalen Frauentag mehr Gewicht. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Es gibt noch eine Reihe offener Forderungen, wenn es um die Gleichstellung von Frau und Mann in der Gesellschaft geht, etwa die nach der Wertschätzung frauendominierter Berufe, die für unsere Gesellschaft so unendlich wichtig sind, oder die Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit, die Forderung nach mehr Frauen in Führungspositionen, die gute Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben, die gleichberechtigte Verteilung der Sorgearbeit, die Forderung nach der Selbstverständlichkeit der sexuellen Selbstbestimmung von Frauen und die Forderung nach der längst überfälligen Überwindung von Rollenklischees. Das alles ist noch längst nicht erfüllt, und deshalb ist es wichtig, dass wir in einer vermeintlich so gleichberechtigten Gesellschaft diese besondere Aufmerksamkeit für den Internationalen Frauentag schaffen. Wir werden die Botschaft dieses Feiertages unterstützen, indem wir am 8. März laut sind und auf genau diese Forderungen aufmerksam machen. Und wir laden alle dazu ein, es uns gleichzutun. – Ich danke Ihnen also für die Zustimmung zu diesem Gesetz und für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
