Dr. Harald Terpe
Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Die vor vier Wochen geplante Sondersitzung, genau zur Einschätzung der Corona-Lage, gibt jetzt Gelegenheit, auf die aktuelle Lage einzugehen und vielleicht auch ein bisschen für ein Resümee, zumal ja die Hoffnung besteht, dass das vorläufig die letzte Sondersitzung ist, die wir zu Corona-Fragen treffen. Wir wissen nicht, wie es weitergeht, aber im Sommer, auf dem Weg zum Sommer gehen wir doch davon aus, dass wir nicht noch eine Sondersitzung brauchen werden. Wie ist also die akute Situation, die akute Lage? Ich fasse es mal so zusammen: Mir scheint, die ersehnte Entspannung bahnt sich an. (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der AfD – Zuruf von Horst Förster, AfD) Und zwar glaube ich, dass das nicht allzu viel mit den Maßnahmen zusammenhängt, sondern in der Tat wir ja in den zwei Jahren beobachten konnten – und das kennt man auch von anderen Virus-Erkrankungen –, dass es da einen jahreszeitlichen Verlauf gibt, und da ist eine Entspannung zum Sommer hin immer gegeben gewesen. Das spiegeln auch die Zahlen wider, die wir während der Corona-Pandemie hatten, nämlich, dass die Anstiege von Erkrankungen und auch Todesfällen vor allen Dingen in den Herbst- und Wintermonaten stattfanden. Ich glaube auch, dass wir gesehen haben, und fast jeder in seinem Bekanntenkreis und auch in den Familien, insbesondere auch diejenigen, die Schulkinder hatten, dass wir doch auf dem Weg einer fortschreitenden Durchseuchung waren. Und die Inzidenzzahlen, die sicherlich, die Datenlage war immer schwierig in den letzten Wochen und auch Monaten, weil die Gesundheitsämter natürlich mit der Zählung und auch mit der Nachverfolgung überhaupt nicht hinterherkommen konnten. Erinnern Sie sich bitte zurück, dass in dem ersten Teil der Corona-Pandemie 2020 wir davon ausgegangen waren, wenn wir eine Inzidenzzahl von 50 hatten, dass dann die Gesundheitsämter am Rande der Belastung waren, und wir haben ja jetzt Inzidenzzahlen von über 1.000 gehabt. Also es ist kein Wunder, dass die Datenlage unsicher ist, aber wenn wir Infektionszahlen von ein bis mehreren Prozent pro Woche hatten, dann ließ sich schon vorauskalkulieren, dass man ungefähr 26 Wochen braucht, um eine vollständige Durchseuchung der Bevölkerung zu erreichen, und wir haben relativ hohe Inzidenzzahlen gehabt. Und ich glaube, dass die Erfahrungen aus den Familien und aus den Freundeskreisen schon darauf hindeuten, dass sozusagen der Prozess am Abflauen sich befindet. Das merken vor allem alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, dass ihre Belegschaften allmählich nach der Osterpause wieder gesund in den Dienst kommen, jedenfalls im Krankenhaussektor ist davon die Rede. Aber man darf auch die bisher geltenden Schutzmaßnahmen, für die wir uns ja mehrheitlich vor vier Wochen entschlossen hatten nach Paragraf 28a, nämlich des Infektionsschutzgesetzes, nun nicht so kleinreden, denn sie haben das Potenzial gehabt, die Infektionsverbreitung zu verzögern und damit die Erkrankungshäufigkeit … (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Reden Sie doch nicht dazwischen! (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Das beruht doch auf Daten!) … und Hospitalisierung. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Sie können doch nicht was erfinden hier einfach!) Wie erfinden?! (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Gucken Sie mal nach den Daten!) Reden Sie doch nicht immer so ein kariertes Zeug! (Unruhe vonseiten der Fraktion der AfD – Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Es hat das Potenzial, dass die Infektionsverbreitung, die Erkrankungshäufigkeit tatsächlich verzögert worden ist, nämlich mit dem Ziel, die Hospitalisierung möglichst nicht so hoch werden zu lassen, dass es zu einer Überlastung des Gesundheitssystems kommt. Und das war, zugegebenermaßen muss man sich das ja sagen, von Anfang an der Corona-Pandemie immer das Ziel gewesen, dass wir diesen Zustand nicht erreichen, so, wie wir es seinerzeit in Italien/Norditalien erlebt haben. Das ist ja nun mal Fakt gewesen. Wie groß der Effekt allerdings ist oder war, ist unbestimmt. Ich hatte schon darauf hingewiesen, dass die Datenlage nicht sicher ist und nicht sicher sein kann. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Doch! Doch!) Nein, haben wir nicht. Unsere Gesundheitsämter … (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD – Glocke der Präsidentin)
