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Barbara Becker-Hornickel

FDP 11.03.2022 Sitzungen 8/15

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Für mich ist es jetzt eine sehr komfortable Situation. Wo so viel Konsens zu einem Thema im Raum steht, kann ich, glaube ich, die Hälfte meiner Rede hier erst mal nicht vortragen, das wäre im Wesentlichen nämlich Wiederholung. Ich danke Ihnen, liebe Kollegen von der CDU, dass Sie dieses Thema wieder auf die Tagesordnung gebracht haben. Und überhaupt, eine öffentliche Debatte über das Sterben, über die Monate, Wochen davor, die findet nicht so oft in Deutschland statt, und es wird immer gerne beiseitegeschoben, was passiert eigentlich mit uns als Menschen und mit unserem Umfeld. Also vielen Dank dafür! Auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen oder nicht glauben wollen, irgendwann – für jeden unterschiedlich – holt uns dieses Thema ein. Und ich denke, dass wir hier gar nicht genug tun können und handeln müssen, um diese letzten Monate oder Wochen des Lebens so zu gestalten, wie man es sich auch wünscht und auch möglichst eigenbestimmt dann so für sich abhandeln kann. Das, was wir früher hatten, alte Familienstrukturen, generationsübergreifende Familien, Einrichtungen, wo am Ende auch Dinge weitergegeben wurden, die mit Betreuung auch qualitätsmäßig damals da waren, die gibt es heute nicht mehr. Oftmals sind die Familien weit weg, können auch diese Anforderungen, die wir heute an Palliativversorgung stellen, nicht tatsächlich halten und einhalten. Ich habe es sehr wohl gehört, Frau Ministerin, dass hier viel auf den Weg gebracht wird und dass wir vor allen Dingen auch darauf achten, die Qualität der Versorgung muss gewährleistet sein. Und das können wir nur, wenn entsprechende Ausbildung, qualifizierte Ausbildung von Ärzten und auch Pflegern hier stattfindet. Und das müssen wir tun. Wir sind ein altes Land, und da braucht man sich gar nicht auszurechnen, es wird nicht weniger werden an Palliativ- und Hospizversorgung. Und wir brauchen eine weitblickende Versorgungsplanung, um eine gute und frühzeitige Palliativversorgung dann auch leisten zu können. Wir müssen den Menschen eine belastende Lebenssituation am Ende ihres Lebens ersparen, und ich denke, das ist hier einmütig und auch von allen so vorgetragen worden. Wir haben einmal die Palliativversorgung in den Krankenhäusern. Da sieht es relativ gut aus, so hörte es sich an, aber auch viele Menschen wollen in ihrer eigenen Häuslichkeit betreut werden. Ich habe schon mal gesagt, vielen begegnet es, ich habe im Moment genau diese Situation. Meine 91-jährige Mutter konnte vor Kurzem vor Schmerzen nicht laufen und fragt sich immer, was hat sie in ihrem Leben bloß falsch getan, dass es ihr so geht. Mittlerweile wird sie palliativ betreut. Diese alte Dame kann wieder mit ihrem Rollator selbstständig umherlaufen. Es nimmt ihr die quälenden Schmerzen, die ihr jede Minute des Lebens noch vor einigen Wochen vergällt haben. Die sind ihr genommen und sie sieht eigentlich mit, ja, nicht Hoffnung, das geht nicht, aber sagt, ich habe ein erfülltes Leben gehabt, ich habe zwei Kinder auf die Welt gebracht, die ihr Leben gut in den Griff bekommen haben, und ich habe sieben Enkel und ich habe keine Schmerzen. Und ich denke, das ist das, was man eigentlich allen Menschen wünscht. Ich möchte hier noch einmal, so, wie es auch meine Vorredner gesagt haben, wir alle, mich bei allen bedanken, die ihre Arbeit in der Palliativ- und Hospizpflege wahrnehmen. Dazu gehören Ehrenamtliche, haben wir schon gesagt, Freiwillige, aber eben noch mehr, auch die Fachkräfte, die in der Hospiz- und Palliativversorgung tagtäglich diese Menschen – wie ich es gerade vorgetragen habe – wie meine Mutter dann auch betreuen. Also vielen herzlichen Dank! Ich möchte mich meinen Vorrednern anschließen und auch die Überweisung in den Sozial- und Gesundheitsausschuss beantragen. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der CDU, FDP und Torsten Koplin, DIE LINKE)

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