Barbara Becker-Hornickel
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren Abgeordnete! Ich hoffe, Sie freuen sich, mich zu sehen, (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Nikolaus Kramer, AfD: Aber sehr doch!) denn wenn ich richtig gezählt habe, bin ich die letzte Rednerin heute. Das ist auch mal schön. Zum Thema heute, Menschen vor massiven Preissteigerungen schützen – ich glaube, schützen können wir sie aktuell nicht, wir können ihnen nur helfen, mit diesen hohen Steigerungen umzugehen und das Ganze dann auch besser zu bewältigen. Und es trifft uns aktuell hart, erst Corona, dann der russische Angriffskrieg in der Ukraine mit seinen Auswirkungen. Es trifft nicht nur die großen und kleinen Unternehmen, nicht nur unsere Wirtschaft, nein, es trifft jeden von uns. Auch ich habe Grausen vor meiner Heizkostenabrechnung. Also ich kann mir noch gar nicht vorstellen, was da tatsächlich stehen wird. Da werden wir mal sehen, dass es uns nicht umhaut. Und noch zu meiner Rede: Es wurde so viel im Vorfeld gesagt, dass ich mir das Recht nehme, als letzte Rednerin streiche ich einfach raus, weil ich sehe jetzt nicht wirklich, warum ich alles noch einmal wiederholen soll. Wir merken die Preissteigerung aktuell in jedem Lebensbereich – das sagte ich auch schon –, den eigenen vier Wänden bis hin zum Supermarkt, an der Tankstelle. Ich muss noch eine Bemerkung loswerden: Vielleicht kaufe ich besonders günstig ein, eigentlich immer im GLOBUS, die Butter zu 4 Euro, die ist mir bisher noch nicht untergekommen. (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Ich mag gar nicht daran denken. Ich sage ja, ich war im GLOBUS, da war es noch ein bisschen preiswerter. Und wir merken auch, unsere Menschen haben Angst, sie haben Sorge. Nicht umsonst kommt es zu Hamsterkäufen, also kein Mehl in den Regalen, kein Öl. Mir ist immer nicht vorstellbar, was man mit diesen Mengen macht. Ich habe noch einen Einkaufstipp für Sie: Senf gibt es auch nicht. Gucken Sie mal in den veganen Regalen nach, da findet man noch welchen! Unser Wohlstand der letzten Jahre ist bedroht. Die wirtschaftlichen Folgen des völkerrechtswidrigen Krieges sind noch nicht voll abschätzbar. Eines scheint jedoch sicher – und das müssen wir unseren Menschen auch sagen –, wir müssen uns aus unseren Komfortzonen hinausbewegen, wir müssen uns der Realität stellen. Es gibt kein Wunder, es wird nicht von heute auf morgen diese Welt wieder die Welt vorher sein. Es wird ja immer sehr gerne darüber philosophiert, es gibt ein Nachher, es gibt ein Vorher. Und es gilt, wirtschaftliche Folgen abzufangen. Die Bundesregierung arbeitet daran – das haben wir heute gehört –, mit Entlastungspaketen der regressiven Wirkung, der steigenden Energiepreise entgegenzuwirken. Und jetzt ist auch in meinem Vortrag eine Seite, was die Bundesregierung alles tut. Ich denke, das haben wir heute zur Genüge gehört und Ihnen brauche ich das auch nicht wirklich noch einmal vorzutragen. Ob diese Maßnahmen ausreichen, gilt es abzuwarten. Ich denke mal, da wird noch mehr kommen. Doch unsere Bundesregierung hat zum Ersten Handlungsfähigkeit bewiesen, und ich denke, sie wird auf weitere Entwicklungen ebenso reagieren. Wir stehen vor Härten, die von heute auf morgen nicht abgestellt werden können. Es bedarf langfristiger Strategien, um den aktuellen Entwicklungen entgegenzuwirken. Langfristig brauchen wir neue Gesellschaftsmodelle, um unseren Wohlstand zu sichern. Dazu gehört klimaneutrales Wirtschaften, um uns so schnell wie möglich von russischen Energielieferungen unabhängig zu machen. Dafür brauchen wir Innovationen, wir brauchen Mut und müssen Unternehmen, denen müssen wir ein Umfeld gestalten, in dem sie sich kreativ entfalten können. Die Entwicklung von neuen Technologien ist ein Weg zur Lösung. Wir werden nicht – das sagte ich schon –, es wird kein Wunder passieren und alles ist wieder beim Alten, nein, wir müssen langfristige Strategien entwickeln, um dann wieder zu unserem Wohlstand zurückzukommen und ihn weiterentwickeln zu können. Und dann traue ich mich jetzt wirklich zu sagen, lassen Sie uns zum Innovationsland Nummer eins werden! Davon, meine Damen und Herren, hängt unser Wohlstand von morgen ab. Und die letzte Seite spare ich mir. – Einen schönen Abend! Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, AfD, CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP)
