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Dr. Harald Terpe

GRÜNE 18.05.2022 Sitzungen 8/22

Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Ich sage jetzt erst mal, als ich diesen Titel der Aussprache das erste Mal gesehen habe, sage ich den Satz, der mir zuerst eingefallen ist: Denkmalschutz ist eine Verbeugung der jetzigen Generationen vor den baukulturellen Leistungen unserer Vorfahren. (Enrico Schult, AfD: Sehr richtig!) Das ist mir als Erstes eingefallen. Und das deckt vieles ab, was ich über Denkmalschutz denke. Trotzdem habe ich dann gefragt: Was wird wohl eine realistische Bedarfsplanung sein? Da ist es ja immer so, dass da sicherlich unterschiedliche Vorstellungen bestehen, was ist realistisch und was ist nicht realistisch. (Thore Stein, AfD: Denkmalreport.) Und wenn man das weiterdenkt, kommt man auf eine wesentliche Feststellung, die auch schon genannt worden ist, dass das meiste für den Denkmalschutz – das gilt für unser Bundesland, das gilt für Deutschland und vermutlich auch international – aus der privaten Hand finanziert wird. Ich selbst habe in der Familie da Beispiele. Mein ältester Sohn hat ein denkmalgeschütztes Gutshaus sozusagen mit einer GbR, mehrere Familien, saniert, ist auch noch nicht fertig, das dauert ja auch Jahre, muss man auch immer viel sich zusammensparen, aber auch da gibt es natürlich Möglichkeiten, gewisse Förderungen zu bekommen. Allerdings bleibt das meiste, das muss man klar sagen, an der privaten Initiative hängen. Und da habe ich mich natürlich ein bisschen gewundert. Es macht keinen Sinn, die einen gegen die anderen auszuspielen, also die Frage oder die Darstellung, dass man jetzt sagt, wenn sich auch mal ein Parlamentarier oder eine Politikerin oder so engagiert für ein Denkmal, am Ende ist es meistens der Weg gewesen, dass vor Ort eine Initiative war, die sich an einen Parlamentarier gewendet hat oder an eine Parlamentarierin und um Unterstützung gebeten hat, und ich würde davon abraten, das insofern zu geißeln, weil man damit die einen gegen die anderen ausspielt. Jetzt sind wir bei dem Teil der Diskussion, wo ich heute dazugelernt habe, nämlich die Zahl 31.200 Denkmäler auf der Denkmalliste, das hatte ich nicht recherchiert. Das ist eine erhebliche Zahl. Und wenn man dann die 88 Anträge mit ungefähr 8 Millionen dagegensetzt und das mal hochrechnet, dann weiß man, man braucht ungefähr 400 Jahre, um sozusagen mit den Mitteln, die da beantragt worden sind, alle Denkmäler mal irgendwie durchzusanieren oder wieder auf Vordermann zu bringen. Da merkt man, wie weit gefächert sozusagen so ein Begriff realistisch ist, was ist realistisch. Ich persönlich denke, und das ist also eine, ja, eine Hoffnung, die ich habe, dass wir sozusagen auch in Überzeugungsargumentationen vielleicht die eine oder andere Möglichkeit auch mit der Regierungskoalition finden, etwas vielleicht mehr noch für den Denkmalschutz zu machen, wohl wissend, dass diese Haushalte, die wir jetzt beschließen im Doppelhaushalt, natürlich beschlossen werden in einer ganz besonderen Zeit, wo wir sicherlich nicht aus dem Füllhorn schöpfen können. Aber ich selbst war in der Sitzung, dieser Kulturausschusssitzung oder dem Ausschuss, im Ausschuss für Wissenschaft und Kultur, mit anwesend und habe auch einige dieser Projekte mit unterstützt. Also für mich denke ich in die Richtung, dass man doch noch mal die Diskussion führt und vielleicht noch einige Überzeugungsleistungen erbringen kann. Und mehr kann ich aktuell aus meiner Sicht zu dieser realistischen Bedarfsplanung bei Denkmälern nicht beitragen, nur die Bereitschaft, daran teilzunehmen, an solcher Überzeugungsarbeit. (Beifall vonseiten der Fraktionen der CDU, FDP und Jutta Wegner, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Thore Stein, AfD: Danke! Danke schön!)

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