Christian Pegel
Ich habe Ihre Sorge verstanden, ich habe auch die Sorge in den Medien zur Kenntnis genommen. Noch einmal: Wir haben bewusst dezentralisiert. Das Land trifft diese Entscheidungen nicht. Und was wir der kommunalen Familie an die Hand geben konnten, ist, um die – ein bisschen salopp – Geiz-ist-geil-Mentalität nicht zu ausgeprägt werden zu lassen, haben wir ganz bewusst über das Flüchtlingsaufnahmegesetz, noch mal, als eines von drei Bundesländern dafür Sorge getragen, dass das, was ich bezahle, spitz abgerechnet mir auch zurückgegeben wird. Wir haben eine Menge anderer Bundesländer, da gibt es Pauschalen, die Pauschalen laden dazu ein, eine Regelung zu finden, die mich möglichst wenig eigenes Geld oder gar keines kostet. Genau dieses Drücken in zu viel Effizienzsuche haben wir versucht zu vermeiden. Und alle anderen Fragestellungen sind dann richtiger im Kreistag gestellt, weil der Landrat an der Stelle mit seinen Kolleginnen und Kollegen Einzelfallentscheidungen trifft. Ich kann nur umgekehrt formulieren, wir empfehlen – mehr können wir ja auch nicht tun –, da wir ganz viele ukrainische Schutzsuchende in der Kombination Mutter mit Kindern haben, dort andere Unterbringungsvarianten zu wählen. Aber noch einmal: Das wird am Ende in der Hand des Landkreises bleiben und liegen, und der Landkreis hat bisher beide Varianten genutzt, die zentralen Unterbringungsmöglichkeiten, aber insbesondere haben wir noch einmal deutlich geöffnet, dezentral unterzubringen, damit es eben nicht mehr die drei/vier/fünf großen Einrichtungen sind, die noch leer stehen und die es im Landkreis überhaupt nur gibt. Und da mag wohl Stieten eine davon sein, vielleicht gibt es auch nur die eine, das kann ich offen eingestanden nicht einschätzen. Genau diesen Druck rauszunehmen, ist seit mehreren Monaten ganz ausdrücklich gestattet, in die dezentrale Unterbringung zu gehen, und dann wird man in der Fläche schauen müssen, wo Wohnungen sind. Aber noch einmal: Das kann ich von hier aus nicht beurteilen. Es gibt bewusst das Heruntergeben auf die kommunale Familie, die das besser kann.
